Das Schwert des Christus                                                                             DOWNLOAD


Und wenn jemand meine Worte hört und nicht glaubt, so richte ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern damit ich die Welt rette, Joh 12:47. 

 

Die Aussage in Joh 12:47 wird von allen Christen ohne Schwierigkeiten verstanden. Der Hinweis von Jesus Christus in Mt 10:34 bereitet jedoch manchem Christen Probleme. Daraus ergeben sich unterschiedliche Fragen wie z.B. hebt Mt 10:34 die Aussage von Joh. 12:47 auf? Oder widerspricht sich durch diese beiden Aussagen sogar die Bibel? 

 

Manche moderne Theologen sind aufgrund der Aussage von Mt 10:34 zur Auffassung gekommen, dass Jesus aus Nazareth doch vorhatte, einen Befreiungskampf für Israel gegen die Römer durchzuführen. Hierbei verweisen sie auch auf die von Jesus  gegebene Anordnung, Schwerter zu kaufen, Lk 22:36. Was jedoch von den Theologen mit dieser Auffassung nicht beachtet wird ist der Vers 38 aus dem gleichen Kapitel. Nachdem die Jünger zwei Schwerter erworben hatten erhielten sie von Jesu die Anweisung keine Schwerter mehr zu kaufen. Im Besitz der Jünger waren somit zwei Schwerter. Mit zwei Schwertern das damalige Weltreich Rom zu besiegen, war nicht möglich. Auf die heutige Zeit übertragen wäre es so, als wenn man mit zwei Pistolen versuchen würde, die Militärmacht USA zu besiegen. Die Lehrauffassung, dass Jesu vorhatte einen Krieg gegen Rom zu führen, ist unsinnig. Der angeordnete Schwertkauf vom Herrn Jesus hatte einen anderen Hintergrund, auf den später noch eingegangen wird.

 

Als der himmlische Bote den Hirten auf dem Feld vor Bethlehem erschien, verkündigte er ihnen die große Freude, dass der Christus, der gesalbte Retter-König, geboren ist. Und nach dieser Verkündigung stellte sich die Menge der himmlischen Heerscharen hinzu und lobte Gott und sprach: Herrlichkeit ist bei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden, und unter den Menschen Gottes Wohlgefallen, Lk 2:13,14. Mit Frieden auf Erden ist jedoch nicht ein entstandener Frieden unter den Menschen gemeint, sondern es geht um den Frieden mit Gott, den der Sohn Gottes bringt, der jedoch auch angenommen werden sollte. Etwa 700 Jahre zuvor durfte der Prophet Jesaja prophetische Worte über die Geburt des Sohnes Gottes dem Volk verkündigen. Als ein Sprachrohr des Heiligen Geistes teilte der Prophet mit: 

 

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und seine Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig-Vater, Friedefürst, Jes 9:5.  

 

Der Sohn Gottes ist auch der Friedefürst. Und auf diese Tatsache verweist ebenfalls Gottes Wort im Neuen Testament. Unter der Führung des Heiligen Geistes schreibt Paulus an die Christen in Ephesus und in Kolossä, dass Jesus Christus der Friede ist, Eph 2:14-17; Kol 2:20. Jesus Christus ist der Friedefürst. Obwohl Jesus der Friedefürst ist, spricht er zu den Jüngern, dass er nicht gekommen sei Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Wenn der Blick eines Menschen nur auf die Geburt Jesu in Bethlehem gerichtet ist und nicht auf das Kreuz von Golgatha, könnte ein solcher Mensch die Aussage von Jesus als eine Kriegserklärung verstehen. Ebenso, wenn er den Zustand Frieden nur auf die Menschen bezieht. 

 

Ohne Zweifel wollen die meisten Menschen Frieden. Aber sie wollen einen Frieden ohne Gott und schon gar keinen Frieden mit Gott, der sich dem Mose mit Namen "Ich bin, der ich bin" offenbarte. Und als Jesus auf dieser Erde war, hatten die Menschen ebenfalls eine Friedensvorstellung. Und zwar eine sehr menschliche Vorstellung über den Frieden. Und in dieser menschlichen Vorstellung über Frieden wurde der lebendige Gott, der Schöpfergott, nicht mit einbezogen. Daher machte  Jesus die Aussage, dass er einen solchen Frieden, so  wie es sich die Menschen vorstellen, nicht bringt. Und hierbei nennt Jesus auch das Wort Schwert. Das Wort Schwert spricht Jesus hierbei bewusst aus, denn mit diesem Wort bezieht er sich auf eine prophetische Aussage im Alten Testament, die über ihn gemacht wurde. 

Wiederum ist es der Prophet Jesaja, der prophetisch mitteilen durfte, dass sich der Messias als der Knecht des Herrn offenbart. Und über den Knecht des Herrn werden von dem Propheten Jesaja mehrere Hinweise gegeben. Unter anderem auch über den Mund des Messias. Wörtlich: 

Er hat meinen Mund gemacht wie ein scharfes Schwert, Jes 49:2.

 

Bei der Aussage Jesu, dass er das Schwert bringt, geht es nicht um ein Metallschwert, nicht um eine Kriegswaffe, sondern um den Mund des Messias. Der Mund des Messias ist ein scharfes Schwert. Es geht um das aus dem Mund des Messias gesprochene Wort. Denn der Mund des Messias, das Wort Gottes, ist so scharf wie ein Schwert. Dort wo das Wort Gottes gesprochen wird, kommt es zur Trennung. Eine solche Trennung geht bis in die Familien hinein. Da wo in einer Familie alle den Herrn Jesus im Herzen haben, ist jedoch keine Trennung, da ist Frieden. Aber da wo dies nicht der Fall ist, besteht ein geistlicher Graben zwischen den Menschen, und ein Frieden ist nicht gegeben. Das Wort Gottes ist Jesus Christus. Und sein Mund ist so scharf wie ein Schwert. Und das Wort ist lebendig und wirksam. Es ist kein totes Wort. Und dieses Wort bewirkt Leben und einen neuen Geist. Es ist voller Kraft. 

Diese wirksame Kraft bewirkt zwei Dinge. Einmal, dass ein Mensch vor Gott auf die Knie geht und Buße tut oder dass er vor Gott wegläuft, weil er nicht auf die Knie gehen und Buße tun möchte. Gottes Wort entlarvt die Sünde. Der Mensch wird im Gewissen getroffen und muss sich der Tatsache stellen, dass er ein Sünder ist.  Gottes Wort hat Wirkung im inwendigen Menschen. Und dieses Wort ist scharf, schärfer als ein zweischneidiges Schwert.

Im Brief an die Hebräer wird mitgeteilt: 

 

Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnung des Herzens, Hebr 4:12.

 

Mit dem zweischneidigen Schwert konnte man in jede Richtung schlagen. Ob nach rechts oder links. Ob nach oben oder nach unten. Da wo die geschliffene Klinge auftraf wurde geschnitten. Rasierklingenscharf ist ein solches zweischneidiges Schwert. Und Gottes Wort ist schärfer als eine solche scharfe Waffe. Es durchdringt und scheidet. Da wo Gottes Wort klar und deutlich gesprochen wird, geschieht immer etwas. Weil es durchdringt und scheidet. Kompromisse sind nicht möglich. Gottes Wort durchdringt den inwendigen Menschen. In den meisten Bibelübersetzungen lesen wir: es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein. Oft wird gelehrt, dass Gottes Wort die Seele vom Geist scheidet. Und das steht eben nicht im Text. Der Text teilt mit, dass einmal die Seele betroffen ist und auch der Geist. Aber es wird nicht mitgeteilt, dass die Seele vom Geist geschieden wird. Es gibt Christen, die haben die Auffassung, dass Seele und Geist nicht das gleiche wären. Hierbei verwechseln sie jedoch Seele mit den seelischen Gefühlen.  Seele und Geist werden in der Schrift für den inwendigen Menschen genannt. Seele und Geist stehen  für den inwendigen Menschen und sind austauschbar. Jedoch steht das Wort Seele in der Bibel nicht immer für den inwendigen Menschen, sondern auch für das Seelische, für das Gefühl. Dies sollte beachtet werden. Das Gefühl gehört zum inwendigen Menschen, aber auch zum äußeren Menschen. Man könnte auch sagen, dass das Gefühl die Verbindung ist zwischen dem äußeren und inneren Menschen. Und weil dies so ist, ist das Gefühl, das Seelische, oft sehr problematisch. 

 

Im Jakobusbrief 3:15 bis 16 wird mitgeteilt:

Das ist nicht die Weisheit, die von oben kommt, sondern eine irdische, seelische, dämonische.

Aufgrund dieser Aussage sind manche Christen der Auffassung, dass das Seelische, weil es unmittelbar nach irdisch und vor dämonisch steht, grundsätzlich schlecht sei und übertragen dies auf alles, was mit seelisch zu tun hat. Sie vergessen jedoch, dass die Aufführung von irdisch, seelisch, dämonisch im Jakobusbrief  in einem ganz bestimmten Zusammenhang erwähnt wird. Denn nicht alles Seelische ist schlecht. Das Liebesgefühl einer Mutter zu ihrem Kind ist nicht schlecht. Das Neid- und Eifersuchtsgefühl einer älteren Schwester gegenüber dem jüngeren Bruder ist wiederum nicht gut. Das sind nur zwei Beispiele über das Seelische. Und in Kapitel 4, Vers 12 vom Hebräerbrief  geht es bei dem Wort Seele um das Seelische. Und Gottes Wort durchdringt den Menschen und scheidet das Seelische. Das Seelische, was nicht gut ist, vom Seelischen, was gut ist.

Mit dem Wort Geist ist hier der inwendige Mensch gemeint. Was kann nun der inwendige Geist alles tun?  Er kann z.B. sein Ich zu Gott machen und meinen, er sei besser als die anderen Menschen. Das Denken, das Sprechen und das Handeln, also die Taten eines Menschen, gehören wiederum zum Geist. Und Gottes Wort dringt durch bis zum Geist und scheidet das Schlechte vom Guten. Gottes Wort macht deutlich, welches Denken gut ist und welches Denken schlecht ist. Welches Sprechen gut ist und welches Sprechen schlecht ist. Welches Handeln gut ist und welches Handeln schlecht ist.

 

Und nun zum Ausdruck: „sowohl Mark als auch Bein.“ Was ist hiermit gemeint? Mit Mark und Bein wird noch einmal ein Bild für Seele und für Geist gezeigt. 

Das Wort Mark ist in mancher Bibelübersetzung genannt, obwohl das griechische Wort eigentlich Gelenk meint. Die Genfer Studienbibel weist ebenfalls auf das Wort Gelenk hin.

Die Bibelübersetzung von Herbert Jantzen teilt mit: Denn lebendig ist das Wort Gottes und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es fährt durch bis zur Teilung der Seele und auch des Geistes, der Gelenke und auch des Markes, und urteilt über Erwägungen und Vorstellungen des Herzens.

 

Bei der konkreteren Übersetzung mit dem Wort Gelenk wird das Bild deutlicher. Gelenk steht für die Seele, für das Seelische, Bein für den Geist. Ein Gelenk selbst existiert für sich allein nicht. Ein Gelenk ist ein Gebilde, das entsteht, wenn sich bestimmte Knochen berühren. Gelenk ist so etwas wie eine Verbindung. Und dies trifft auch auf das Seelische zu. Auf die Gefühle. Die Gefühle oder das Seelische ist die Verbindung zwischen dem inwendigen Menschen und dem äußeren Menschen. Der äußere Mensch sieht, hört und nimmt wahr. Das Seelische oder das Gefühl wird beeinflusst, und dieses wiederum versucht Einfluss zu nehmen auf den inwendigen Menschen. Hier hat jeder Christ, der eine mehr und der andere weniger, immer wieder seine Schwierigkeiten. Es gibt genügend Christen, die so etwas nicht zugeben. Aber es ist eine Realität, dass der Mensch Gefühle, also auch das Seelische, in sich hat. Der inwendige Mensch eines Christen ist von neuem geboren. Aber das Seelische, die Gefühle, nicht. Und das Wort Gottes trennt die schlechten Gefühle von den guten. Schlechte Gefühle haben wir abzulegen. 

Jetzt aber legt auch ihr das alles ab - Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, hässliche Redensarten aus eurem Mund, Kol 3:8.

 

Zurück zur Aussage des Herrn Jesus Christus.  Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Mit Schwert ist das Wort Gottes gemeint. Und dieses Wort durchdringt und scheidet. Und dieses Wort ist der Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. Mit Herz ist  hier der inwendige Mensch angesprochen. Jesus Christus kennt die Herzen der Menschen. Das Wort ist Richter. Und es ist ein gerechter Richter. Und vor diesem lebendigen Wort des lebendigen Gottes ist nichts und niemand verborgen. Es gibt nichts Geschaffenes, das nicht vor dem Gott dieses Wortes offenbar ist. Alle Dinge sind enthüllt und aufgedeckt. Nichts ist vor seinen Augen verborgen. Vor ihm müssen die Menschen Rechenschaft abgeben. Das Wort Gottes, das Sprechen Gottes, ist Jesus Christus. Und es ist der Apostel Johannes, der gleich zu Anfang seines Evangeliums auf diese Tatsache hinweist. 

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott, Joh 1:1,2. 

Im ersten Buch Mose, im ersten Kapitel, wird mitgeteilt: Und Gott sprach. Hier gibt die Bibel bereits den ersten Hinweis auf Jesus Christus, auf den Sohn. Das Sprechen ist das Wort und das Wort ist der Sohn.  Nach Ausgießung des Heiligen Geistes der Sohnschaft erhalten die Christen den Hinweis, ebenfalls das Schwert zu ergreifen. Auch hier geht es nicht um das Ergreifen eines Metallschwertes. Ein Christ steht im geistlichen Kampf mit Satan und den Finsternismächten. Und in diesem Kampf sollte der Christ die Waffenrüstung anziehen, die der Herr ihm gibt. Und zu dieser Waffenrüstung gehört auch das Schwert des Geistes. 

Und das Schwert des Geistes ist das Wort Gottes, Eph 6: 1-18.

 

Jesus Christus spricht mit den Jüngern und teilt dem Simon Petrus mit, dass er  für ihn gebetet hat. Simon Petrus war ein gläubiger jüdischer Mann, aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht von neuem geboren, Joh 3:1-13. 

Wörtlich: ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du einst umgekehrt bist oder dich bekehrt hast, so stärke deine Brüder! Lk 22:32. 

Und im weiteren Gespräch teilt Jesus den Jüngern mit: 

aber jetzt, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, ebenso auch die Tasche; und wer es nicht hat, der verkaufe sein Gewand und kaufe ein Schwert, Lk 22:36.

Nachdem von den Jüngern Schwerter gekauft worden waren, sprachen sie zum Herrn: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter! Er aber sprach zu ihnen: es ist genug, Lk 22:38. 

 

Warum hatte Jesus Christus den Auftrag gegeben, Schwerter zu kaufen und nachdem zwei Schwerter zur Verfügung standen, den Jüngern geboten, keine mehr zu erwerben? Jesus aus Nazareth, geboren in Bethlehem, der Sohn Gottes, ist wirklicher Mensch und wahrer Gott. Wahrer Gott von Ewigkeit her wie der Vater und der Heilige Geist. Er ist ganzer Mensch und ganzer Gott. Er ist nicht ein halber Mensch und nicht ein halber Gott. Jesus ist kein Mischwesen, so wie es in den Vorstellungen mancher Heidenreligionen über ihre Halbgötter gab. Als Jesus als Mensch auf dieser Erde war und wirkte, hatte er seine Göttlichkeit jedoch nie aufgegeben. Was er allerdings nicht in Anspruch nahm, war die Macht, die er als Gott hatte. Er verzichtete darauf, seine göttliche Macht einzusetzen. Aber er wusste, wie Menschen denken und was sie tun werden. Sein göttliches Wissen hatte Jesus zu keiner Zeit abgelegt. Und das betraf auch den Simon Petrus. Und dieser Simon Petrus musste etwas ganz Konkretes lernen. Er musste lernen, auf Gewalt zu verzichten. 

 

Alle vier Evangelien berichten von der Gefangennahme Jesu. In Begleitung von Jesus waren dessen Jünger, bis auf den Verräter. Dieser kam mit der großen Schar, um Jesus festzunehmen. Und einer der Jünger Jesu trug ein Schwert. Bei diesem Jünger handelte es sich um Simon Petrus.  Er war also ein Jünger, der eines dieser beiden gekauften Schwerter trug. Ob ein weiterer Jünger auch das zweite gekaufte Schwert trug, wird von der Schrift nicht mitgeteilt. Simon Petrus schlägt mit diesem Schwert auf einen Knecht ein, der zu der großen Schar gehörte. Seine Absicht war es, den Knecht zu töten oder zumindest schwer zu verletzen. Denn es ist für einen Menschen nicht möglich oder zumindest nicht einfach, mit einem Schwert gezielt das Ohr eines Menschen abzuschlagen. Simon Petrus, der ja kein geübter Schwertkämpfer war, sondern den Beruf Fischer erlernt hatte, trifft jedoch diesen Knechten nun so, dass dieser sein rechtes Ohr verlor.

 

Und nach dieser Tat spricht Jesus zu Simon Petrus. Bevor Simon Petrus das Schwert gezogen und geschlagen hatte, fragten die Jünger zuvor den Herrn, ob sie mit dem Schwert dreinschlagen sollen, Lk 22:49. Daraus könnte man entnehmen, dass auch das zweite gekaufte Schwert mitgeführt wurde. Aber dies ist nur eine Annahme, denn die Schrift teilt dies direkt nicht mit. Bevor Jesus die Frage der Jünger beantworten konnte, schlug jedoch Simon Petrus mit dem Schwert schon zu. Und nun musste Simon Petrus etwas lernen oder begreifen. Es geht hier um die Nachfolge des Herrn und um Gewalt. Nachdem Simon Petrus zugeschlagen hatte, sprach Jesus zu ihm. 

Stecke dein Schwert an seinen Platz! Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen! Oder meinst du, ich könnte nicht jetzt meinen Vater bitten, und er würde mir mehr als zwölf Legionen Engel schicken? Wie würden dann aber die Schriften erfüllt, dass es so kommen muss? Mt 26:52-54. 

Die Frage der Jünger beantwortete Jesus nach der Tat. Da antwortete Jesus und sprach:

Lasst ab davon! Und er rührte sein Ohr an und heilte ihn, Lk 22:51. Und weiter sprach Jesus direkt zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat? Joh 18:11.

 

Jesus Christus, der Herr, spricht einmal zu den Jüngern, aber auch ganz konkret zu Simon Petrus. Dieser Jünger, der oft in bestimmten Situationen sehr emotional reagierte, bekommt von seinem Herrn einen wichtigen Hinweis. Und Simon Petrus hat diesen Hinweis sofort verstanden. Simon Petrus, ein jüdischer Mann, der an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs glaubte, der auch erkannt und es auch ausgesprochen hatte, dass sein Herr der Sohn Gottes ist, wusste um das außergesetzliche Töten und was Gottes Wort hierzu mitteilt. Nach der Sintflut schließt Gott mit Noah einen Bund. Und in diesem Bund wird von Gott das Vergießen von Menschenblut angesprochen. 

Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden, denn im Bild Gottes hat Er den Menschen gemacht, 1.Mo 9:6. 

Und damit Menschen nicht Menschen töten, gab Gott später dem Volk Israel die zehn Gebote. Und das sechste Gebot lautet: du sollt nicht töten, 2.Mo 20:13. Mit Töten ist hier das Morden, das ungesetzliche Töten gemeint. Die konkretere Übersetzung wäre: du sollst nicht morden. Und als gläubiger Jude hat Simon Petrus den Hinweis von seinem Herrn sofort verstanden. Denn er gebraucht das Schwert nicht weiter.

 

Nun stellt sich die Frage, von wem wird dieses andere Schwert geführt? Bei diesem anderen Schwert geht es nicht um ein Racheschwert. Denn die Rache gehört dem lebendigen Gott, 5.Mo 32:35; Ps 94:1; Rö 12:19; Heb 10:30. Auch nicht um das Schwert eines Feindes. Bei diesem anderen Schwert geht es um das Schwert der Obrigkeit. Es geht um das Gerichtsschwert. Jedermann hat sich der Obrigkeit unterzuordnen, Rö 13:1. Die Institution Obrigkeit ist von Gott gegeben. Von welcher Art diese Obrigkeit sein soll, ist jedoch eine Sache der Menschen. Dies kann ein Kaiser, ein König, ein Diktator, ein demokratischer Präsident usw. sein. Gleich in welcher Form diese Obrigkeit auftritt, ist sie eine Dienerin des lebendigen Gottes. Wenn sich nun verantwortliche Personen einer solchen Obrigkeit nicht nach Gott ausrichten, ist dies eine andere Sache. Zunächst ist die Obrigkeit von Gott eingesetzt und Dienerin. Und diese Dienerin trägt das Schwert. Bei diesem Schwert geht es um das Metallschwert, das als Gerichtswerkzeug eingesetzt wurde, um einen zum Tode verurteilten Menschen vom Leben in den Tod zu bringen. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass es auch Christen gibt, die sich mit diesen Zusammenhängen schwer tun. 

Das Gebot aus dem Bund mit Noah ist weder durch das Gesetz noch durch die Gnade aufgehoben. Jedenfalls gibt die Schrift diesbezüglich keinen Hinweis. Vielmehr teilt sie mit, dass die Obrigkeit das Schwert trägt, Röm 13:1-7. Und wenn Menschen, die der Obrigkeit angehören,  selbst morden, haben Christen Widerstand zu leisten. Jedoch nicht mit dem Metallschwert, sondern mit dem Schwert des Geistes. Und das Schwert des Geistes ist das Wort Gottes. 

 

Jesus Christus, der Sohn Gottes, wurde vom Vater und vom Heiligen Geist in die Welt gesandt, damit sich der Heilsplan des Dreieinigen Gottes erfüllt. Sein Auftrag war es, den Menschen vor der Sünde zu retten, die Werke des Teufels zu zerstören und die Menschen, die ihn als persönlichen Erlöser und Herr annehmen, vor dem Zorngericht Gottes zu bewahren.  Er bringt den Frieden Gottes zu den Menschen. Und die Menschen, die diesen göttlichen Frieden annehmen, sind nun versöhnt mit Gott. Jesus Christus ist der Friedefürst,  und nur in ihm hat der Mensch Frieden mit Gott. Was Jesus Christus nicht zu den Menschen bringt, ist ein Frieden, wie es sich die Menschen vorstellen. Sie wollen einen Frieden, ohne mit Gott versöhnt zu sein.  Und gegen diese Vorstellung spricht Gottes Wort. Und dieses Wort ist das göttliche Schwert. Und das göttliche Schwert ist das Schwert des Geistes, Hebr 6:17. Da wo das Wort Gottes den Menschen verkündigt wird, entstehen zwei Gruppen. Eine Gruppe der Menschen sagt ja zum lebendigen Gott und die andere Gruppe sagt nein. Und zwischen diesen beiden Gruppen besteht kein geistlicher Friede. 

 

 

Helmut KRCAL, Bibelhauskreis Zotzenbach im Odw.