Der gekreuzigte und auferstandene Sohn Gottes, Jesus Christus, macht eine Aussage gegenüber Maria (Maria Magdalena) die auch für bibelgläubige Christen nicht einfach zu verstehen ist. Zunächst ist es jedoch erforderlich sich gedanklich an die Geschehnisse vor diesem Hinweis des Herrn Jesus Christus  zu erinnern. Denn es geht um Ereignisse und um Handlungen die notwendig waren, damit sich göttliche Prophetie erfüllt. Man könnte dies auch als einen Weg beschreiben an dem verschiedene Stationen erreicht werden müssen. Als Jesus auf einem jungen Esel sitzend in die Stadt Jerusalem hineinritt kamen viele Leute, die zum Fest erschienen waren, mit Palmzweigen in den Händen an die Straße und riefen diesem Jesus aus Nazareth zu: Hosianna! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn, der König von Israel, Joh 12:12-15. Hosianna bedeutet auf Deutsch übersetzt "Hilf doch" oder "Rette doch". Die jüdischen Menschen entnahmen diesen Ausruf aus Psalm 118, Vers 25. Das Wort Halleluja bedeutet wiederum "Lobt Jah (den Herrn)". Jah ist die verkürzte Wortverwendung für Jaweh. Dieser Ausruf findet sich ebenfalls in einigen Psalmen  und wird auch in der Offenbarung, Kapitel 19, Verse 1 bis 6, mitgeteilt.  

 

 Wenige Tage nach dem Zuruf der Menschen nahm Jesus mit seinen Jüngern das Passahmahl, eine Erinnerungsfeier an Israels Errettung aus Ägypten, ein, um danach das Abendmahl einzuführen, Mt 26:17-29.  Mit der Einsetzung des Mahles wird vom Herrn Jesus auf sein kommendes Erlösungswerk, auf den neuen Bund, hingewiesen. Nach der Einnahme des letzten Passahmahls und nachdem Jesus das Brot gebrochen und den Kelch gereicht hatte, wurde vom ihm und von seinen Jüngern der Lobgesang gesungen. Der Lobgesang gehörte zur Passahliturgie und war traditionsgemäß der Abschluss vom Passah, das Ende vom Mahl. Gesungen wurden die Psalmen 115 bis 118.   Anschließend begaben sich die Personen, bis auf den Verräter, an den Ölberg. Im Garten Gethsemane kniete sich Jesus nieder und betete zum Vater. Der Sohn Gottes, von Ewigkeit her Gott wie der Vater und  von Ewigkeit her eins mit dem Vater, wusste von seinem bevorstehenden Kreuzestod und dass alle Sünden der Welt auf ihn geworfen werden. Und dies bedeutete für den Sohn Gottes, dass sich der Zorn Gottes gegen ihn richten wird. Und das hieß für den Sohn Gottes, dass dann der Vater  nicht mehr mit ihm eins ist. Er wird somit vom Vater getrennt sein. Im Alten Testament steht der Kelch Gottes oft im Zusammenhang mit Gericht. Und zu dieser kommenden Trennung vom Vater ist der Sohn Gottes bereit. Jesus spricht zum Vater:

 

 Vater, wenn du diesen Kelch von mir nehmen willst - doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! 

 

Die Bibel nennt dieses Gebet einen ringenden Kampf. Das Gebet des Herrn Jesus Christus war so inbrünstig, dass sein Schweiß wie (nicht als) Blutstropfen wurden, Lk 22:41-46.  Unmittelbar nach diesem Gebetskampf erfolgte im Garten Gethsemane die Verhaftung Jesus. Nachdem Jesus von der Truppe ergriffen und gebunden worden war wurde er zu Hannas, dem Schwiegervater von dem Hohepriester, geführt. Dieser befragte Jesus bezüglich seiner Jünger und seiner Lehre. 
Außerbiblische Informationen geben den Hinweis, dass dieser Hannas mit den Geschäftsleuten, die im Tempelbezirk ihre Geschäfte durchführten, in Verbindung gestanden hatte. Und Jesus war es ja, der zweimal während seines öffentlichen Dienstes diese Leute aus dem Tempel, aus dem Haus seines Vaters, hinauswarf. Hannas hatte wohl daher einen persönlichen Groll gegen Jesus und wollte ihn und seine Jünger als Kriminelle einstufen. Dies gelang ihm jedoch nicht, so dass er Jesus gebunden zu seinem Schwiegersohn, dem Hohepriester Kaiphas, bringen ließ, Joh 18:12;13,24. 

 

Jesus stand nun vor dem Hohepriester und dem Hohen Rat. Zu all den Gesprächen und zu den Fragen schwieg zunächst der Sohn Gottes. Als jedoch der Hohepriester ihn fragte: 

Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes! antwortete Jesus: Du hast es gesagt! 

Hierauf zerriss der Hohepriester seine Kleider, obwohl dieser nach dem Gesetz Mose, nach der Torah, seine Kleider nicht zerreißen durfte, 3.Mo 21:10. Des weiteren sprachen die anwesenden Personen: Er ist des Todes schuldig, spuckten ihm in das Angesicht und schlugen ihn mit den Fäusten, Mt 26:57-68. 

Die obersten Priester und die Ältesten des Volkes hielten nun Rat gegen Jesus, um ihn zu töten. Hierzu benötigten sie jedoch den römischen Statthalter Pilatus. So lieferten sie den gebundenen Jesus an den Statthalter Pontius Pilatus aus. Hatte der Hohepriester die Frage gestellt: Bist du der Christus, der Sohn Gottes! so stellte nun der römische Statthalter die Frage: 

Bist du der König der Juden? Und die Antwort Jesus war: Du sagst es? 
Danach schwieg Jesus, so dass der Statthalter sich verwunderte, Mt 27:1,2,11-14. 

 

Durch die beiden Fragen an Jesus und seine Antworten mussten die anwesenden Personen zur Kenntnis nehmen, dass dieser Jesus aus Nazareth klar und deutlich mitteilte, dass er der Christus ist, der Sohn Gottes und dass er auch  der König der Juden ist. Pilatus erkannte für sich, dass dieser Jesus keine Gefahr für den römischen Kaiser war, Lk 23:4. Jedoch brachten die Hohepriester weitere Anschuldigungen vor, wobei der Hinweis erfolgte, dass die ganze Sache in Galiläa angefangen hatte. 


Als römischer Beamter erkannte Pilatus für sich die Möglichkeit nun aus der Sache herauszukommen, denn Galiläa stand nicht unter seiner Herrschaft. Dieses Gebiet stand unter dem Herrschaftsbereich des Herodes Antipas. Und so veranlasste Pilatus, dass Jesus zu diesem gebracht wurde. Und dieser Herodes hatte schon längere Zeit eine Feindschaft gegen Jesus und wollte ihn töten lassen. Als damals Jesus diese Nachricht erfuhr nannte er den Herodes einfach einen Fuchs, Lk 13:31,32. Und nun stand Jesus vor diesem Herodes Antipas der ihm viele Fragen stellte. Jesus gab ihm jedoch keine Antwort, so dass Herodes ihn verächtlich behandelte und ihn verspottete. Des weiteren legte er ihm ein Prachtgewand an und ließ ihn zum Pilatus zurückbringen. Diese Angelegenheit führte dazu, dass Herodes und Pilatus Freundschaft miteinander schlossen, obwohl sie zuvor einander feindlich gewesen waren, Lk 23:7-12. 

Herodes hatte ebenfalls keine Schuld festgestellt und Jesus für unschuldig erklärt, Lk 23:15. Jetzt befand sich Jesus zum zweiten Mal vor Pilatus. Pilatus unternahm wiederum einen Versuch diesen Mann mit Namen Jesu freizulassen. Am Passahfest bestand die Praxis immer einen Gefangenen an diesem Fest aus dem Gefängnis zu entlassen. Dieser Praxis kam der Pilatus nach. Die Volksmenge entschied sich jedoch für einen Mann, der wegen Aufruhrs und Mord ins Gefängnis geworfen worden war. Der Name dieses Mannes wird von der Bibel nicht genannt, sondern es erfolgt vielmehr der Hinweis, dass er der Sohn des Abbas ist. Denn Barabbas ist kein Name, sondern die Kombination zweier hebräischer Wörter. Bar heißt Sohn und Abba ist der Name des Vaters.
Die obersten Priester und die Ältesten überredeten die Volksmenge, den Barabbas zu erbitten, Jesus aber umbringen zu lassen. Auf Frage des Pilatus riefen die Menschen aus dieser Volksmenge: 

Kreuzige ihn! Pilatus Antwort war hierauf: "Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; seht ihr zu." Und das Volk antwortete ihm: "Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!" Nach dieser wörtlichen Auseinandersetzung ließ Pilatus den Barabbas frei. Jesus jedoch ließ er geißeln und übergab ihm der Kreuzigung, Mt 27:15-26.

 

 Die römische Geißel war ein furchtbares Folterwerkzeug. Ein Mensch, der mit einer solchen Geißel geschlagen worden war, war danach vollkommen entstellt. Viele Menschen haben eine solche Geißelung nicht überlebt. Jesus überlebte jedoch  diese Geißelung. Die Folge dieser Geißelung war allerdings, dass sein Körper und sein Gesicht entstellt und schrecklich aussah.  Diese grausame Behandlung erfüllte wiederum eine Prophetie auf den Messias. Der Prophet Jesaja ist es der dem Volk mitteilte: dass sein Gesicht so entstellt sein würde, dass er nicht mehr als Mensch angesehen würde, Jes 52:13-15. Hinzu kam noch, dass die römischen Kriegsknechte eine Krone aus Dornen flochten und ihm diese auf das Haupt drückten. Die Dornen drangen somit in die Kopfhaut ein und verursachten große Schmerzen. Adam hatte auf die Stimme seiner Frau gehört und die Frucht vom Baum gegessen. Und weil  Adam dies getan hat verflucht Gott den Erdboden und dieser Erdboden sollte nun Dornen und Disteln tragen, 1.Mo 3:17,18. 
Dornen waren somit auch ein Symbol des Fluches Adams.  Und die Dornenkrone auf dem Haupte Jesus bringt symbolisch auch zum Ausdruck, dass Jesus in seinem Leiden also auch den Fluch Adams für die Menschen trug. Nachdem die römischen Kriegsknechte ihn verspottet und geschlagen hatten führten sie ihn ab zur Kreuzigung. Hierbei musste der Herr Jesu selbst das Holzkreuz tragen. Dies war gängige Praxis zu jener Zeit, dass ein zum Kreuzestod Verurteilter das Kreuz tragen musste. Was jedoch der damaligen Praxis entgegen war, war der Umstand, dass Jesus vorher gegeißelt wurde. Von den Schmerzen der Geißelung und dem Blutverlust war es für Jesus nicht möglich das Kreuz den ganzen Weg zu tragen. So zwangen die römischen Soldaten einen Mann mit Namen Simon von Kyrene dazu, das Kreuz den Rest des Weges zu tragen, Mk 15:21.

 

 Als nun Jesus auf dem Weg zum Hinrichtungsplatz war folgte ihm auch eine entsprechende Zahl von Frauen. Diese waren jedoch keine Nachfolgerinnen Jesus. Sondern es waren Klagefrauen wie es damals typisch war. Und auch in Jerusalem gab es solche Klagefrauen. Jesus hörte sich eine Weile ihr Wehklagen an, um dann den Frauen zu antworten: 

 

Ihr Töchter von Jerusalem, weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und eure Kinder, Lk 23:28.

 

Die römischen Soldaten kreuzigten danach den Sohn Gottes. Die Soldatengruppe die eine Kreuzigung durchführte bestand nach römischer Anordnung immer aus vier Soldaten. Vor der Kreuzigung wurde dem zum Tode Verurteilten alle Kleider abgenommen. Der Verurteilte wurde anschließend vollkommen nackt ans Kreuz geschlagen. Und dies dürft wohl auch bei Jesus der Fall gewesen sein. Da die römischen Soldaten Anteil hatten an den Kleidern eines Verurteilten warfen sie das Los über die Kleidung. Und dies geschah auch mit den Kleidern von Jesus. Somit erfüllte sich eine weitere Prophetie in Bezug auf den Messias, Ps 22:19.

 Zwischen der römischen Besatzungsmacht und den jüdischen Geistlichen war der Umgang miteinander zumeist nicht freundlich. Dies änderte sich, als man Jesus zum Pilatus führte. Obwohl nun das Verhältnis in Richtung Freundschaft ging brachten die römischen Soldaten über dem Haupt des gekreuzigten Jesus eine Holztafel an auf dem geschrieben war: 

 

Jesus von Nazareth, der König der Juden.

 

Die Aussage war in hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache geschrieben. Die obersten Priester der Juden regten sich darüber auf und wollten eine Änderung dieser Aussage. Denn so wie es gelesen wurde war es keine Anschuldigung, sondern ein Titel. Und darüber haben sich die Juden geärgert, Joh 19:19-22. 

 

Eine außerbiblische Information gibt den Hinweis wie die römischen Soldaten einen zum Kreuzestod verurteilten Menschen gekreuzigt haben. Zunächst wurde das Holzkreuz auf den Boden gelegt. Mit dem Rücken wurde dann der nackte Mensch auf das Kreuz gelegt und seine Arme drückte man auf den Querbalken. Dann wurden die Nägel durch das jeweilige Handgelenk geschlagen. Nicht durch die Handfläche, denn dort bestand keine Festigkeit der Knochenstruktur. Die Füße wurden übereinander gelegt und zur Seite gedreht. Anschließend wurde ein großer Nagel durch beide Füße durch die Ferse ins Holz geschlagen. Zum Schluss nagelte man ein kleines Holzstück unter die Ferse. War dies geschehen stellte man das Kreuz auf und ließ es in das vorgesehene Loch hineinfallen. Hierbei wurde durch die Erschütterung die Gelenkte des Gekreuzigten ausgerenkt. Und so führten es die römischen Soldaten auch bei Jesus durch. 

 

Im Psalm 22 werden mehrere prophetische Aussagen über den Messias gemacht. Unter anderem auch, dass die Gelenke des Messias getrennt werden, bzw. dass der Messias alle seine Gebeine zählen kann, Vers 19. Als die römischen Soldaten das Holzkreuz mit dem gekreuzigten Sohn Gottes in das Loch hineinfallen ließen erfüllte sich diese Prophetie. Eine weitere Prophetie erfüllte sich, als zwei weitere Männer, einer zur Rechten und der andere zur Linken, mit ihm gekreuzigt wurden, Mt 27:38. 


In den deutschen Bibelübersetzungen werden diese Männer als Räuber bezeichnet. Aber Räuber wurden nach römischen Recht nicht gekreuzigt. Gekreuzigt wurden Rebellen und diese beiden Männer dürften wohl der gleichen Rebellion wie Barabbas angehört haben. Zu beiden Seiten Jesus war jeweils ein Übeltäter gekreuzigt. Die Prophetie aus Jesaja 53:12, dass er unter die Übeltäter gezählt wurde, erfüllte sich somit. 

Jesus aus Nazareth, an das Fluchholz geschlagen, erfährt zunächst am Kreuz als erstes den Spott, Zorn und Haß der Menschen die sich vor dem Kreuz aufhielten oder auch vorübergingen. Zu diesen Menschen gehörten die Einwohner und Besucher von Jerusalem, also jüdische Menschen und die geistliche Leiterschaft der Juden, vertreten durch die Sadduzäer, Pharisäer und die Schriftgelehrten. Aber der Sohn Gottes wurde auch von den römischen Soldaten verspottet. Und diese waren Heiden. Juden und Heiden verspotteten somit den gekreuzigten Gottessohn. Eingebettet in diesem Spott wurde aber auch eine große Forderung an Jesus Christus ausgesprochen. Menschen forderten ihn auf doch vom Kreuz herabzusteigen. Bei dieser Forderung dürfen Christen an den unsichtbaren Feind Gottes, an Satan, denken. Die Reaktion des Herrn Jesus Christus auf diesen Spott, Zorn und Haß war, dass er für sie betete.

 

Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun! Lk 23:34.

 

Über dieses Gebet des Herrn Jesus Christus gibt es zwei Auffassungen. Die eine Auffassung besagt, dass der Sohn Gottes hier für alle gebetet habe. Die andere Auffassung bringt zum Ausdruck, dass dieses Gebet begrenzt war auf diejenigen, die es in Unwissenheit taten, wie z.B. die Soldaten. Nicht eingeschlossen waren Leute wie Kaiphas, Hannas, Herodes Antipas und Pilatus sowie weitere jüdische Führer und Personen der geistlichen Leiterschaft, welche wussten, was sie taten.

 

 Aber Jesus Christus erfuhr auch Schmähung von einem der beiden gekreuzigten Verbrecher. Einer der gehängten Verbrecher aber lästerte ihn und sprach: 

Bist du der Christus, so rette dich selbst und uns! Lk 23:39.

Der andere Gekreuzigte jedoch erkannte seine Schuld und tat das, was absolut notwendig ist für die Errettung. Er stand zu seiner Schuld, tat Buße und sprach die richtige Person mit einer Bitte an, Lk 23:40-42. Und Jesus wendet sich nicht von ihm ab sondern sprach zu ihm: 

 

Wahrlich, ich sage dir: heute wirst du mit mir im Paradies sein! Lk 23:43. 

 

Ein Übeltäter erkannte seine Schuld, tat Buße und sprach eine Bitte an den Sohn Gottes aus. Und der Herr Jesus Christus gibt ihm eine persönliche Zusage, dass er mit ihm im Paradies sein wird. Und diese persönliche Zusage gilt nach Ausgießung des Heiligen Geistes der Sohnschaft jedem Menschen, der sich als Sünder und seine Schuld erkennt, Buße tut und das Erlösungswerk des Herrn Jesus Christus für sich persönlich in Anspruch nimmt. Obwohl die körperlichen Schmerzen zunahmen nahm Jesus weiterhin die Umwelt war. So sah er seine Mutter die in der Nähe vom Kreuz stand. Bei ihr stand ihre Schwester, sowie Maria, die Frau des Klopas und Maria Magdalena. Neben Maria stand der Sohn ihrer Schwester, der Jünger Johannes, Joh 19:25-27. Die Schwester von Maria wird im Markusevangelium Salome genannt, Mk 15:40. Nicht anwesend waren die zehn Jünger und die vier Brüder von Jesus. Und so übergab Jesus vom Kreuz aus seine Verantwortung für die Mutter in die Hände von Johannes, Joh 19:25-27. Jesus Christus erfüllte auch am Kreuz das mosaische Gesetz, was die Verantwortung gegenüber den Eltern anging. All diese Ereignisse geschahen in der Zeit etwa zwischen 09.00 Uhr und 12.00 Uhr. Also in den ersten drei Stunden seiner Kreuzigung.  Und nun richtete sich der Zorn Gottes auf den Gekreuzigten. 


Eingeleitet wurde dies mit dem Eintritt einer Finsternis, Mk 15:33. Und diese Finsternis dauerte drei Stunden. Mit dem sichtbaren Auge sahen die Menschen diese Finsternis und hatten Angst. Denn es war keine gewöhnliche Sonnenfinsternis. Diese außergewöhnliche Dunkelheit am Tag sollten bibelgläubige Christen geistlich betrachten. Der lebendige Gott, in der Person Gott Vater und Gott Geist, leiten hier den geistlichen Tod von Gott Sohn ein. Es geht hier nicht darum, ob ein gläubiger Christ dies vom Verstand her verstehen kann, sondern ob ein  Christ dies im Glauben annimmt. 

Christen sollten hier an das Gebet des Herrn Jesus Christus denken, welches er im Garten Gethsemane zum Vater betete. Jesus Christus, wirklicher Mensch und wahrer Gott,  stirbt am Kreuz den körperlichen, irdischen Tod. Sein kostbares Blut und sein sündloses Leben waren notwendig für Vergebung und Versöhnung. Das zweite ist der geistliche Tod. Dieser geistliche Tod, das bedeutete Trennung von Gott, war jedoch die Folge, dass alle Sünden auf ihn geworfen wurden. Der körperliche Tod des Messias war notwendig und wurde von den Propheten im Alten Testament prophezeit. Der geistliche Tod war für Versöhnung und Vergebung jedoch nicht notwendig. Deshalb gaben die Propheten hierzu keinen Hinweis. Jesus wusste jedoch, dass der Vater sich von ihm abwenden wird, wenn alle Sünden auf ihn geworfen werden. Und vor dieser geistlichen Trennung vom Vater, vor diesem geistlichen Tod, hatte wohl der Sohn Gottes Angst, denn er war von Ewigkeit her eins mit dem Vater und sollte nun von diesem die Trennung erfahren. Dies war seine Todesangst. Im Garten Gethsemane betete der Herr Jesus zum himmlischen Vater:

 

 Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.

 

 Und es war der Wille des Vaters, dass der Sohn diese Erfahrung, die Trennung, machen sollte. Für die Sühnung war dies nicht notwendig. Aber es war notwendig für seine zukünftige Aufgabe als Hohepriester, Heb 4:14-16. Der Sohn Gottes sollte auch das erleiden, was auch Menschen erleiden. Von etwa 12 bis 15 Uhr war die Finsternis. Und in dieser Zeit erlebte der Herr Jesus den Zorn Gottes und seinen geistlichen Tod. Auf Hebräisch rief der Sohn Gottes in dieser für ihn furchtbaren Situation vom Kreuz: 

 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Mt 27:46. Es war ein Ruf der Hilfe und nicht der Niederlage. 

Im Psalm 22, niedergeschrieben von dem König David, ist bereits dieser Ruf des Herrn Jesus am Kreuz erwähnt. Drei Stunden Finsternis in denen der Sohn Gottes den Zorn Gottes erlitten hat. Und weil Jesus sich nun in einer ganz anderen Situation befand konnte der Sohn Gottes nicht rufen Vater, sondern rief mein Gott, mein Gott. Denn zu diesem Zeitpunkt war er geistlich tot und stand nicht mehr im Verhältnis Vater-Sohn. Der Sohn Gottes starb geistlich und wurde geistlich wieder auferweckt, bevor er körperlich starb. Jesus aus Nazareth, geb. in Bethlehem,  hat am Kreuz von Golgatha während einer kurzen Zeit, jedoch für alle Menschen, die Hölle geschmeckt und dies für alle Ewigkeit. Am Ende der drei Stunden des Zornes Gottes bekommt der Sohn Gottes das Verlangen zu trinken. Mich dürstet ruft er vom Kreuz, Joh 19:28. 

 

In der Geschichte mit dem armen Lazarus und dem reichen Mann gibt Jesus den Hinweis, dass das Totenreich geteilt ist. Als der reiche Mann die Schmerzen der Vorhölle erlitt, sprach er ebenfalls mich dürstet, Lk 16. Die vor dem Kreuz stehenden Personen hörten die Aussage Jesus und hielten ihm einen Schwamm mit Essig an den Mund. Dies war nun kein Getränk welches das Bewusstsein negativ beeinflusste. Essig trinken, oft vermischt mit Wasser, war ein Erfrischungsgetränk. Und der dargereichte Schwamm mit Essig bewirkte, dass Jesus weiterhin klar in seinem Bewusstsein blieb. Hatte er zuvor gerufen, mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, rief er jetzt: es ist vollbracht, Joh 19:30. 

Dieser Ruf, es ist vollbracht, richtete sich in drei Richtungen. Als erstes zum Vater. Das was vor Grundlegung der Welt bereits beschlossen worden war, ist nun geschehen und vollbracht. Zum zweiten an den unsichtbaren Feind Gottes, an Satan. Das was im Garten Eden nach dem Sündenfall Gott gegenüber der Schlange sagte, er wird dir den Kopf zertreten, ist nun eingetreten. Und zum dritten gilt dieser Ruf "es ist vollbracht" an jeden Menschen. Ich habe deine Schuld, deine Sünde auf mich genommen und die Strafe hierfür bezahlt. Kein Opfer ist mehr notwendig, es ist vollbracht, es ist vollständig bezahlt. 
  
Diese Worte, es ist vollbracht, waren jedoch nicht die letzten Worte des Herrn Jesus am Kreuz. Nach seinem Ausruf "es ist vollbracht" war in der unsichtbaren Welt, zwischen dem Vater und dem Sohn, wiederum heilsgeschichtliches Handeln geschehen. Und so konnte nun der gekreuzigte Sohn Gottes rufen:

 

 Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände, Lk 23:46.

 

Jetzt sprach Jesus wieder das Wort Vater aus. Sein Hilferuf am Kreuz, mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, war gehört worden und wurde beantwortet. Jesus, der Sohn Gottes, starb geistlich am Kreuz und wurde geistlich wieder am Kreuz auferweckt bevor er den irdischen, körperlichen Tod starb. Die Beziehung zu seinem Vater war wieder hergestellt und deshalb konnte der Sohn am Kreuz wieder rufen Vater. Die Trennung war wieder aufgehoben, so dass der Ausspruch "mein Gott'" nicht mehr nötig war. Aus der Aussage des Herrn Jesus ist zu entnehmen, dass er selbst den Zeitpunkt des Todes bestimmte. Er war es der seinem Geist befahl. Er sandte oder übergab seinen Geist in die Hände des Vaters. Der Sohn Gottes neigte das Haupt und übergab den Geist dem Vater, Joh 19:30. Sein physischer Tod war nun eingetreten und somit war das Sühneopfer geschehen. Und im Augenblick seines Todes geschah ein großes Erdbeben, Gräber öffneten sich, Gläubige wurden auferweckt, der Vorhang im Tempel, zwischen dem Heiligtum und dem Allerheiligsten, zerriss von oben nach unten.  Und ein römischer Hauptmann mit seinen Soldaten fürchteten sich sehr. Und als der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, dass er so schrie und verschied, sprach er: 

 

Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn! Mt 27:54. 

 

 Und diese Aussage, von einem Heiden ausgesprochen, schallt seitdem durch alle Jahrhunderte. Nachdem der tote Körper von Jesus vom Kreuz genommen worden war wurde sein Leichnam nach jüdischer Sitte mit Stoffstreifen (kein Tuch) eingewickelt und in einer Grabeshöhle beerdigt. Da die jüdischen Führer sich an die prophetische Aussage Jesus über seine Auferstehung erinnerten baten sie den Pilatus um Hilfe. Diese Hilfe wurde ihnen gewährt. Mit einem schweren Stein wurde das Grab geschlossen und mit einem römischen Siegel versiegelt. Und römische Soldaten bewachten das Grab. Und diese Wächter wurden wie tot, als ein Engel den Stein von dem Eingang des Grabes wälzte. Danach kamen zwei Frauen zum Grab, Maria Magdalena und die andere Maria. Und der Engel spricht diese beiden Frauen an.

 

 Fürchtet ihr euch nicht! Ich weiß wohl, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten sucht. Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat, Mt 28:1-7.

 

Und nun kommt es zu einem Ereignis wie es zuvor  in der Menschheitsgeschichte nicht gegeben hat. Jesus Christus, gekreuzigt, gestorben und begraben, erscheint der Maria Magdalena. Auferstanden von den Toten spricht Jesus sie mit Namen an. Und Maria Magdalena wendet sich zu dem auferstandenen Sohn Gottes und spricht: 

 

Rabbuni! das heißt auf deutsch Meister, Joh 20:16.

 

 Maria Magdalene die den Herrn Jesus liebte (nicht sexuell) war in große Trauer gefallen. Den Kreuzestod ihres geliebten Herrn hatte sie nicht verstanden. Alle ihre Hoffnungen auf ihren Meister hatte sie aufgegeben, da doch dieser nun tot war. Und nun stand ihr geliebter Herr vor ihr. Auferstanden von den Toten. Überwältig von ihren Gefühlen wollte sie diesen auferstandenen Herrn berühren, umfassen und wohl auch an sich drücken. Aber Jesus verwehrt ihr dieses Anliegen, diesen Wunsch.

 

Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater, Joh 20:16. 

 

Vor dieser Aussage des Herrn Jesus waren die erwähnten Ereignisse geschehen. Und diese Ereignisse sind wie Markierungszeichen an einem Wanderweg um an das Ziel zu kommen. In ähnlicher Weise war es auch hier, damit Jesus aus Nazareth, der Auferstandene von den Toten, der Maria Magdalena gegenüber aussprechen konnte: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Diese Aussage ist  zunächst nicht schwer zu verstehen. Die Schwierigkeit ergibt sich durch ein Ereignis das am gleichen Tag, am Abend, geschah. An jenem Tag erscheint am Abend Jesus den Jüngern. Der Jünger Thomas war jedoch nicht dabei. Und bei dieser Begegnung forderte Jesus die Jünger auf ihn zu berühren. 

 

Jesus spricht: Seht an meinen Händen und Füßen, dass ich es bin! Rührt mich an, Joh 20:19-20; Lk 24:36-40.

 

Was war nun zwischen dem Morgen "Rühre mich nicht an" und dem Abend "Rührt mich an"  geschehen? Die Bibel schweigt an dieser Stelle und gibt keine Hinweise hierzu. Manche Bibelausleger sind zur Auffassung gekommen, dass Jesus die Aussage machte, weil es sich bei Maria Magdalena um eine Frau handelte und diese ihn wohl fest an sich drücken wollte. Die Situation am Abend sei jedoch eine andere gewesen, da es sich bei den Jüngern um Männer handelte. Somit habe Jesus sagen können: "Rührt mich an." Diese Auffassung ist problematisch, da es doch Gottes Wille war, dass eine Frau als erster Mensch dem auferstandenen Herrn begegnen sollte. Arnold Fruchtenbaum, messianischer Jude und Bibelausleger, verweist in einem seiner Kommentare über Joh 20:17 auf 3. Mose, Kapitel 16. Dort geht es um den Dienst des Hohepriesters am großen Versöhnungstag. Hierzu ergehen vom lebendigen Gott, vom Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, Gebote an den Hohepriester. Dies betraf Handlungen welche der Hohepriester durchführen musste bevor er in das Heiligtum hinter den Vorhang eintreten konnte. Es musste ein bestimmtes Sünd- und Brandopfer dargebracht werden. Des weiteren betraf es die heilige Bekleidung und das Baden des Leibes im Wasser. Wenn all dies geschehen war, das Waschen des Leibes und das Anziehen der heiligen Bekleidung, konnte der Hohepriester als gereinigt in das Allerheiligste eintreten und den Dienst verrichten. Hatte der Hohepriester den Dienst im Allerheiligsten getan so musste er in der Stiftshütte die heiligen leinenen Kleider ausziehen und seinen Leib wiederum im Wasser baden. Danach bestand durch Gottes Gebot die Aufforderung wieder seine eigenen Kleider anzuziehen. Nach jüdischer Lehre durfte der Hohepriester nach der ersten Waschung nicht mehr berührt werden, denn da wäre er wieder durch eine solche Berührung unrein geworden. Erst nach der zweiten Waschung war es wieder erlaubt den Hohepriester zu berühren, da die heiligen Handlungen des Hohepriesters abgeschlossen, bzw. beendet waren, 3.Mo 16:1-34. Diese Auslegung über das "Rühre mich nicht an", mit dem Hinweis auf den Dienst des Hohepriesters am großen Versöhnungstag, ist nachvollziehbar. Jedoch gibt es hierbei eine Schwierigkeit. Diese Schwierigkeit besteht darin, dass Jesus Christus der Hohepriester nach der Weise Melchisedeks ist und nicht nach dem aaronischen-levitischen Priestertums. 


Der Verfasser vom Brief an die Hebräer teilt den Christen mit, dass Jesus Christus Hohepriester nach der Weise Melchisedeks ist, Hebr 5:10. Und in diesem Brief an die Christen wird weiterhin mitgeteilt, dass sich der Christus nicht selbst die Würde beigelegt hat, ein Hohepriester zu werden, sondern der, welcher zu ihm sprach: Du bist mein Sohn; heute habe ich dich gezeugt. Wie er auch an anderer Stelle spricht: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks, Hebr 5:5,6. Gottes Wort gibt in Bezug auf Melchisedeks hier den Hinweis in Ewigkeit und nicht von Ewigkeit. Im Vers 20 aus dem Kapitel 5 vom Hebräerbrief wird dies nochmals mit anderen Worten zum Ausdruck gebracht. Wörtlich: 

Wohin Jesus als Vorläufer für uns eingegangen ist, der Hohepriester in Ewigkeit geworden ist nach der Weise Melchisedeks. 

 

Der Apostel Paulus verkündigt vor den Juden in Antiochia das Evangelium von Jesus Christus. Und in seiner Predigt verweist Paulus die Zuhörer darauf, dass Gott Jesus erweckte. Und bei der Verkündigung dieser Botschaft nennt Paulus eine prophetische Aussage aus Psalm 2. Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt, Apg 13:29-33. Der Apostel Paulus, Lehrer und Prophet, Apg 13:1, teilt somit den Christen mit, dass die Erweckung Jesus, seine Auferstehung von den Toten, auch eine Zeugung war. Jesus aus Nazareth, geb. in Bethlehem, kommt aus dem Stamm Juda der nicht zum Priestertum gehörte, Hebr 7:14. Er wurde jedoch Priester nicht aufgrund einer Gesetzesbestimmung, die auf fleischlicher Abstammung beruht, sondern aufgrund der Kraft unauslöslichem Lebens, Hebr 7:15-17. Und als Jesus Christus sich zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel setzte, setzte er sich als der Hohepriester in Ewigkeit der er zuvor geworden war. Zwischen dem "Rühre mich nicht an" und dem "Rührt mich an" geschah eine Handlung zwischen Gott Vater und Gott Sohn in der Kraft von Gott Geist. Der Unterzeichner hat diesbezüglich die Auffassung, dass dieses mit der Stellung des Hohepriesters in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks zu tun haben könnte. Diese Auffassung sollte jedoch nicht als ein Dogma verstanden werden. Denn Gottes Wort, die Bibel, gibt zu diesem Tag, zwischen dem Morgen und dem Abend, zwischen dem "rühre mich nicht an" und der Aufforderung "rührt mich an", keine weitere Hinweise. Was auch immer an diesem Tag, zwischen dem Erscheinen Jesus vor Maria Magdalena und seiner Begegnung mit den Jüngern geschehen war, so haben die Kinder des himmlischen Vaters die Gewissheit darüber, dass der Sohn Gottes, Jesus Christus, König, Prophet und Hohepriester, nach seiner Himmelfahrt sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät. Und dieser erhöhte Herr Jesus Christus legte später seine rechte Hand auf den Apostel Johannes und sprach zu ihm:


 Fürchte Dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebende; und ich war tot, und siehe, ich lebe von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen! Und ich habe die Schlüssel des Totenreiches und des Todes, Offb 1:17,18.

 


 Und diese Trostworte des Herrn Jesus Christus an den Apostel Johannes sind auch an jeden wahren Christen gerichtet.