Für einen wahren Christen gibt es keinen Zweifel, dass die Bibel Gottes Wort ist. Jedoch ist nicht alles, was die Bibel mitteilt, das Sprechen Gottes. Wenn zum Beispiel im Buch Hiob Satan mit den Gottessöhnen vor Gott tritt und dieser auf die Frage Gottes antwortet, so ist seine Antwort nicht das Sprechen Gottes. Ebenso war dies der Fall, als Satan den Sohn Gottes in der Wüste ansprach. Seine Worte waren nicht Worte des Allmächtigen Gottes. Satan, der Feind Gottes, sprach den Sohn Gottes an und versuchte ihn. Aber auch wenn Könige miteinander sprachen oder diese den Propheten Antworten gaben, waren ihre Worte  kein Sprechen Gottes. Jedoch berichtet die Bibel, dass Gott auch durch Heiden sprach. Ein Beispiel hierzu ist 2. Chronik, Kapitel 35, Verse 21 u. 22. Dort wird berichtet wie Gott durch den Mund des Pharao Necho zum König Josia sprach. Ein Prophet wiederum war ein Sprachrohr des Heiligen Geistes und seine Worte waren daher ein Sprechen Gottes. Nach Ausgießung des Heiligen Geistes der Sohnschaft wurden die Apostel zu neutestamentlichen Propheten. Sie waren Sprachrohr des Heiligen Geistes und erhielten somit direkt vom Herrn die Botschaften. Ihre Verkündigungen sind daher ebenfalls ein Sprechen Gottes. Der lebendige Gott wollte jedoch, dass die Gläubigen auch die von Satan ausgesprochenen Worte und die Worte der Menschen erfahren, so dass heilige Männer, unter der Führung des Heiligen Geistes, diese niederschreiben konnten. Und somit sind auch diese Mitteilungen der Bibel Gottes Wort. Christen haben daher vom Wort Gottes die Erkenntnis, dass es im Alten Testament zwischen den Obrigkeiten (Politik) und den Gläubigen, die an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs glaubten, immer wieder Auseinandersetzungen gegeben hat. Ebenso nach Ausgießung des Heiligen Geistes in Jerusalem. Und zwar zwischen den Menschen, die Buße getan und sich zu Jesus Christus bekehrt haben, und den jeweiligen geistlichen und weltlichen Obrigkeiten. Somit waren Gläubige im Alten Bund und im Neuen Bund immer schon konfrontiert mit der jeweiligen Politik. 

 

Kaiser Augustus gab an die Bevölkerung den Befehl aus, dass sich der ganze Erdkreis erfassen lassen soll. Mit Erdkreis ist das Gebiet des damaligen Römischen Reiches gemeint. Und die Bevölkerung in diesem Reich sollte sich in Listen registrieren lassen. Der Name Augustus ist kein Eigenname, sondern war der Titel der römischen Kaiser. Mit Kaiser Augustus ist hier der Gajus Julius Caesar Octavianus gemeint. Dieser regierte als Kaiser von 27 v. Chr. bis 14 n. Chr. in Rom. Dem kaiserlichen Befehl kam auch Josef mit seiner angetrauten Frau Maria nach. Diese war schwanger und das Paar wohnte in Nazareth. Da Josef jedoch aus dem Geschlecht David stammte, musste er sich in Bethlehem registrieren lassen. Denn Bethlehem war die Stadt Davids. Josef war ein gottesfürchtiger Jude, der an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs glaubte. Obwohl er ein gläubiger Jude war, kam er dem weltlichen Befehl des Kaisers, sich und seine Frau registrieren zu lassen, nach, Lk 2:1-7.

 

Mit dem Aufruf: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen, beginnt Jesus aus Nazareth, geb. in Bethlehem, der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, seinen Dienst in der Öffentlichkeit. Unter der Beobachtung der geistlichen Leiterschaft der Juden verkündigte er die Wahrheit Gottes und tat Zeichen und Wunder. Es blieb jedoch nicht bei dieser Beobachtung durch die Schriftgelehrten und Pharisäer, sondern es entstand eine immer größere Feindschaft von diesen gegen Jesus. Mehrmals überlegten diese geistlichen Männer, wie sie Jesus aus Nazareth anklagen und danach umbringen könnten. Hierbei entwickelten sie unter anderem auch einen Plan, in dem der Kaiser aus Rom und der Gott Israels vorkamen. Sie waren überzeugt, dass sie Jesus anklagen könnten, gleich welche Antwort er auf ihre Frage geben wird. Da sie besonders klug sein wollten, nahmen sie Herodianer zur Hilfe. Herodianer waren Anhänger des herodianischen Königshauses. Der Sachverhalt betraf die Steuer. Ihre Frage an den Herrn Jesus war:

Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht? 

 

Zuvor hatten sie jedoch in raffinierter Weise den Herrn Jesus gelobt. Er sei ein Mann, der den Weg Gottes in Wahrheit lehrt. 

Jesus lässt sich nun eine Steuermünze geben und macht ihnen gegenüber eine ganz einfache Aussage.

 

Wörtlich: Zeigt mir die Steuermünze! Da reichten sie ihm einen Denar. Und er spricht zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Anschrift? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Da spricht er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!, Mt 22:15-22.

Jesus Christus lehnt den Kaiser nicht ab. Sondern er macht deutlich, dass Menschen gegenüber der Obrigkeit Verpflichtungen haben. Und auch ein an den Gott Israels glaubender Mensch ist von solchen Verpflichtungen nicht befreit. Aber weil er ein Gläubiger ist, hat er auch Verpflichtungen gegenüber seinem Gott. Und ein Gläubiger hat beiden Verpflichtungen nachzukommen. Diese dürfen jedoch nicht vom Gläubigen vermischt werden.  Was dem Kaiser (Politik) zusteht, soll dieser bekommen, und was Gott (gemeint ist der lebendige Gott) zusteht, soll dieser auch bekommen. 

Nach Ausgießung des Heiligen Geistes der Sohnschaft traten die Apostel, erfüllt vom Heiligen Geist, in Vollmacht auf. Kurz danach werden Petrus und Johannes vor den Hohen Rat gebracht. Petrus bezeugt nun vor dieser geistlichen Leiterschaft Jesus aus Nazareth, als den Christus, den Gott aus den Toten erweckt hat. Unerschrocken traten die Apostel auf. Die Gegenreaktion der Obersten, der Ältesten, der Schriftgelehrten und des Hohenpriesters war eine Drohung. Geführt vom Heiligen Geist gaben nun die beiden Apostel eine kluge Antwort:

 

Aber Petrus und Johannes antworteten ihnen und sprachen: Entscheidet ihr selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als Gott! Denn es ist unmöglich, nicht von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben!, Apg 4:1-20.

 

Einige Zeit später erhob sich der Hohepriester mit seinem Anhang, den Sadduzäern, wieder gegen die Apostel. Die Anhänger der Sadduzäer waren voller Eifersucht auf die Apostel und veranlassten, dass diese ins Gefängnis kamen. Aber ein Engel des Herrn führte die Apostel in der Nacht aus dem Gefängnis. Ohne Gewalt anzuwenden wurden die Apostel am folgenden Tag noch einmal vor den Hohen Rat und den Hohepriester geführt. Wieder wurde den Aposteln mit Strafe gedroht. Der geistlichen Leiterschaft gelang es jedoch nicht, einen Keil in die Gruppe der Apostel zu schlagen. Petrus und die anderen Aposteln antworteten gegenüber ihren Feinden mit einer Stimme:

 

Aber Petrus und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!, Apg 5:29. 

 

Mit diesen beiden Beispielen teilt die Bibel dem neutestamentlichen Gläubigen mit,  dass es bei der Wahrheit keine Abstriche geben darf. Und die Wahrheit ist Jesus Christus. Hier geht es nicht um einen kaiserlichen Befehl, sich registrieren zu lassen oder um Steuern, sondern um ewige Verdammnis oder um ewige Errettung in Herrlichkeit. 

 

Zu Beginn der neutestamentlichen Gemeinde waren Christen immer wieder verunsichert, wie sie sich gegenüber den heidnischen Obrigkeiten verhalten sollen. Und es ist der Apostel Paulus, der unter der Führung des Heiligen Geistes den Christen hierzu Erkenntnis geben darf. 

Erinnere sie, dass sie sich den Regierenden und Obrigkeiten unterordnen und gehorsam sind, zu jedem guten Werk bereit; dass sie niemand verlästern, nicht streitsüchtig sind, sondern gütig, indem sie allen Menschen gegenüber alle Sanftmut erweisen, Tit 3:1,2. 

 

Christen sind aufgefordert, sich gegenüber der Obrigkeit unterzuordnen und gehorsam zu sein. Mit anderen Worten, ein Christ sollte auch ein guter Bürger sein und hierbei zu jedem guten Werk bereit sein. Wenn in der heutigen Zeit in einem Rechtsstaat ein Christ bei einer Wahl als Wahlhelfer eingeteilt wird und er diese ehrenamtliche Tätigkeit ablehnt, wird von ihm Tit 3:1 nicht beachtet. Denn es geht hier nicht um geistliche Gemeinschaft mit der Welt, sondern um eine weltliche Aufgabe. Eine geistliche Gemeinschaft mit der Welt darf jedoch ein Christ nicht eingehen. Hierzu gibt es genügend Stellen in der Schrift, die dies dem Christen mitteilen.  

Wenn es um die Wahrheit geht, haben Christen Gott mehr zu gehorchen als den Menschen. Mit Wahrheit ist Jesus Christus und sein Wort gemeint. Und da, wo Obrigkeiten Sünde begehen oder Sünde auch zulassen, da haben Christen eine klare Stellung einzunehmen, so wie dies auch die Apostel getan haben. 

 

Von Neuem geboren ist ein Christ an erster Stelle ein erretteter Sünder und ein Kind des himmlischen Vaters. Aber ein solcher Mensch ist auch weiterhin Bürger eines Staates, auch wenn er nun ein Fremdling in dieser Welt ist. In manchen Staaten haben Christen als Bürger nicht die gleichen Rechte wie es andere Menschen in einem solchen Staat haben. Jedoch muss festgehalten werden, dass ein Christ in einem Rechtsstaat die gleichen bürgerlichen Pflichten und Rechte hat wie auch ein ungläubiger Mensch. In Bezug auf Wahlen in einer Demokratie heißt dies, er kann zur Wahl gehen und seine Stimme einer Partei oder einem Bewerber geben. Aber er kann auch zur Wahl gehen und den Wahlschein als ungültig in die Wahlurne werfen. Und die dritte Möglichkeit für ihn ist es  nicht zur Wahl zu gehen.

 
Oft entscheiden sich Christen, aufgrund ihres Gewissens gegenüber Gott, für die dritte Möglichkeit. Sie gehen nicht zur Wahl. Sie sind nicht bereit, einer politischen Partei ihre Stimme zu geben. Nach ihrer Auffassung ist eine politische Wahl ein Vorgang, der zur Welt gehört und nicht zum Reich Gottes. Und als Christ hat man sich von der Welt ferne zu halten. 

Bevor man jedoch als Christ eine Entscheidung trifft, ist ein Gläubiger vom Wort Gottes her aufgefordert, nach dem Willen Gottes zu fragen. Ist es der Wille Gottes, dass ein Christ nicht zur Wahl geht oder ist es sein Wille, dass der Christ zur Wahl gehen soll. Erforderlich hierzu ist das Gebet und Gottes Wort, die Bibel. Weiterhin sollte ein Christ auch die Absichten des unsichtbaren Feindes Gottes beachten. Und die  Absichten des Bösen sind einem Christen bekannt. Bei einer politischen Wahl wird es immer sein Anliegen sein, dass  Personen in die "Obrigkeiten" gewählt werden, die sich nicht nach dem lebendigen Gott ausrichten. 

 

Der Apostel Paulus schreibt unter der Führung des Heiligen Geistes an die Christen in Rom. Hierbei teilt er ihnen mit: 

 

Jedermann ordne sich den Obrigkeiten unter, die über ihn gesetzt sind; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die bestehenden Obrigkeiten aber sind von Gott eingesetzt. Wer sich also gegen die Obrigkeit auflehnt, der widersetzt sich der Ordnung Gottes; die sich aber widersetzen, ziehen sich selbst die Verurteilungen zu. Denn die Herrscher sind nicht wegen guter Werke zu fürchten, sondern wegen böser. Wenn du dich also vor der Obrigkeit nicht fürchten willst, so tue das Gute, dann wirst du Lob von ihr empfangen! Denn sie ist Gottes Dienerin, zu deinem Besten. Tust du aber Böses, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; Gottes Dienerin ist sie, eine Rächerin zum Zorngericht an dem, der das Böse tut. Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht allein um des Zorngerichts, sondern auch um des Gewissens willen. Deshalb zahlt ihr ja auch Steuern; denn sie ist Gottes Dienerin, die eben dazu beständig tätig ist. So gebt nun jedermann, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer, Zoll, dem der Zoll, Furcht, dem die Furcht, Ehre, dem die Ehre gebührt, Röm 13:1-7. 

 

Die Obrigkeit ist eine Institution, die von Gott eingesetzt ist. Und diese Obrigkeit ist dem lebendigen Gott wichtig. Denn sie ist seine Dienerin. Gott überlässt jedoch dem Menschen die Form und die Art der Obrigkeit. Ob dies ein König- oder ein Kaiserreich ist. Oder ob dies eine Diktatur oder eine Demokratie ist. Oder ein Volksstammfürstentum. In einer Demokratie werden nun vom Wahlvolk Personen in die politischen Obrigkeiten hineingewählt. Obwohl der lebendige Gott möchte, dass sich die Personen in diesen Obrigkeiten nach seinen Geboten ausrichten,  lässt er es zu, dass Menschen gewählt werden, die sich nicht nach seinen Geboten ausrichten und somit eigentlich Feinde des Evangeliums sind. Und nun ergibt sich die Frage, warum ist die weltliche Obrigkeit (Politik-Regierung usw.) so vielen Christen nicht so wichtig. Warum haben sie kein Interesse, dass in den Obrigkeiten Menschen sind, die zumindest noch christliche Werte beachten. Es geht hierbei nicht darum, ob diese verantwortlichen Politiker von Neuem geboren sind oder nicht. Wenn ein Christ nicht zur Wahl geht, ist dies seine freie Entscheidung. Aber wer hat an einem solchen Verhalten Interesse? Der lebendige Gott oder der unsichtbare Feind Gottes! Diese Frage kann jeder Christ nur für sich beantworten. 

 

Zu einem späteren Zeitpunkt schreibt der Apostel Paulus an seinen Mitarbeiter Titus. Und hierbei schreibt er ihm:

Erinnere sie, dass sie sich den Regierenden und Obrigkeiten unterordnen und gehorsam sind, zu jedem guten Werk bereit; dass sie niemanden verlästern, nicht streitsüchtig sind, sondern gütig, indem sie allen Menschen gegenüber Sanftmut erweisen. Denn auch wir waren einst unverständig, ungehorsam, gingen in die Irre, dienten mannigfachen Lüsten und Vergnügen, lebten in Bosheit und Neid, verhasst und einander hassend:  Tit 3:1-3. 

 

Auch hier ergeht wieder an die Christen die Aufforderung, sich den Regierenden und Obrigkeiten unterzuordnen und gehorsam zu sein. Hierzu muss jedoch beachtet werden, was Gottes Wort dem Christen mitteilt, wenn Regierende und Obrigkeiten sich selbst nicht an Recht und Ordnung halten. Wenn sie Handlungen begehen, die Straf- und Mordtaten beinhalten. Hierzu hat der Christ die Aufforderung, Gott zu gehorchen und nicht dem Menschen, Apg 4:19; 5:29.

Auch aus dieser Bibelstelle ist ersichtlich, dass es für einen Christen von Interesse sein sollte, dass die Regierenden und die Obrigkeiten gerecht sind, damit man sich als Christ diesen unterordnen und ihnen gehorsam sein kann. Und hier ist dann wiederum die Wahl in einer Demokratie wichtig und von Bedeutung. Denn bei einer solchen Wahl hat der Christ die Möglichkeit, mit seiner Stimme Einfluss zu nehmen. 

 

Ein wichtiger Hinweis über die Obrigkeiten und über die, welche in hoher Stellung sind, teilt Gottes Wort im Brief vom Apostel Paulus an seinen Mitarbeiter Timotheus mit. 

So schreibt der Apostel Paulus unter der Führung des Heiligen Geistes an den Timotheus: 


So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen darbringe für alle Menschen, für Könige und alle, die in hoher Stellung sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit; denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, 1.Tim 2:1-4.

Gottes Wort gibt hier dem Christen Anweisungen für das Gebet. Christen sind aufgefordert für die Könige (Regierenden) und für Menschen in hoher Stellung (z.B. Richter usw.) zu beten. Die Gründe hierzu sind zwei. Einmal, dass Christen ein ruhiges und stilles Leben führen können und zum Zweiten, weil Gott will, dass alle Menschen gerettet werden. Auch Regierende und Menschen in hoher Stellung sind Sünder. Und für sie ist auch der Herr Jesus Christus am Kreuz gestorben. 

 

Seit einiger Zeit besteht die Situation, dass eine große Zahl von Christen nicht zur Wahl gehen, aber Atheisten und Menschen, die verschiedenen Heidenreligionen angehören, dies jedoch tun. Sie wählen Menschen in die Obrigkeiten, die oft dem Evangelium gegenüber keinen Bezug haben und den Christen nicht unbedingt freundlich gesinnt sind. Und nun kommt der Christ in diese schwierige Situation, für solche Obrigkeiten zu beten. In einer Diktatur sind die Bedingungen für einen Christen nicht vergleichbar mit denen in einer Demokratie. Aber ist es für einen Christen in einer Demokratie nicht unklug, nicht zur Wahl zu gehen? Christen sind aufgefordert, klug zu sein. Immer mehr Menschen in Deutschland haben zwei Staatsbürgerschaften. Zumeist gehören diese Menschen der Religion Islam an. Und diese Menschen mit deutschem Pass gehen zur Wahl und wählen Parteien, deren führende Politiker keinen Bezug zum Evangelium haben. Und demgegenüber geht eine große Zahl von Christen nicht zur Wahl. Hier stellt sich schon die Frage, wer wohl von diesen beiden Gruppen klug ist.

Eine politische Partei ist kein Bibelhauskreis oder eine biblisch-christliche Gemeinschaft. Sie sind weltliche Einrichtungen. Ein Christ sollte sich jedoch die Frage stellen, welche politische Partei schadet mir als Christ am wenigsten. Welche politische Partei vertritt noch christliche Werte. Und unter welcher Partei habe ich als Christ ein ruhiges und stilles Leben. Bei einer Partei, die klar und deutlich feindlich gegen den gekreuzigten und auferstandenen Sohn Gottes ist, hat wohl ein Christ kein ruhiges und stilles Leben zu erwarten. Jedoch sollte einem Christen vom Wort Gottes her deutlich geworden sein, dass dem lebendigen Gott die Obrigkeit wichtig ist. Und bei einer Wahl kann ein Christ mit seiner Stimme zur Kenntnis bringen, welche Partei oder welche Person er in der Obrigkeit haben möchte.

Ob ein Christ zur Wahl geht oder nicht ist eine persönliche Gewissensentscheidung vor dem Herrn Jesus Christus. Diesbezüglich hat kein Christ das Recht, einem anderen Christen vorzuschreiben, wie er sich bei einer Wahl zu verhalten habe. Der weltlichen "Obrigkeit" ist es jedoch wichtig, dass die Bürger zur Wahl gehen. Aber dies ist eine freiwillige Sache. Und daher hat der Christ auch die Freiheit, sich für eine der drei Wahlmöglichkeiten zu entscheiden.

 

Helmut KRCAL, Bibelhauskreis Zotzenbach im Odw.