Um alle Gerechtigkeit zu erfüllen ließ sich Jesus aus Nazareth im Jordan von Johannes dem Täufer taufen, Mt 3:15. Danach wurde er vom Geist in die Wüste geführt, wo ihn der unsichtbare Feind Gottes, Satan, versuchte. Mit dem Hinweis auf Gottes Wort ( Es steht geschrieben) und der Aufforderung an Satan, dass dieser weichen soll (Weiche, Satan!) widersteht der Sohn Gottes der Versuchung und Satan kommt nicht an sein angestrebtes Ziel, Mt 4:1-11. Danach beginnt Jesu mit seinen Verkündigungen, ausgehend von Galiläa. Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen, war sein Zuruf an die Menschen. Er lehrte in den Synagogen, auf den Straßen und auf den Marktplätzen. Der Schwerpunkt seiner Lehre war die Verkündigung des Evangeliums, auf Deutsch die gute Botschaft von Gott. Hierbei tat er Zeichen und Wunder und heilte Kranke. 

Jüdische Männer hörten von ihm und folgten ihm. In  unterschiedlicher Weise werden nun diese Männer vom Herrn Jesu in die Nachfolge gerufen und berufen. Des Weiteren schlossen sich dem Verkündiger aus Nazareth auch andere jüdische Männer, ebenso auch jüdische Frauen, an. Die Männer waren nun Jünger und die Frauen Jüngerinnen (Apg 9:36) von Jesus aus Nazareth. Und aus dieser Jüngerschar erwählte Jesus zwölf Männer, die er Apostel nannte, Lk 6:13. Das Wort Apostel heißt auf Lateinisch Missionar und auf Deutsch Gesandter. Da der Sohn Gottes, Jesus Christus, ein Gesandter des Vaters ist, nennt ihn die Schrift ebenfalls Apostel, Heb 3:1. Als die zwölf Jünger vom Herrn Jesus zum Aposteldienst erwählt wurden, waren diese jüdischen Männer etwa zwischen 12 und 15 Monate schon mit dem Herrn Jesus zusammen. Elf von ihnen kamen aus der Region Galiläa und einer aus Südjudäa. Bei diesem Apostel handelte es sich um Judas Is-Kariot. Is bedeutet Mann und Kariot war der Name für eine Ortschaft. Judas war also ein Mann aus Kariot. Er sprach einen anderen hebräischen Dialekt als die elf anderen Apostel. Zum Teil kannten sich diese elf Apostel bereits durch geschäftliche und verwandtschaftliche Beziehungen. Es waren einfache jüdische Männer ohne theologische Ausbildung. Ihren Lebensunterhalt verdienten sie sich durch handwerkliche Berufe oder dienten dem Staat. 

So unterschiedlich diese Männer auch waren, hatten sie jedoch eines gemeinsam. Ihre Gemeinsamkeit betraf den Glauben an den lebendigen Gott. Alle zwölf Jünger glaubten an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Ihnen war das Gesetz Mose, die Torah, wichtig und sie hatten die große Hoffnung auf den kommenden Messias. Als Jesus diese Männer in die Nachfolge berief, war es der Nathanael, der auch Bartholomäus genannt wird, der bereits zu Beginn seiner Nachfolge eine wichtige Aussage über Jesus machte. 

Nathanael war ein Freund von Philippus. Und als Jesus den Nathanael auf sich zukommen sah sprach er von diesem: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Falschheit ist! Joh 1:47.

 

Natürlich war Nathanael ein Sünder wie alle anderen Menschen auch. Jedoch war er ein jüdischer Mann, dessen Verhalten mit dem Glauben an den Gott Israel übereinstimmte. Und weil dies so bei ihm war, hatte er keine Falschheit. 

Nathanael, der zuvor zum Ausdruck brachte, dass aus Nazareth nichts Gutes kommt, hatte dann doch ein Interesse an einem Gespräch mit diesem Mann aus Nazareth. Und hierbei machte er eine wichtige Aussage. 

Wörtlich: Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Joh 1:49. 

Viele Monate später stellte Jesus an die Jünger die Frage: Für wen halten die Leute mich, den Sohn des Menschen? Hierzu nannten dann  die Jünger verschiedene Namen von Propheten. Danach richtete jedoch der Herr Jesu die Frage an die Jünger. Und seine Frage war: Für wen haltet ihr mich. Hiermit forderte der Sohn Gottes von diesen Männern, ihre persönliche Meinung auszusprechen. Und nun ist es Simon Petrus der die Frage des Herrn beantwortet.  

Wörtlich: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes! Mt 16:16.

Das Wort "lebendig" ist bei dieser Antwort von großer Bedeutung. Es gibt viele Götter, die aber alle tot sind. Aber es gibt nur einen lebendigen Gott. Und dieser hat sich geoffenbart als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Daher sollten Christen immer vom lebendigen Gott sprechen und nicht nur von Gott. Gerade in der heutigen Zeit, wo man versucht, den Allah des Korans mit dem Gott der Bibel gleichzusetzen, ist dies wichtig. Denn dieser Allah ist ein Baal und ein Baal ist ein toter Gott, ein Götze.
 
Und Simon Petrus bekommt vom Herrn Jesus die Information, dass er diese Offenbarung vom Vater im Himmel bekommen hat. Noch ein Hinweis zu der Bezeichnung Sohn des Menschen: Diese Aussage "Sohn des Menschen" wird für den Messias verwendet und kommt vom Propheten Daniel, Dan 7:13. Und Jesus aus Nazareth selbst nennt sich mehrmals Sohn des Menschen, was im Matthäusevangelium wiedergegeben wird. Mit dem Hinweis auf den Sohn des Menschen oder auf den Sohn Gottes ist immer die gleiche Person gemeint, der Messias oder griechisch Christus. Ein Elternteil Gott, ein Elternteil Mensch. Der Messias ist ein wirklicher Mensch und wahrer Gott von Ewigkeit. 

Alle zwölf Apostel glaubten an Jesus aus Nazareth, dass er der verheißene Messias ist und liebten diesen Herrn. Auch Judas Is-Kariot glaubte und liebte ihn. Jedoch war sein Glaube von politischen Vorstellungen beeinflusst. Des Weiteren hatte er eine Liebe zum Geld, die er nicht aufgab und war von daher immer noch gebunden. Als dieser Jünger und Apostel feststellte, dass Jesus aus Nazareth nicht mit dem Metallschwert das jüdische Volk von der Fremdherrschaft der Römer befreien wird, so wie er es sich erhofft hatte, veränderte er seine persönliche Einstellung gegenüber dem Herrn und Satan konnte ihn als Werkzeug einsetzen.

 

Fast drei Jahre waren die Apostel mit dem Herrn Jesus zusammen. Sie hörten seine Botschaften, sahen seine Zeichen  und erlebten die Wunder,  die er tat. Alles stimmte mit dem überein, was sie von der Torah und den prophetischen Büchern wussten. Sie waren Schüler und der Herr Jesu war ihr Lehrer. Als Mose die zehn Gebote, die Gott mit dem Finger in zwei Steintafeln geschrieben hatte, im 2. Buch Mose niederschrieb, leitete er unter der Führung des Heiligen Geistes diese Gebote mit einer Präambel ein. 

Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt habe, 2.Mo 20:2.

Das von Gott gegebene Gesetz wird jedoch von der Schrift später als das Gesetz Mose bezeichnet, z.B. Joh 1:17; 7:19, 23. Dem Gesetz Mose gegenüber steht nun das Gesetz des Christus, bzw. das Gesetz des Geistes, Röm 8:2; Gal 6:2.


Die Lehre Jesus und die Lehre der Apostel sind das Gesetz des Christus. Jakobus, der Halbbruder des Herrn Jesu, nennt dieses Gesetz das vollkommene Gesetz der Freiheit, Jak 1:25. Eine Freiheit zur Sünde hat jedoch der Christ nicht. Und dieses Gesetz des Christus wird ebenfalls mit einer Präambel eingeleitet. Christen nennen diese Präambel die Seligpreisungen, Mt 5:1-12.

 

Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel! 
Glückselig sind die Trauernden, denn sie sollen getröstet werden!
Glückselig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben!
Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie sollen satt werden!

Glückselig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen!
Glückselig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen!
Glückselig sind die Friedfertigen, denn sie werden Söhne Gottes heißen!
Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel!

Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinet willen! Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im

Himmel; denn ebenso haben sie die Propheten

verfolgt, die vor euch gewesen sind. 

 

 

 

 

Nach dieser Präambel oder Einführung erfahren die Apostel Lehre vom Herrn, sodass sie später als Apostel, geführt vom Heiligen Geist, weitere Lehre vom Herrn den Christen verkündigen konnten. 

Und so konnte auch der Apostel Paulus an die Christen in Galatien schreiben:

Gal 5:14, Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, 3.Mo19:18.

Danach verweist Paulus auf das Gesetz des Christus.

Wörtlich: Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen! Gal 6:2. 

Die Seligpreisungen und die Lehre ihres Herrn waren für die Apostel überwältigend. Und doch haben sie vieles nicht verstanden. Dies geschah erst nach der Auferstehung des Herrn und der Ausgießung des Heiligen Geistes der Sohnschaft. Aber was von ihnen zu diesem Zeitpunkt für ihren Herrn bestanden hatte, war der Glaube an ihn und ihre Liebe zu ihm. 

 

Die Schar der Menschen, die dem Herrn Jesus nachfolgten, war nicht klein. Dieser Mann, den der Prophet Johannes der Täufer das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt genannt hatte, wurde von denen, die ihm nachfolgten mit Rabbi, Meister und Herr angeredet. Aber nicht nur diese Menschen taten es, sondern auch die, welche ihm nicht nachfolgten. Selbst geistliche Leiter, wie zum Beispiel Nikodemus, redeten ihn mit Rabbi an und nannten ihn einen Lehrer, der von Gott gekommen ist. Diese ehrenhaften Anreden bewirkten bei der geistlichen sowie auch bei der weltlichen Obrigkeit Neid und Eifersucht. Hatte doch dieser Jesus nie eine Rabbischule besucht und war zudem nicht verheiratet, was sich für einen Rabbi nicht gehörte. Des Weiteren ließ dieser Jesu es zu, dass Frauen ihm ebenfalls folgten. Ein wirklicher Rabbi hätte so etwas nicht erlaubt. Zu dem Neid und zu dieser Eifersucht kam jedoch noch Hass hinzu. Bei den Predigten des Herrn an die Menschen sprach er oft die Worte aus: Ihr habt gehört. Hiermit bezog sich Jesus auf die menschliche Lehre der Rabbiner, der Schriftgelehrten und der Pharisäer. Diese stellten ihre Lehren über das Wort Gottes und machten diese verbindlicher als das wahre Wort. Mit seinem Hinweis: Es steht geschrieben, werden die Menschen von Jesu auf das geschriebene Wort Gottes, auf die Torah, auf die Propheten und auf die Psalmen, hingewiesen. Und immer wieder sprach er zu den Menschen: Ich aber sage euch. Mit dieser Aussage verwies er auf das Neue, auf das Kommende, auf das Gesetz des Geistes, auf das Gesetz des Christus. Diese Formulierungen des Herrn Jesus waren oft für die geistlichen Leiterschaften schwer zu ertragen. Bildlich gesprochen  schäumten sie wahrscheinlich oft vor Wut und sannen nach, wie sie diesen Jesus aus Nazareth töten können. Aber auch die weltliche Obrigkeit, Herodes Antipas, der Sohn von Herodes dem Großen, war feindlich gegen Jesus eingestellt und wollte ihn töten. Jesus nannte diesen Herodes, der den Johannes durch Enthauptung töten ließ, einen Fuchs, Lk 13:31,32. 

 

Jesu predigte in der Öffentlichkeit, aber auch außerhalb der Öffentlichkeit. Er hielt seine Reden manchmal vor großen Volksmengen und dann wieder vor kleinen Gruppen. Und er führte auch Gespräche mit einzelnen Menschen. Hierbei predigte er nicht nur von Vergebung der Sünden, von der Liebe Gottes und vom Reich der Himmel, sondern er sprach auch die Wirkung der Sünde an und die Buße, sowie das Gericht Gottes und ließ die Menschen nicht im Unklaren über den furchtbarsten Ort im Universum, die Hölle. 

So kam es auch, dass Jesu Worte eine Scheidung unter den Jüngern bewirkte. Viele seiner Jünger zogen sich von ihm zurück und gingen nicht mehr mit ihm. Sie nannten seine Rede zu hart. Die zwölf Apostel blieben bei ihm. Und doch stellte Jesu an sie die Frage: Wollt ihr nicht auch weggehen?

Wiederum tritt in dieser Situation Simon Petrus als Sprecher der Apostel auf. Und er sprach zu seinem Herrn:

Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes, Joh 6:60-69.

 
Diese Aussage von Simon Petrus, Du hast Worte des ewigen Lebens, ist auch heute für einen gläubigen Christen, besonders wenn er in Bedrängnis ist, sehr wichtig und ein großer Trost. 
Simon Petrus spricht hier für alle Apostel, auch für Judas Is-Kariot. Jedoch wusste Simon Petrus noch nicht, dass einer von ihnen den Herrn verraten wird. Aber der Herr wusste es. Von daher gibt nun der Herr eine andere Antwort, als er es zuvor getan hatte, als Simon Petrus die Erkenntnis aussprach, die ihm der Vater im Himmel gegeben hatte.

Und nun ist die Antwort des Herrn an alle zwölf Apostel gerichtet. Er macht sie darauf aufmerksam, dass er sie alle erwählt hat und einer von ihnen ist ein Teufel, Joh 6:70,71. 

Die zwölf Apostel bleiben bei ihrem Herrn, obwohl sie miterleben konnten, wie ihr Herr und Meister Ablehnung erfuhr. Sie sahen den Neid, die Eifersucht und den Hass von manchen Menschen, besonders von  der geistlichen Leiterschaft der Juden, gegenüber ihrem Lehrer. Sie hörten wie diese geistliche Leiterschaft ihren Meister beschuldigte, dass er seine Zeichen und Wunder in der Kraft des Beelzebul durchführen würde, Mt 9:34; 12:24. Beelzebul kann im Deutschen sinngemäß übersetzt werden mit "Herr der Fliegen." Und diese Bezeichnung war ein Titel für Satan. Einer von ihnen, Judas Is-Kariot, fing jedoch an, seinen Glauben und seine Liebe gegenüber Jesu zu heucheln. Enttäuscht, dass dieser Jesus aus Nazareth seinen politischen Vorstellungen nicht nachkam, wird er zum Verräter. 

 

Elf Apostel waren jedoch bereit,  ihren Herrn nicht so ohne Weiteres aufzugeben. Simon Petrus ging sogar so weit, dass er das Metallschwert zog und auf einen Knecht des Hohepriesters einschlug und diesem ein Ohr abschlug. Seine Absicht war es jedoch, diesen Mann zu töten. Aber als ungelernter Schwertkämpfer verletzte er ihn nur. Und in dieser Situation spricht Jesus zu ihm. Simon Petrus erfuhr vom Herrn eine Korrektur. Und Simon Petrus hat diese Korrektur verstanden. Denn es ging um Gottes Wort. Wörtlich:

Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Platz! Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen! Mt 26:52. 
Mit dieser Aussage spricht Jesus drei Dinge an. Zunächst Gottes Wort vor der Zeit des Gesetzes. Dies betraf Gottes Bund mit Noah. Wörtlich:

Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn im Bild Gottes hat Er den Menschen gemacht. 

Zum Zweiten das Gesetz, das Mose von Gott erhalten hatte, und dieser hatte es dem Volk Israel mitgeteilt. 

Du sollst nicht töten! 2.Mo 20:13.

Mit töten ist eigentlich das Morden gemeint, das ungesetzliche Töten. Denn das Gesetz ordnete bei mancher Verfehlung gegenüber dem Gesetz das Töten der jeweiligen Person an. 

Und zum Dritten ging es bereits um ein Gebot, welches zum Gesetz des Christus gehörte. 

Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid, Mt 5:43-45. 

Simon Petrus hat den Hinweis seines Herrn verstanden. Er benutzt das Schwert nicht weiter. Bei dem zweiten erwähnten Schwert sollte ein Christ nicht zur Auffassung kommen, dass es sich hier um das Racheschwert eines Menschen handelt. Denn Israel wusste vom Gesetz, wem die Rache zusteht. Die Rache gehörte dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Ihm gehört das Racheschwert. Wörtlich:

Du sollst nicht Rache üben, noch Groll behalten gegen die Kinder deines Volkes, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Ich bin der Herr, 3.Mo 19:18.

 

Und ich will das Schwert über euch kommen lassen, das die Bundesrache vollzieht! Und wenn ihr euch in eure Städte zurückzieht, will ich die Pest unter euch senden und euch in die Hand eurer Feinde geben, 3.Mo 26:25.

Mein ist die Rache und die Vergeltung, 5.Mo 32:35.

 

Bei dem zweiten Schwert handelt es sich um das Schwert der Obrigkeit, um das Gerichtsschwert. Es ist der Apostel Paulus der in seinem Brief an die Christen in Rom diesbezügliche Hinweise gibt, Röm 13:3,4. 

Simon Petrus fügt sich dem Herrn. Er und die anderen Apostel leisten keinen Widerstand. Aber nun müssen sie feststellen, dass ihr Herr alles, was gegen ihn erfolgt, widerstandslos geschehen lässt. Und dies führte bei ihnen zu einer Enttäuschung. Ihr Herr und Meister, der Christus, wird gedemütigt, beleidigt und verachtet. Man beschuldigte ihn zu Unrecht. Und ihr Herr lässt sich dies alles gefallen. Scham und Enttäuschung bestimmten nun immer mehr ihre Herzenshaltung. Sie schämten sich vor den Menschen und wollten keinen Kontakt mit ihnen haben. Sie verhielten sich so, dass die Menschen keine Verbindungen zwischen ihnen und diesem Jesus herstellen konnten. Simon Petrus ging sogar soweit, dass er auf entsprechende Fragen den Herrn leugnete. Als sie vernehmen, dass Jesus aus Nazareth, den sie Herr und Meister genannt haben und auch bekannt hatten, dass er der Christus ist, von den Römern blutig geschlagen worden war und nun den Kreuzestod sterben sollte, brach für sie eine Welt zusammen. Die Folge war, dass sie wegliefen, bis auf einen Apostel. Dieser Apostel, Johannes, blieb an der Seite von Maria, der Mutter Jesus.

 
Die Apostel wussten vom Gesetz, dass ein Mensch, der an das Holz gehängt wird, vor Gott verflucht ist, 5.Mo 21:23. Und ihr Herr, der nur Gutes getan und vollmächtig gepredigt hatte, wurde jetzt wie ein Verbrecher verurteilt. Dieses seelische Leid  war für die Apostel zu viel. Innerlich leergebrannt konnten sie ihrem Leben keinen Sinn mehr geben. Als sie vernahmen, dass Jesus am Kreuz nun gestorben war und man seinen Leib in eine Grabeshöhle gelegt hatte, waren ihre letzten Hoffnungen vollkommen  am Boden zerstört. 

 

Dann kam zu ihnen die Nachricht, dass das Grab leer sei. Und es war Petrus, der sofort das Grab aufsuchte und feststellen musste, dass es  tatsächlich leer war. Er geriet hierbei in großes Staunen. Die Kriegsknechte, welche das Grab bewacht hatten, konnten sich diese Tatsache nicht erklären und teilten den Vorgang den obersten Priestern mit. Diese und die Ältesten hielten über das Geschehene Rat und gaben den Kriegsknechten Geld, damit sie den Menschen erzählen sollen, dass die Jünger bei Nacht gekommen waren und den Leib gestohlen haben. Diese Lüge, hinter der der unsichtbare Feind Gottes stand, verbreitete sich unter den Juden und wird bis zum heutigen Tag immer wieder als Erklärung vorgebracht. 

 

Die Lüge, dass die Jünger den Leib des toten Jesus aus Nazareth in der Nacht gestohlen haben, verbreitete sich unter der Bevölkerung sehr schnell. Und diese falsche Behauptung dürfte auch zu Ohren der Apostel gekommen sein. Denn sie bekamen Furcht vor den Juden. Jedoch machte die Tatsache des leeren Grabes zehn Aposteln Mut, sich wieder zu treffen. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese zehn Männer weitere Gewissheit über das leere Grab haben wollten und was mit dem Leib ihres Herrn geschehen war. So trafen sich diese zehn Apostel am ersten Tag der Woche, am Abend, zu einer Versammlung. Ein Apostel konnte sich jedoch nicht überwinden. Dies war Thomas. Als Mensch neigte Thomas von seiner Grundmentalität mehr zum Pessimismus hin. Oft sah er zuerst das Negative. Ausgedrückt mit Worten aus der heutigen Zeit war er ein Mann, der wohl anfällig war für Depressionen. Und nun war sein geliebter Herr nicht mehr am Leben. Sein Glaube, dass dieser Herr der verheißene Messias ist, war vollkommen aus seinem Herzen. Obwohl er auch vom leeren Grab wusste, konnte er sich nicht überwinden, mit den anderen zehn Aposteln den Versammlungsort aufzusuchen.  Er wählte die Abgeschiedenheit, wie eine Schnecke, die sich in ihr Gehäuse zurückzieht. 

 

Und als nun diese zehn Apostel zusammen waren, kommt der Herr zu ihnen. Bestimmte zuvor Leid und Schmerz jeweils ihren inwendigen Menschen, wurde dieser nun mit Freude erfüllt. Und mit dieser Freude gingen sie zurück und teilten es dem Thomas mit. Und Thomas Reaktion war negativ. Thomas, der keinen Grund hatte, den zehn Jüngern zu misstrauen, denn er war ja drei Jahre mit ihnen zusammen, bringt jedoch ihnen gegenüber sein Misstrauen zum Ausdruck. Dieses Verhalten, Misstrauen gegenüber Menschen, die man liebt, obwohl kein Grund zum Misstrauen gegeben ist, gehört zum Bereich der Sünde. Und acht Tage später kommt Jesus wieder zu den Jüngern, als sich diese versammelt hatten. Nun war auch Thomas dabei. Nach dem Friedensgruß spricht der Herr zum Thomas. Wörtlich:

Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Joh 20:27. 

 

Weil der Herr Jesus in dieser Situation das Wort ungläubig und gläubig ausgesprochen hatte, wird oft vom ungläubigen Thomas gesprochen. Man meint damit seinen Glauben an Gott. Dies trifft aber nicht zu. Denn Thomas war ein gläubiger Jude, der an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs glaubte. Er glaubte an den lebendigen Gott und hatte diesbezüglich keinen Unglauben. Bei ungläubig und gläubig geht es um die Auferstehung. Bezüglich der Auferstehung hatte Thomas einen Unglauben. Und nun wird er vom Herrn aufgefordert, diesen Unglauben abzulegen und den Glauben an die Auferstehung anzunehmen. 

Und in diesem Moment ist im inwendigen Menschen von Thomas eine überwältigende Erkenntnis gekommen. Und diese Erkenntnis spricht er gegenüber dem auferstandenen Herrn aus. Wörtlich:

Mein Herr und mein Gott! Mt 20:28.

Der Apostel, der oft zögerlich war, darf diese großartigen Worte aussprechen. Worte die für jeden wahren Christen wichtig sind. 

Jesus ist Herr und Gott.

 

Vierzig Tage erschien der Herr den Aposteln und lehrte sie über das Reich Gottes. Für die Apostel war dies der Höhepunkt der Lehre durch ihren Herrn. Dann kam der Tag, an dem sie der Herr auf einen Berg bestellte. Bei diesem Berg handelt es sich um den Ölberg, der sich nahe bei Jerusalem befindet. Die elf Jünger wussten nicht, was auf sie zukommen würde. Als sie den Herrn sahen, warfen sich einige anbetend vor ihm nieder und andere zweifelten. Dieser Zweifel bezog sich jedoch nicht auf den Herrn, sondern auf den weiteren Weg, wie es weiter gehen soll. Wie ist es mit der Zukunft? Nachdem er den Jüngern noch Hinweise gegeben hatte, hob er seine Hände auf und segnete sie. Und nun sahen die Jünger mit ihren Augen, wie ihr gekreuzigter und auferstandener Herr in den Himmel gehoben wurde. Der Apostel Paulus nennt dann später in seinem zweiten Brief an die Christen in Korinth diesen Himmel den dritten Himmel und bezeichnet ihn als Paradies. Es handelt sich hierbei um den Thronhimmel Gottes, um seinen himmlischen Wohnsitz. 


Zwei himmlische Boten, also Engel, die in Männergestalt auftreten, erklären den elf Jüngern, dass dieser Jesus wieder so kommen wird, wie sie ihn in den Himmel auffahren gesehen haben. Als gläubige Juden wussten sie vom Alten Testament, dass der Prophet Elia mit feurigen Wagen und feurigen Pferden im Sturmwind in den Himmel gebracht wurde, 2.Kö 2:11. Aber es erfolgte kein Hinweis, dass dieser Prophet Elia wieder auf die gleiche Weise zur Erde kommen würde. Bezüglich ihres Herrn Jesus hatten sie nun eine himmlische Botschaft bekommen. Und diese Botschaft war eine Hoffnung mit Gewissheit. 

Mt 28:16-20; Lk 24:50-53, Apg 1:9-11. 

 

Lag nach der Kreuzigung des Herrn Jesus die Lebens- und Sinnfreude der Jünger am Boden, kam nach der Begegnung mit dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn wieder Freude in ihre Herzen. Diese Freude war entstanden, weil ihr Herr auferstanden war und er lebt. Eine Steigerung dieser Freude erfolgte nun nach der Himmelfahrt des Herrn. Denn nun kam die Gewissheit hinzu, dass ihr Herr sich im Himmel befindet, aber dass er auch von dort wiederkommen wird.

Auch wahre Christen kommen immer wieder in Situationen, wo es ihrem inwendigen Menschen nicht so gut geht. Bedrängnisse sind auf dem schmalen Weg, vom Kreuz zur Krone, zu überwinden. Nöte treten auf durch Krankheit, Altersschwäche, Alleinsein, Streitigkeiten in der Familie, Ausgrenzung, Arbeitslosigkeit, Ungerechtigkeiten am Arbeitsplatz und Angriffe durch Nichtchristen oder von Menschen, die vorgeben, Christen zu sein. All diese Situationen können einen Christen nach unten ziehen, so wie dies auch bei den Aposteln der Fall war. Und wenn der unsichtbare Feind Gottes einem wahren Christen die Freude am Glauben rauben möchte, so sollte sich der Christ an die Apostel erinnern, wie sie mit Freude und mit der Hoffnung der Gewissheit vom Ölberg nach Jerusalem zurückkehrten. Geistlich zum Ausdruck gebracht, sollte der Christ in solchen gegebenen Lebensumständen mit den Aposteln auf dem Ölberg sein, die Himmelfahrt des Herrn erfassen und sich bewusst machen, der Herr hält seine Hände über ihn und segnet ihn. Auch heute dürfen Christen Anteil haben an der Freude, welche die Apostel hatten, als diese sahen, wie der Herr in den Himmel emporgehoben wurde und sie die himmlische Botschaft hörten, dass dieser Jesus auf gleiche Weise wieder kommen wird. Und dies ist eine große Freude für jeden wahren Christen. 

 

 

Helmut KRCAL, Bibelhauskreis Zotzenbach im Odw.