Eine Aufgabe der Ältesten                                                                               DOWNLOAD


Jakobus, einer der drei Säulen der neutestamentlichen Gemeinde, schreibt unter der Führung des Heiligen Geistes an Christen. Erkennbar ist jedoch aus dem Brief, dass ein Schwerpunkt sich besonders an die Christen aus den Juden richtet. Dieser Brief steht aber nicht im Widerspruch zu dem Brief an die Christen in Rom, der vom Apostel Paulus verfasst wurde. Auch Paulus schrieb unter der Führung des Heiligen Geistes. Dort wendet sich Gottes Wort mehr den Christen aus den Heiden zu. Aber beide Briefe sind an erster Stelle an Christen geschrieben und daher für alle wahren Christen von Bedeutung. Die Auffassung der römisch-katholischen Kirche über diese Verse führte zum Sakrament der Letzten Ölung. Charismatische- und manche Pfingstgemeinden wiederum nehmen diese Verse zur Begründung ihrer Heilungsgottesdienste.

Gottes Wort spricht das Herz des Menschen an. Mit Herz des Menschen ist der inwendige Mensch gemeint. Der inwendige Mensch eines Menschen umfasst Geist und Seele sowie Denksinn und Wille. Und der lebendige Gott möchte, dass seine Kinder, die mit dem kostbaren Blut seines Sohnes erkauft wurden, ihren Denksinn, ihren Verstand, nach ihm, das heißt nach seinem Wort, ausrichten. Mit anderen Worten, der Christ ist somit auch aufgerufen, biblisch zu denken. Und mit biblischem Denken sollten daher diese genannten Verse betrachtet werden.

Die Geschichte der Christenheit zeigt auf, dass da, wo das biblische Denken aufgegeben wurde, oft okkultes, liebloses und schwärmerisches Verhalten in die Christenheit kam und negative Folgen hatte. Der Vers 13 beginnt: “Leidet jemand von euch Unrecht? Er soll beten!” Das Wort "jemand" umschließt nicht alle Menschen, sondern nur die, welche Buße getan und sich zum Herrn Jesus bekehrt haben. Und wenn ein solcher Christ Unrecht erleidet, soll er beten. Es geht hier um Zustände, die einen negativen Einfluss auf das Leben des Christen haben. Zum Beispiel erfährt ein Christ Unrecht durch Familienangehörige, am Arbeitsplatz, durch die Nachbarschaft oder auch durch staatliche Institutionen, aber auch durch Menschen, die sich Christen nennen. Und ist ein Christ in einer solchen Situation, so fordert ihn Gottes Wort auf zu beten. Hierbei darf wohl ein Christ an erster Stelle an Dank- und Bittgebete denken.

Ist ein Christ in einer Situation, wo er guten Mutes ist, wo ungetrübte Freude in seinem irdischen Leben besteht, so soll er in solchen Zeiten  Psalmen singen. Das Singen von Psalmen oder von Liedern gehört ebenfalls zum Gebet. Es ist nur eine andere Ausdrucksweise. Zu Beginn der neutestamentlichen Gemeinde wurden von den Christen, besonders die aus den Juden, auch Psalmen gesungen. Das Singen von Psalmen gehörte zum jüdischen Gottesdienst. Da inzwischen die neutestamentliche Gemeinde eine große Zahl von Glaubensliedern hat, werden heute weniger Psalmen in den Versammlungen gesungen, sondern mehr die christlichen Lieder. Da das Wort "Singen" betont wird, kann angenommen werden, dass es fröhliche Lieder sein sollen, welche die Allmacht und die Herrlichkeit Gottes zum Ausdruck bringen.

Zu Beginn von Vers 14 spricht Jakobus das Thema Krankheit an. Auch hier ist mit dem Wort "jemand" wieder der von neuem geborene Mensch gemeint. Und wenn nun ein solcher Mensch, ein Christ, erkrankt ist, so soll er die Ältesten der Gemeinde rufen. Die Bibel gibt hier keine näheren Informationen über die vorliegende Krankheit. Bei der Gemeinde handelt es sich um die örtliche Gemeinde. Hierbei sollte beachtet werden, dass es medizinische Versorgung und medizinische Einrichtungen, so wie sie heute der Bevölkerung zur Verfügung stehen, damals nicht gab. Allerdings gab es Personen, auch wenn ihre Zahl nicht groß war, die mehr oder weniger medizinische Kenntnisse hatten.

In der örtlichen Gemeinde waren dies oft die Ältesten. Und daher hatten Älteste einer örtlichen Gemeinde bei einer Krankheit drei verantwortungsvolle Aufgaben. Allerdings mussten sie zuvor von dem erkrankten Christen gerufen werden. Und einem solchen Ruf hatten sie nachzukommen.


Die erste Aufgabe für die Ältesten war es nun, für den erkrankten Christen zu beten. Die zweite Aufgabe verlangte von ihnen, diesen erkrankten Christen mit Öl zu salben. Und bei der Durchführung, den erkrankten Christen mit Öl zu salben, musste dies im Namen des Herrn geschehen. Dies war die dritte Aufgabe. Die Reihenfolge, welche Jakobus angibt, war zu beachten. Erst beten, dann salben. Und das Salben musste im Namen des Herrn geschehen. Das Salben selbst war dem Beten untergeordnet. Dieser Akt des Salbens mit Öl darf nicht in Verbindung gebracht werden mit dem Salben von Personen im Priesterdienst, wie zum Beispiel dies bei Aaron der Fall war. Er wurde hinsichtlich des Priestertums für Amt und Werk gesalbt. Beim Salben eines erkrankten Menschen wurde das Öl aufgrund seines medizinischen Wertes benutzt. Als medizinisches Heilmittel war das Öl der grünen Oliven sehr wertvoll. Dieses Öl wurde dann oft noch mit verschiedenen Heilkräutern vermischt. Und es war Sitte, dass erkrankte oder auch verletzte Personen mit einem solchen Öl gesalbt wurden.

Das griechische Wort, das im Deutschen mit "salben" wiedergegeben wird, hat eigentlich mehr die Bedeutung von “einreiben”. Und es war nun eine Aufgabe der Ältesten einer örtlichen Gemeinde, den Erkrankten mit einem solchen "Heilöl" einzureiben. Zu beachten ist auch hier, dass das Wort Älteste in der Mehrzahl genannt wird. In jener Zeit pflegte man im Falle einer Verletzung oder Krankheit Öl und Wein auf die betreffenden Körperstellen zu gießen. Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter wurde ebenfalls Öl und Wein als Medizin eingesetzt, Lk 10:34. Und bei erkrankten Gläubigen sollte eine solche Handlung im Namen des Herrn getan werden. Hierzu waren aus der örtlichen Gemeinde nur die Ältesten berufen und keine anderen Glaubensgeschwister. Die heutige Medizin ist hochentwickelt. Dafür haben Christen dem lebendigen Gott zu danken. Wenn es um medizinische Versorgung geht, kann heute ein Christ ärztliche Hilfe rufen. Trotzdem darf man das Vorrecht und die Macht des Gebetes nicht unterschätzen.

Der Vers 15 beginnt mit dem Hinweis: “Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten.” Nachdem der Kranke mit Heilöl von den Ältesten im Namen des Herrn eingerieben wurde, ist wieder ein Gebet erforderlich. Jakobus nennt dieses Gebet das “Gebet des Glaubens”. Dieser Ausdruck "Gebet des Glaubens" wird nur hier im Brief des Jakobus aufgeführt. Das Gebet des Glaubens ist allerdings kein außergewöhn-liches Gebet, das nun heilende Kräfte hätte. Es geht auch nicht darum, dass der Heilige Geist in besonderer Weise wirken sollte. Denn das Gebet eines Christen sollte immer ein Gebet des Glaubens sein. Mit dem Ausdruck “Gebet des Glaubens” ist ein vertrauensvolles und gläubiges Beten gemeint. Glaube, Vertrauen und Gehorsam sollten im Herzen und im Denksinn eines Christen sein, wenn er im Namen seines Herrn Jesus zum Vater betet - und dies in der Kraft des Heiligen Geistes. Ein Christ soll wissen, dass es um die Macht des vertrauensvollen und gläubigen Betens an sich geht. Und im  Bewusstsein, dass der gekreuzigte und auferstandene Herr Jesus der Herr aller Herren ist, der König aller Könige, weiß der Christ um die Macht des Gebetes. Die Ältesten sind angehalten, nach der Salbung wiederum für den Kranken zu beten. Und ein solches Gebet wird den Kranken retten. Das griechische Wort, welches die Schlachterbibel mit “retten” übersetzt, kann auch mit “helfen” oder “heilen” übersetzt werden,  wobei der Begriff “helfen” den genaueren Sinn vermittelt. Es geht nicht so sehr um “retten”, sondern vielmehr um “helfen”. Auch teilt Gottes Wort im Vers 15 nicht mit, dass sofort der Kranke geheilt wird oder dass er überhaupt gesund wird. Wenn der lebendige Gott dies will, dann geschieht dies auch. Aber es muss nicht geschehen. Und den Zeitpunkt einer Gesundung bestimmt der lebendige Gott.

Im Kapitel 4:15 teilt die Bibel mit, dass der Wille des Herrn maßgeblich ist. Wörtlich: “…stattdessen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun.” Das Neue Testament teilt viel von den Aufgaben der Ältesten mit. Aber Gottes Wort schreibt ihnen keine Wunderkräfte zu. Der Herr Jesus Christus ist es, der sich dieses Recht vorbehält. Die Ältesten gebieten dem Kranken nicht aufzustehen. Sie sind jedoch verpflichtet,  für ihn zu beten und Öl als Heilmedizin einzusetzen - und dies im Namen des Herrn. Die römisch-katholische Kirche hat jedoch diese Verse umgedeutet und nimmt sie als Begründung für die Einsetzung des Sakramentes der letzten Ölung. Die Ölung war ursprünglich eine medizinische Handlung, aus dem sich dann das Sterbesakrament entwickelte. Die letzte Ölung, das Sterbesakrament, ist nichts weiter als eine religiöse Handlung ohne Bedeutung für den betroffenen Menschen. Jedoch sollten Christen weder die Medizin noch das Gebet verwerfen. Unter anderem gab der Apostel Paulus seinem Mitarbeiter Timotheus wegen dessen Magenbeschwerden auch einen medizinischen Rat, 1.Tim 5:23.

Der Hinweis, und der Herr wird ihn aufrichten, steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Gebet des Glaubens. So wie der Sohn vom Vater nicht zu trennen ist, so ist auch der Sohn vom Heiligen Geist nicht zu trennen. Und der Heilige Geist bewirkt, dass der erkrankte Christ seinen inneren Blick zum Herrn wendet. Geschieht dies, so richtet der Herr den erkrankten Christen auf. Jedoch nicht im Sinne: Jetzt wird alles Gut. Vielmehr geht es nun bei dem erkrankten Christen um die Tatsache der Kreuzigung, der leiblichen Auferstehung und Himmelfahrt des Herrn, die Ausgießung des Heiligen Geistes, die anstehende Entrückung der bluterkauften Gemeinde Gottes, das Hochzeitsmahl mit dem Lamm, die sichtbare Wiederkunft des Sohnes Gottes und um das himmlische Jerusalem, wo ein wahrer Christ beim Herrn und beim Vater sein wird. Mit all diesen Tatsachen wirkt der Herr beim erkrankten Christen und richtet ihn für die Ewigkeit auf. Und wenn er Sünden begangen hat, so wird ihm vergeben werden, lautet die weitere Aussage. Hier darf es nicht zur Auffassung kommen, als ob Sünde der Grund der Krankheit gewesen sei. Ohne Zweifel kann auch Sünde zu einer Krankheit führen. Aber dies ist hier nicht gemeint. Denn wenn Sünde der eigentliche Grund der Krankheit gewesen ist, hat es keinen Zweck sich des Gebets und des Öls zu bedienen. Es sei denn, der Betreffende hätte sein sündiges Verhalten geändert. Erforderlich hierzu sind Bekenntnis und Buße, und der Betreffende hat das entsprechende Verhalten aufzugeben. Vergebung von Sünden erfordert zuvor Buße. Und im Blut Jesu bekommt ein Mensch Vergebung der Sünden. Aber dieses Blut des Christus muss der Mensch in Anspruch nehmen. Denn ohne Blut gibt es keine Vergebung.

Als Jesus die zwölf Jünger aussendete, erhielten diese Vollmacht, Mk 6:7-13. Und dort teilt der Vers 13 mit: “und trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.” Diese Tätigkeit der zwölf Jünger darf nicht mit den Aufgaben von Ältesten vermischt werden. In manchen Christenkreisen wird dies jedoch getan, ohne die entsprechende Heilszeit zu beachten. Die Aussendung der zwölf Jünger geschah vor Ausgießung des Heiligen Geistes der Sohnschaft und gehört von der Heilszeit her gesehen noch zum Alten Bund. Die Aufgaben der Ältesten wurden gegeben nach Ausgießung des Heiligen Geistes der Sohnschaft und gehören zur Gnadenzeit. Älteste, die sich mit einem erkrankten Christen in einer solchen Situation befinden, sollen einander die Übertretungen bekennen und füreinander beten, teilt Gottes Wort im Vers 16 weiter mit. “Bekennt einander die Übertretungen” steht immer noch in Bezug zu den vorausgegangenen Handlungen. Jedoch gibt es Christenkreise, die der Auffassung sind, dass diese Aufforderung allen Christen gilt. Auch darf hier an die Praxis der Beichte in der römisch-katholischen Kirche gedacht werden. Gottes Wort gibt dem Christen den Hinweis auf das Gebet in der Gemeinschaft und auf das Gebet im "Kämmerlein".

Die Schrift fordert den Christen als erstes auf, die Sünden vor Gott zu bekennen, z.B. 1. Joh 1:9, und Gott ist es dann der die Sünden vergibt. Jakobus teilt eine Sondersituation mit, in der sich Älteste bei einem erkrankten Christen aufhalten und dort ihren Aufgaben nachkommen. Dies darf nicht ohne weiteres auf jede Versammlung von Christen übertragen werden. Die Ältesten haben dann nach einem solchen Bekennen die Anweisung, füreinander zu beten. Dieses “füreinander zu beten” ist sehr wichtig. Warum ist dieses Beten füreinander wichtig? Die Antwort hierauf wird unmittelbar gegeben. Sie lautet: “Damit ihr geheilt werdet!” Manche Bibeln übersetzen mit “dass ihr gerettet werdet”. Zu beachten ist hier die Formulierung, dass "ihr geheilt werdet." Hiermit sind alle gemeint, der erkrankte Christ und die Ältesten. Das Wort "ihr" bedeutet Mehrzahl. Ein Mensch, der Buße getan hat und sich zum Herrn Jesus Christus bekehrte, ist zunächst gerettet. Allerdings ist ein Christ noch nicht am Ziel. Und auf dem schmalen Weg zum Ziel, vom Kreuz zur Krone, hat ein Christ mit Bedrängnissen zu tun. Und diese sind zu überwinden. Als Helfer und Beistand steht ihm der Heilige Geist bei. Und wenn ein Christ den Heiligen Geist nicht dämpft oder betrübt, fest im Herrn bleibt, dann bringt auch der Herr ihn heim ins Vaterhaus. Und dort ist für den Christen ewige Errettung. In diesem Sinne sollte ein Christ das “geheilt” oder das “gerettet werden” verstehen.

“Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist.” Sündenbekenntnis im Gebet zu Gott vor Zeugen hat eine große Bedeutung. Was jedoch ein Christ beachten sollte, ist die entsprechende Situation und um welche Zeugen es sich handelt. Denn es geht auch in einem solchen Gebet um Verantwortung. Nicht der fleischliche Wille darf das Gebet bestimmen, sondern die Hingabe und die Liebe zum Herrn. Das Gebet eines Gerechten kann nicht vom Gebet des Glaubens getrennt werden. Das Gebet eines Gerechten ist inbrünstig und von der Liebe zu Gott und von der Liebe des himmlischen Vaters zu seinem Kind erfüllt. Nicht verunreinigt von Sünden und Schuld wird das Gebet vorgebracht. Sünde und Schuld sind durch das Blut Jesu Christi gereinigt und bezahlt. Und somit wird ein solcher Beter als Gerechter bezeichnet. Und das Gebet eines solchen Gerechten vermag sehr viel, denn es ist ernstlich.

Jakobus nennt nun hierzu ein Beispiel aus dem Alten Bund. Er verweist auf den Propheten Elia. Elia wird den Christen als ein ähnlicher Mensch beschrieben. Dieser Prophet hatte in einer speziellen Situation inständig gebetet. Und weil dieser Prophet so betete, können Christen ebenso beten, wie er es tat. Die Angehörigen seines Volkes hatten sich von Gott abgewendet und damit schwer gesündigt. Und durch die Sünde waren sie geknechtet. Der Prophet Elia, der durch diese Sünde nicht geknechtet wurde, war jedoch bereit, mit dem Volk zu leiden, wenn dies sie zur Buße veranlassen und sie sich wieder nach dem Gott Israels ausrichten würden. So betete der Prophet, dass kein Regen kommen sollte. Als die Buße sichtbar wurde, betete der Prophet erneut. Gottes Wort teilt mit, dass daraufhin der Gott Israels den Regen gab. In diesem letzten Abschnitt von Kapitel 5 werden wichtige Hinweise gegeben. Zurzeit Elias irrte das Volk Israel vom lebendigen Gott ab. Und der lebendige Gott ist die Wahrheit. Mit anderen Worten ausgesprochen, Israel irrte vom lebendigen Gott ab und somit irrten sie auch von der Wahrheit ab. Und obwohl dies so war, betete Elia. Aber er betete nicht nur, sondern er stellte auch Fragen an das Volk. “Wie lange wollt ihr auf beiden Seiten hinken? Ist der Herr Gott, so folgt ihm nach, ist es aber Baal, so folgt ihm!” 1.Kö 18:21.

Ein Herzensanliegen von Jakobus ist es auch, dass die Christen liebevoll miteinander umgehen. Deshalb erfolgt die weitere Anrede an die Christen mit dem Wort "Brüder", Vers 19. Denn sie sollen wissen, dass es möglich ist, dass auch ein wahrer Gläubiger von der Wahrheit abirren kann. Geschieht so etwas, so gibt es für einen Bruder, der in der Wahrheit ist, eine Aufgabe. Seine Aufgabe ist es, den auf dem Irrweg befindlichen Glaubensbruder oder die Glaubens-schwester zur Umkehr zu führen. Zuvor hatte Jakobus auf den Propheten Elia hingewiesen. Wie soll dies nun geschehen? Die Bibel lässt hier an dieser Stelle eine Vorgehensweise offen. Jedoch werden von der Schrift an anderen Stellen Hinweise gegeben. Der erkannte Irrweg ist vom Wort Gottes her anzusprechen und den abirrenden Gläubigen darauf aufmerksam zu machen, was Gottes Wort ihm mitteilt. Hierbei sollte dies in der Geschwisterliebe geschehen, jedoch ohne Kompromisse einzugehen. Das Gebet darf bei einer solchen Aufgabe nicht vergessen werden, und es muss ernstlich sein. So wie es auch Elia getan hatte.

Kommt ein abgeirrter Bruder oder Schwester zur Umkehr, so soll der Bruder, der ihn geführt hat, wissen, dass er eine Seele vom Tod errettet hat und eine Menge Sünden zugedeckt wird. Hier darf es nicht zur Auffassung kommen, als ob der Bruder der Erretter sei. Der Bruder hat geführt, aber er ist nicht der Erretter. Erretter ist nur der Herr Jesus Christus. Der Bruder ist einer Aufgabe nachgekommen und war somit Werkzeug. Gerettet hat jedoch der Herr. An die Christen in Rom teilt Gottes Wort mit: “der Lohn der Sünde ist der Tod”, Röm. 6:23. Und vor diesem Tod wird ein Christ, der von der Wahrheit abgeirrt ist, vom Herrn gerettet, wenn er umkehrt. Mit einer Menge Sünden zudecken heißt, dass der abgeirrte Gläubige Buße getan und Vergebung erfahren hat. Der Herr ist es, der Sünden zudeckt, nicht der Gläubige, der geführt hat. Vers 19 und 20 zeigen auf, dass auch wahre Christen abirren können, und wenn sie nicht zur Umkehr finden, nicht errettet werden. Sie kommen nicht ans Ziel. Ein Christ, der in Christus bleibt, braucht keine Angst zu haben, was die Rettung angeht. Und ein Christ, der von der Wahrheit abgeirrt ist und danach zur Umkehr kam, darf auch wissen, dass seine Seele vom Tod errettet ist. Wenn jedoch ein solcher Christ nicht zur Umkehr kommt, so wird seine Seele verloren gehen. Gottes Wort lässt diesbezüglich einen Christen nicht im Unklaren.

 

Helmut Krcal, Bibelhauskreis Zotzenbach, Odw.