Mt. 3:11, 15-17; Joh. 4:1-3, Röm. 6:3

Im Neuen Testament werden den Christen mehrere Taufen mitgeteilt. Und diese Taufen haben jeweils eine unterschiedliche Bedeutung. Hierbei handelt es sich um mehrere Arten der Wassertaufe und einmal um die Geistestaufe. Bei den Wassertaufen geht es um die Taufe auf Mose, auf die Taufe des Johannes, die Taufe Jesus, um die Taufe auf Jesus vor der Kreuzigung, um die Taufe auf den Namen Jesus nach Ausgießung des Heiligen Geistes und um die Taufe auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Johannes der Täufer trat in der Öffentlichkeit auf und predigte den Menschen, dass sie Buße tun sollen, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen, Mt. 3:1-12. Unter anderem teilte er auch den Menschen mit:

Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, so dass ich nicht würdig bin, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit Heiligen Geist und Feuer taufen, Mt. 3:11.

 

Johannes taufte zur Buße. Diejenigen, die bereit waren, ihre Sünden zu bekennen, wurden von Johannes im Jordan getauft. Somit wurde durch diese Bußtaufe ihre bisherige Stellung auf der Erde geändert und sie erkannten an, dass Gottes Urteil in Bezug auf sie recht war und sie daher einen Erlöser brauchen. Die Menschen, die sich von Johannes haben taufen lassen, hatten sich als Sünder erkannt und bekannten auch ihre Sünden. Diese Bußtaufe erfolgte auf die kommende Sündenvergebung, wenn das Erlösungswerk erfüllt ist. Und auf dieses Ereignis hatte bereits der Prophet Jeremia prophetisch hingewiesen, Jer. 31:31-34.

 

Die Wassertaufe des Johannes war eine Bußtaufe, zur einer kommenden Vergebung der Sünden, Mt 3:2; Mk. 1:4; Lk 3:3. Wer sie in Anspruch nahm, brachte zum Ausdruck, dass er ein Sünder ist und Sündenvergebung durch Gott benötigt. Mit anderen Worten zum Ausdruck gebracht, der Täufling bekam dadurch eine "Gutschrift", die eingelöst wurde, als das Erlösungswerk erfüllt war (Kreuzigung, Auferstehung, Himmelfahrt, Ausgießung des Heiligen Geistes). Johannes der Täufer hatte bei der Durchführung der Bußtaufe immer auf den kommenden Herrn hingewiesen, Mt. 3:11; Mk. 1:7; Lk. 3:16; Joh. 1:27; Apg. 13:25; 19:4.

Die von Johannes dem Täufer getauften Menschen nannten diese Taufe jedoch auch "Taufe auf den Johannes", Apg. 19:3. Sie nannten also eine Person, in diesem Fall den Johannes. Als Israel aus Ägyptenland zog, waren sie unter der Wolke und durch das Meer hindurchgegangen. Und Paulus greift diesen Vorgang in seinem Brief an die Christen in Korinth auf und teilt ihnen mit:

Sie wurden auch alle auf Mose getauft in der Wolke und im Meer, 1.Kor 10:1,2.

 

 Auch bei dieser Taufe wird ein Name genannt, der Name Mose. Nach Ausgießung des Heiligen Geistes werden die Täuflinge auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft, Mt. 28:19, wobei zu Beginn der Gemeindezeit, während der Zeit der Apostel, auch auf den Namen des Herrn Jesus als Heiland und Herrn getauft wurde, Apg 2:38; 10:48. In diesen Fällen geht es um Sondersituationen mit den gläubig gewordenen Juden und gottesfürchtigen Heiden, wobei der Name Jesus Christus den Vater und den Heiligen Geist miteinschließt. Denn nur im Namen Jesus Christus gibt es die alleinige Errettung, Apg. 4:12.

Johannes der Täufer spricht in Bezug auf Jesus Christus davon, dass dieser mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen wird. Bei diesem Hinweis sollte man an Errettung und Gericht denken. Der Mensch, der sich als Sünder erkennt und das Erlösungswerk von Jesus für sich persönlich in Anspruch nimmt, wird vom Heiligen Geist in den Leib Jesu getauft und versiegelt, Apg. 11:16; 1.Kor 12:13; Eph 4:4 , 2.Kor 1:22; Eph. 1:13. Jesus Christus nennt dies im Gespräch mit dem Gesetzeslehrer Nikodemus von neuem geboren, Joh. 3:1-13. Der Mensch, der in seinem irdischen Leben diese Entscheidung nicht trifft und somit zur Errettung nein sagt, kommt, nachdem die Bücher vor dem weißen Thron geöffnet wurden und sein Name nicht im Buch des Lebens steht, in den Feuersee, Offb. 20:11-15. Dies ist die Taufe mit Feuer. Jedoch gibt es Christenkreise, die zu dieser Aussage des Johannes des Täufers eine andere Auffassung haben.

 

Jesus aus Nazareth, geb. in Bethlehem, ist wirklicher Mensch und wahrer Gott. Wahrer Gott von Ewigkeit, wie der Vater und der Heilige Geist. Übrigens hat Jesus Christus, als er hier auf der Erde wirkte seine Gottheit nicht aufgegeben. Worauf er jedoch verzichtete, war seine Macht, die er als Gott hatte. Johannes der Täufer war seinem göttlichen Auftrag nachgekommen und verkündigte den Menschen, dass sie Buße tun sollen, denn das Reich der Himmel ist nahe herbei gekommen. Und als er sich am Jordan aufhielt, kam Jesus aus Galiläa zu ihm, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes wehrte sich zunächst gegen dieses Anliegen. Denn er wusste, dass dieser Jesus ohne Sünde in diese Welt gekommen ist und ohne Sünde ist. Von daher war die Wassertaufe zur Buße nicht angebracht. Aber Jesus bestand jedoch auf die Wassertaufe, allerdings nicht, um Buße zu tun, sondern um alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Es geht also bei dieser Wassertaufe nicht um Buße, sondern um Gerechtigkeit, Mt. 3:15.

Was ist nun hier mit Gerechtigkeit gemeint?

Diese Gerechtigkeit umfasst mehrere Aspekte. Zunächst geht es bei dieser Wassertaufe des Herrn Jesus darum, das Gesetz Gottes zu erfüllen. Das, was Gott durch die Propheten hatte verkündigen lassen. Ein weiterer Aspekt ist dieser, dass nun der Sohn Gottes, der von Ewigkeit her die gleiche Stellung hat wie der Vater und der Heilige Geist, öffentlich mit dieser Taufe zum Ausdruck bringt, dass er sich dem Vater als Haupt unterordnet. Weiter gibt der Sohn Gottes mit dieser Taufe auch zu verstehen, dass er bereit ist, im Gehorsam die Sünden der Menschen zu tragen, den Leidensweg zu gehen und am Kreuz sich als Opfer zu geben. Obwohl der Sohn Gottes sündlos war, stellt er sich auch mit dieser Taufe in die Reihe der sündigen Menschen und zeigt somit Solidarität mit den schuldigen Menschen, die auf Gerechtigkeit hofften oder die sich nach Gerechtigkeit und Vergebung ausstreckten. Johannes der Täufer verweist dann auch später auf das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt auf sich nimmt, Joh. 1:29, 36.

 

Die Wassertaufe bei Jesus ist keine Bußtaufe, sondern die Taufe, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Weiterhin ist die Wassertaufe bei Jesus auch nicht seine Salbung, sondern der Schritt zur Salbung. Die Salbung Jesu wiederum ist die sofortige Folge der Wassertaufe beim Herrn. Nach der Wassertaufe kommt unmittelbar danach der Heilige Geist auf den Sohn Gottes.

Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser, und siehe, da öffnete sich ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen, Mt 3:16.

 

Wie eine Taube wird mitgeteilt und nicht als eine Taube. Die Bibel gebraucht hier ein Bild zum Verstehen. Denn der Heilige Geist ist keine Taube. Das Kommen des Heiligen Geistes auf Jesus ist die Salbung. Und diese Salbung sollten auch alle diejenigen Menschen erhalten, die an den Herrn Jesus glauben, Joh. 7:39; 1.Joh 2:20, 27. Mit dieser Salbung erfüllte sich ein prophetisches Wort, dass der Prophet Jesaja über den kommenden Messias ausgesprochen hatte.

Der Geist des Herrn, des Herrschers, ist auf mir, weil mich der Herr gesalbt hat, den Armen Botschaft zu verkündigen, Jes. 61:1-3.

 

Die Salbung beim Herrn Jesus bedeutete die Befähigung zum Dienst. Bei diesem Ereignis am Jordan sollte man jedoch nicht zur Auffassung kommen, als ob zuvor der Heilige Geist nicht beim Herrn gewesen sei. Der dreieinige Gott ist ein Gott. Wo einer ist, sind auch die beiden anderen. Bei diesem Ereignis am Jordan geht es um Erfüllung von Prophetie und um Öffentlichkeit. Es geht um das Sehen mit dem irdischen Auge und um das Hören mit den irdischen Ohren. Und Johannes der Täufer ist diese Öffentlichkeit. Und daher konnte Johannes bei seinem weiteren Auftreten in der Öffentlichkeit bezeugen, dass er sah, wie der Geist auf Jesus kam und bei diesem blieb, Joh. 1:32-34.

Weiter bedeutete die Salbung beim Herrn Jesus auch Bestätigung durch den Vater. Nachdem der Geist auf Jesus war, spricht der Vater vom Himmel. Und dieses Sprechen ist an Johannes den Täufer gerichtet, somit an die Öffentlichkeit. Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! Die Aussage des Vaters, gerichtet an die Öffentlichkeit, stärkt jedoch auch den Sohn. Er hört die Liebeserklärung des Vaters. Denn danach wird der Sohn vom Geist in die Wüste geführt, wo Satan ihn versucht. Die Bestätigung und Liebeserklärung Gottes an seinen Sohn war ebenfalls von dem Propheten Jesaja lange Zeit zuvor verkündigt worden.

 

Siehe,das ist mein Knecht (der Messias), den ich erhalte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt; er wird das Recht zu den Heiden hinaustragen, Jes. 42:1.

Nachdem sich der Sohn Gottes, Jesus aus Nazareth, geb. in Bethlehem, im Jordan von Johannes dem Täufer hatte taufen lassen, um die vom Gesetz alle geforderte Gerechtigkeit zu erfüllen und sich aber auch mit den Menschen, die sich zur Buße hatten taufen lassen, gleichzustellen und des Weiteren  mit dieser Taufe sichtbar zum Ausdruck brachte, dass er sich dem Vater unterordnet, kam der Geist Gottes auf ihn wie eine Taube und salbte ihn zum öffentlichen Dienst als Prophet, Priester und König. Somit erfüllte sich göttliche Prophetie, welche die Propheten dem Volk Israel angekündigt hatten.

Prophet= Jes. 61:1; 11:2; Lk. 4:17-21; Apg. 10:38;

Priester= Ps. 110; Sach. 6:13; Hebr. 5:5-10;

König= Ps. 2:2,6,7; 45:7; Apg. 2:36; 4:26,27; 13:33; Hebr. 1:9 iVm 1:13;

 

Das hebräische Wort Messias heißt auf griechisch Christus und auf deutsch Gesalbter. Dieses Wort ist jedoch nicht der Name für den Sohn Gottes, sondern der Titel. Der Name vom Sohn Gottes lautet Jesus. Und Messias/Christus/Gesalbter ist der Titel für den Sohn Gottes. Und nachdem die Salbung erfolgt war, kann der Sohn Gottes mit diesem Titel in der Öffentlichkeit auftreten.

 

Nach Beginn seines Wirkens in Galiläa verkündigte Jesus in der Synagoge von Nazareth, dass der Geist des Herrn auf ihm ist. Jesus teilt hier den Menschen seine Salbung mit, Lk. 4:17-21. Dies verkündigte später auch der Apostel Simon Petrus im Haus des Kornelius. Dort teilte er mit, wie Gott Jesus von Nazareth mit Heiligem Geist und Kraft gesalbt hat, Apg. 10:38. Als zuvor die Apostel Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat gestanden und danach freigelassen wurden, beteten die Gläubigen. Und in diesem Gebet, in dem der Sohn Gottes heiliger Knecht Jesu genannt wird, sprachen sie, dass Gott diesen Knecht Jesu gesalbt hat, Apg. 4:26-28. Und wahre Christen erhalten ebenfalls diese Salbung, 1.Joh 2:20,27. Die Wassertaufe Jesu war ein Schritt zur Salbung. Und diese Wassertaufe war wiederum  eine Voraussetzung auf die  eigentliche Taufe vom Herrn. Und auf diese kommende Taufe verweist Jesus mehrmals. Die Mutter der Söhne des Zebedäus kam mit einer Bitte auf den Herrn zu. Ein Sohn sollte zur Rechten und der andere Sohn zur Linken im Reich des Herrn sitzen. Und Jesus antwortete ihr. Wörtlich:

 Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet! Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke und getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde? Mt 20:22.

 

In einer anderen Situation ermahnt Jesus Christus die Jünger. Er ermahnt sie zur Wachsamkeit und teilt ihnen mit, dass das Bekennen zu ihm, zu Christus, Trennung bringt. Und hierbei spricht er:

Aber ich muss mich taufen lassen mit einer Taufe, und wie drängt es mich, bis sie vollbracht ist, Lk. 12:50.

In beiden Fällen spricht Jesus nicht von seiner Wassertaufe, die bereits geschehen war, sondern von seiner eigentlichen Taufe. Er verweist auf seine kommende Taufe. Und diese kommende Taufe ist die eigentliche Taufe Jesu. Und diese Taufe war sein Tod am Kreuz von Golgatha und seine Auferstehung.

 

Der Apostel Paulus begegnet den Jüngern von Johannes dem Täufer in Ephesus. Und im Gespräch mit ihnen fragte er sie, worauf sie oder auf was sie getauft seien. Ihre Antwort auf diese Frage war, dass sie auf die Taufe Johannes getauft sind, Apg. 19:3. Nach dem Auszug aus Ägyptenland wurden die Israeliten in der Wolke und in dem Meer auf Mose getauft, 1.Kor 10:2. Hieraus ist erkennbar, dass die Taufe auf etwas geschieht. Auf eine Sache oder auf eine Person. Und dies sollte beachtet werden, wenn es um die Taufe geht, welche die Jünger Jesu durchführten. Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist in dieser Welt und verkündigte das Evangelium. Zwölf Männer werden von ihm erwählt, die dann Apostel genannt werden. Zuvor hatte der Herr sich der Taufe durch Johannes unterzogen. Die Gründe hierfür wurden bereits erwähnt. Johannes taufte zur Buße und auf den Kommenden, auf den, der nach ihm käme. Die Taufe, welche die auserwählten Jünger von Jesus durchführten geschah auf den Messias, der bereits in der Mitte seines irdischen Volkes war und wirkte. Das Wort Buße wird bei dieser Wassertaufe nicht genannt. Johannes taufte zur Buße und das wird vom Herrn Jesus nicht gesagt. Vielmehr teilt Gottes Wort mit, dass Jesus mehr Jünger mache und taufe als Johannes. Wörtlich:

Als nun der Herr erfuhr, dass die Pharisäer gehört hatten, dass Jesus mehr Jünger mache und taufe als Johannes, obwohl Jesus selbst nicht taufte, sondern seine Jünger, da verließ er Judäa und zog wieder nach Galiläa, Joh. 4:1,2.

 

Jedoch hat Jesus zu Beginn seiner öffentlichen Tätigkeit den Menschen zugerufen Buße zu tun, Mt 4:17. Und dies wird von ihm immer wieder den Menschen zugerufen. Daher war auch Buße erforderlich für die Menschen, die sich auf Jesus taufen ließen. Der Herr Jesus wirkte auf dieser Erde und hierbei tauften die Jünger des Herrn solche Menschen, die sich zu Jesus aus Nazareth als dem von Gott gesandten Messias bekannten. Menschen trafen eine Entscheidung und durch die Wassertaufe machten sie diese Entscheidung auch sichtbar. Sie waren nun Jünger des Messias. Denn mit der Taufe ist auch die Jüngerschaft verbunden. Wer sich auf jemand taufen lässt, wird dessen Jünger oder Nachfolger. Jüngerschaft darf jedoch nicht gleichgesetzt werden mit dem Ereignis "von neuem geboren". Jüngerschaft ist Bekenntnis. Dieses Bekenntnis kann echt sein, aber es kann auch nur ein äußeres Bekenntnis sein. Die zwölf Apostel wurden erwählt. Sie wurden durch die Erwählung somit Jünger Jesu. Von neuem geboren waren sie jedoch noch nicht. Dies erfolgte, als der Heilige Geist in Jerusalem auf sie kam. Die Bibel teilt nicht mit, dass die zwölf Apostel auf Christus getauft worden sind. Dies war nicht erforderlich, denn sie bildeten durch ihre Berufung selbst den Kern der Jüngerschaft. Aber sie sollten nun Menschen, die sich zum Messias bekannten, in diesen Bereich einlassen und zwar durch die Taufe. Die Schrift gibt jedoch Hinweise, dass die erwählten Jünger wohl auf die Taufe des Johannes getauft waren.

 

Das Wasser der Taufe ist eigentlich ein Symbol des Todes. Der Täufling geht in das Wasser, er geht symbolisch in den Tod. Der Tod ist Strafe für geschehene Sünde. Die christliche Wassertaufe, und diese beginnt nach Ausgießung des Heiligen Geistes in Jerusalem, ist eine Taufe auf den Tod Christi, ein Begraben mit ihm durch die Taufe in den Tod, Röm. 6:3-4. Jesus Christus, der Sohn Gottes, blieb jedoch nicht im Tode. In der Kraft des Heiligen Geistes wurde er vom Vater erweckt, Röm. 1:4. Auch der Täufling bleibt nicht im Wasser des Todes. Er kommt wieder herauf. Und hier darf der Gläubige an die Auferstehung des Sohnes Gottes denken, an den Herrn Jesus Christus. Aber dies ist der zweite Aspekt der Wassertaufe. Der erste Schritt der Taufe bedeutet Tod. Christen sind der Sünde gestorben. Sünde ist eine Beschreibung. Eine Beschreibung des Zustandes. In diesem Zustand war jeder Christ vor seiner Bekehrung. Und diesen Zustand hat der Christ durch den Tod ein für alle Mal verlassen. Der Tod Jesu Christi ist auch der Tod jedes wahren Gläubigen. Zu beachten ist jedoch hierbei, dass die Sünde im Gläubigen nicht tot ist, sondern Gläubige sollen sich für die Sünde tot halten.

 

Nun ist die christliche Wassertaufe nicht die Geistestaufe. Mit der Wassertaufe wird ein Mensch nicht Christ, sondern er ist bereits vor der Wassertaufe durch die Geistestaufe ein Kind des himmlischen Vaters geworden. Ein Mensch erkennt sich als ein verlorener Sünder auf einem falschen Weg vor dem lebendigen Gott. Geschieht nun Buße im Leben eines solchen Menschen, handelt der Heilige Geist bei ihm. Buße ist eine Forderung des lebendigen Gottes an den Menschen. Das mit dem altdeutschen Wort Buße übersetzte griechische Wort hat zwei wichtige Inhalte. Einmal, dass es dem einzelnen Menschen bewusst wird, dass er sich auf einem falschen Weg befindet und daher umkehren muß, wobei er sein Herz und seinen Denksinn nach dem lebendigen Gott ausrichten möchte.

 

Des Weiteren, dass er den Sohn Gottes, den Herrn Jesus Christus, als Erlöser und Herr in sein Herz einlässt und dessen Erlösungswerk am Kreuz von Golgatha persönlich in Anspruch nimmt. Ist diese Entscheidung im Leben eines Menschen geschehen, wird ein solcher Mensch vom Heiligen Geist in den Leib des Christus hineingetauft und versiegelt mit dem Heiligen Geist, 1. Kor 12:13, Eph. 1:13. Jetzt kann der errettete Sünder durch den Empfang des Heiligen Geistes der Sohnschaft rufen, Abba, Vater! Röm. 8:15, Gal. 4:6.

 

Ein Mensch, von neuem geboren, hat Sündenvergebung erfahren und gehört zur kleinen Herde des Herrn Jesus Christus, Joh. 3; 1-13; Lk. 12:32. Und große Freude ist im Himmel über diesen Sünder, der Buße getan hat, Lk. 15:7. Ein Vorgang, der im Denksinn und im Herzen eines Menschen geschehen ist und von der unsichtbaren Welt wahrgenommen wurde. Die Stellung eines solchen Menschen ist nun im Himmel eine andere geworden. Von der sichtbaren Welt wird jedoch ein solches Ereignis nicht wahrgenommen. Der von neuem geborene Mensch hat weiterhin noch die gleiche Stellung in dieser sichtbaren Welt. Jedoch möchte Jesus Christus, dass die Menschen, die ihm nachfolgen, auch ihre Stellung auf der Erde ändern. Und dies geschieht durch die  Wassertaufe. Der Täufling kommt als überführter und erretteter Sünder zum Wasser der Taufe. Er kommt durch diese Glaubens- und Gehorsamstaufe in eine neue Stellung auf der Erde.

Vor der Himmelfahrt des Herrn Jesus Christus spricht der Herr zu den Jüngern:

Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden, Mk. 16:16.

 

Um nicht gerettet zu werden, genügt es, nicht zu glauben. Nach Ausgießung des Heiligen Geistes der Sohnschaft schreibt der Apostel Paulus an die Christen:

So kommen wir zum Schluss, dass der Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes, Röm. 3:28; Gal 2:16.

Weiter schreibt Paulus unter der Führung des Heiligen Geistes:

Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden, und mit dem Mund bekennt man, um gerettet zu werden, Röm. 10:9,10.

Dies steht nicht im Widerspruch zu Mk. 16:16.

 

Der wahre Glaube an Jesus Christus rettet und die Wassertaufe hat wiederum mit der Stellung auf der Erde zu tun und weniger mit der Stellung im Himmel. Und diese neue Stellung auf der Erde rettet ebenfalls. Sie rettet aus dieser Welt. Sie bewirkt einen Stellungswechsel. Durch die Wassertaufe gehört der Christ nun nicht mehr zu dieser Welt. Er ist noch in dieser Welt, aber durch seine neue Stellung gehört er nun nicht mehr zu dieser Welt, Joh. 15:19, 17:14. Er ist aus dieser Welt errettet, auch wenn er noch in dieser Welt lebt. Die Wassertaufe ist ein Zeichen für die sichtbare Welt. Wer glaubt und getauft wird, sondert sich dadurch von der Welt ab. Mit der Wassertaufe macht der Täufling seine Nachfolge sichtbar. Sein christliches Bekenntnis wird nun von der Öffentlichkeit wahrgenommen. Er bekennt sich öffentlich zum gekreuzigten Christus und ist von der Welt getrennt.

 

Über den Tatbestand "Gefahr für den Täufling" wird zumindest in Europa und Nord- und Südamerika kaum gesprochen. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass in den demokratischen Staaten Religionsfreiheit besteht und es im Großen und Ganzen noch nicht in diesen Staaten zu gewalttätigen Verfolgungen gegenüber den Christen gekommen ist. Zu Beginn der Gemeindezeit, aber auch danach, war dies in vielen Fällen nicht so. Und auch heute gibt es in vielen Staaten, besonders in islamischen und diktatorischen Ländern, entsprechende Verfolgung. Durch die Wassertaufe wird nun einmal die Entscheidung eines Menschen, ein Christ zu sein, den ungläubigen Menschen sichtbar gemacht. Und dies hatte und hat auch heute in bestimmten Ländern noch Folgen für den Christen. Gefängnisstrafen oder sogar der irdische Tod sind da für den getauften Christen keine Ausnahme. 

 

Wenn man die Aussagen des Neuen Testamentes über die christliche Taufe zusammenfasst, ergibt sich der Hinweis, dass vor der Wassertaufe die Geistestaufe erfolgt. Ein Mensch erkennt sich als Sünder, tut Buße und glaubt an den Herrn Jesus Christus. Dieser Glaube beinhaltet, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist, der am Kreuz von Golgatha sein kostbares Blut und Leben gegeben hat, damit Sünder gerettet werden. Und dieses  Erlösungswerk des Sohnes Gottes wird persönlich in Anspruch genommen. Ist dies im Leben eines Menschen geschehen, wirkt der Heilige Geist. Sünde und Schuld sind vergeben und der von neuem geborene Mensch wird in den Leib Christi hineingetaucht und versiegelt. Von neuem geboren erfolgt nun von dem Menschen, der jetzt ein Kind des himmlischen Vaters ist, der zweite Schritt. Und dieser zweite Schritt ist die Wassertaufe, die auch als Gehorsams- und Glaubenstaufe bezeichnet wird. Gottes Wort lehrt also erst Glaube, dann Wassertaufe. Die Säuglings- und Kleinkindertaufe kennt die Bibel nicht. Die Praxis dieser Taufe besteht seit etwa 1800 Jahren.

 

In den ersten beiden Jahrhunderten nach Christus war die Säuglings-sterblichkeit sehr hoch. Christen, besonders Christen aus den Heiden, hatten Angst oder die Befürchtung, wenn ein Säugling oder ein Kleinkind stirbt und dieses nicht getauft war, dass dieses nicht beim Herrn Jesus Christus sein wird. So fing man an, bei Säuglingen und Kleinkindern, die krank waren und in absehbarer Zeit sterben könnten, diese zu taufen. Nach einer gewissen Zeit fing man auch an, gesunde Säuglinge und Kleinkinder zu taufen. Denn diese Art der Taufe war bequem und sehr praktisch. Und diese Taufart wurde etwa vor 1600 Jahren von der bestehenden Kirche in Rom übernommen und wird bis heute in dieser und in anderen Kirchen auch durchgeführt.

In Korinth hatten Menschen Buße getan und sich zum Herrn Jesus Christus bekehrt. Nach einer gewissen Zeit kam unter den dortigen Christen eine Diskussion über die Auferstehung der Toten auf. Und die Gruppe derjenigen Christen, die behaupteten, dass es keine Auferstehung der Toten gebe, brachten viel Unruhe in die Gemeinde, 1.Kor 15:12-14. Der Apostel Paulus, geführt vom Heiligen Geist, durfte diese Gefahr für die neutestamentliche Gemeinde erkennen und gab zu diesem Thema die richtigen Hinweise, 1.Kor 15:12-34. Hierbei wird im Vers 24 folgendes mitgeteilt:

Was würden sonst die tun, die sich für die Toten taufen lassen, wenn die Toten gar nicht auferweckt werden? Weshalb lassen sie sich denn für die Toten taufen?

Für manche Christen ist diese Aussage schwer zu verstehen. Andere Christen wiederum denken, dass sich damals lebende Christen für verstorbene Menschen, die keine Christen waren, haben taufen lassen, damit diese noch gerettet werden. Wäre dies so gewesen, so hätte Paulus  mit der Schärfe des Schwertes geantwortet. Gottes Wort teilt im Brief an die Hebräer mit:

Und so gewiß es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, Hebr. 9:27.

 

Bei den Toten geht es um verstorbene Christen, die auch getauft waren. Wenn es nun keine Auferstehung gibt, dann war die Taufe dieser Christen sinnlos. Mit anderen Worten sinngemäß: Wenn ihr Christen, die ihr noch lebt, aber an keine Auferstehung glaubt, aber die Taufe in Anspruch nehmt, dann ist diese Taufhandlung ohne Bedeutung. Warum lasst ihr euch so taufen, wie die Toten. Und bei diesen Toten geht es um die entschlafenen Christen, die getauft waren.

Hierzu die Verse 17, 18 und 29 im Zusammenhang:

 

Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; dann sind auch die in Christus Entschlafenen verloren. Was würden sonst die tun, die sich für die Toten taufen lassen, wenn die Toten gar nicht auferweckt werden? Weshalb lassen sie sich denn für die Toten taufen?

Nun die Verse 19 und 30 bis 32, ebenfalls im Zusammenhang:

 

Wenn wir nur in diesem Leben auf Christus hoffen, so sind wir die elendesten unter allen Menschen! Und warum begeben auch wir uns stündlich in Gefahr? So wahr ihr mein Ruhm seid, den ich habe in Christus Jesus, unserem Herrn: Ich sterbe täglich! Wenn ich als Mensch in Ephesus mit wilden Tieren gekämpft habe (Apg. 19:23-41), was nützt es mir, wenn die Toten nicht auferweckt werden? - Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!

 

Für die Toten getauft werden bedeutet einfach, dass nun andere Christen an die Stelle derer traten, die inzwischen entschlafen waren. Und sie traten an die Stelle der verstorbenen Glaubensgeschwister durch die Taufe. Sie wurden wie die verstorbenen Christen getauft. Ohne Zweifel ist die Aussage "für die Toten getauft werden" nicht ganz einfach zu verstehen. Aber wenn man den Zusammenhang beachtet, wird die Schwierigkeit aufgehoben. Nichts Mystisches oder Okkultes liegt in den Worten "für die Toten getauft werden."

 

 

 

Helmut KRCAL, Bibelhauskreis Zotzenbach im Odw.