Innerhalb der Christenheit gibt es Christen, die betonen, dass im Alten Testament die Heiligkeit Gottes und im Neuen Testament die Liebe Gottes zum Ausdruck gebracht wird. Eine solche Aussage ist jedoch nicht ganz unproblematisch. Ohne Zweifel kann ein bibelgläubiger Christ beim Lesen der Heiligen Schrift feststellen, dass im Alten Testament die Heiligkeit Gottes ein "Schwerpunkt" ist, während im Neuen Testament wiederum die Liebe Gottes mehr im Zentrum steht. Die Gefahr der Trennungsaussage, bezüglich der Heiligkeit und Liebe Gottes, ist diese, dass Menschen zur Auffassung kommen können, das Alte Testament würde nicht auf die Liebe Gottes und das Neue Testament nicht auf die Heiligkeit Gottes hinweisen. Christen, die eine solche Auffassung angenommen haben, ordnen daher dem Alten Testament einen strafenden Gott zu und ein liebender Gott wird von ihnen dem Neuen Testament  zugeordnet. Somit wird der lebendige Gott geteilt. Der lebendige Schöpfergott, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der sich offenbarte als Vater, Sohn und Heiliger Geist, der eine Gott, der in sich mehrfach ist, kann nicht geteilt werden. Denn der "ewige Gott" ist im Alten Testament und im Neuen Testament der gleiche Gott. 

 

Der Anfang von diesem Thema beginnt eigentlich mit einer Frage. Und diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. "Warum hat Gott geschaffen", heißt diese Frage. Und vor der Beantwortung dieser Frage ergibt sich für einen Christen bereits schon eine weitere Frage. Und diese Frage lautet: Darf ein Christ überhaupt eine solche Frage stellen?  Die Antwort ist ja, wenn der Christ versucht, eine solche Frage vom Wort Gottes her zu beantworten. Denn Gottes Wort hilft hierzu dem bibelgläubigen Christen. Hierbei muss sich jedoch ein Christ immer bewusst sein, dass er nicht alles erfassen kann und es ihm immer wieder schwerfallen wird, manches zu verstehen. Denn er ist ein Geschöpf und der lebendige Gott ist der Schöpfer. Und dieser Schöpfergott gibt bereits in seinem Wort zur Schöpfung Hinweise über sich. 

Am Anfang schuf Gott, teilt die Bibel mit. Und das hebräische Wort für Gott steht an dieser Stelle in der Bibel in der Mehrzahl. Danach kommt der Hinweis: der Geist Gottes schwebte und Gott sprach. Und dieser eine Schöpfergott offenbart sich nach und nach in seiner Mehrzahl. Und diese Mehrzahl ist drei, nicht mehr und nicht weniger. Der eine Schöpfergott ist Vater, Sohn und Heiliger Geist. Das Sprechen Gottes ist das Wort. Und dieses Wort ist Jesus Christus, Joh 1:1-3, den die Bibel Sohn Gottes nennt, Lk 1:35. 

Im Schöpfungsbericht erfolgt die Mitteilung: 

 

Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich; 1.Mo 1:26.
 
Der Schöpfergott spricht hier zu sich in seiner Mehrzahl. Die Tiere waren zu diesem Zeitpunkt schon geschaffen. Auch die Engel, wobei der Schöpfungsbericht über die Erschaffung der Engel schweigt. An anderen Stellen in der Bibel wird jedoch vom Wort Gottes hierzu Hinweise gegeben. 
Die Aussage "unserem Bild, uns ähnlich" wird von der Schrift nur im Zusammenhang mit der Erschaffung der Menschen genannt. Bezüglich der Erschaffung der Engel wird diese Aussage nicht gemacht. Drei Gruppen von Wesen wurden von dem einen Schöpfergott, der in sich mehrfach ist, geschaffen. Die Engel, Geistwesen in der unsichtbaren Welt, sowie Tiere und Menschen als irdische Wesen in der sichtbaren Welt. Und nur der Mensch ist im Bild Gottes geschaffen, ihm ähnlich (nicht gleich).

 

Aufgrund dieser Aussage der Schrift sind daher manche Christen zu der Auffassung gekommen, dass Gott so gehandelt hat, weil er einsam war. Er sehnte sich wohl nach Gemeinschaft. Dies kann so gewesen sein. Jedoch eher unwahrscheinlich. Unwahrscheinlich deshalb, weil der eine Gott von Ewigkeit her in sich mehrfach ist. Er hatte immer Gemeinschaft mit sich selbst und war nicht einsam. Ein Verlangen nach Gemeinschaft dürfte deshalb bei dem Dreieinigen Gott nicht vorgelegen haben. Vielmehr ergibt sich aus der ganzen Offenbarung Gottes (die Bibel) der Hinweis, dass dieser Gott erkannt werden wollte. Er, der Allmächtige Gott, voller Heiligkeit und Liebe, hatte den Entschluss gefasst, Geschöpfe zu schaffen, die seine Heiligkeit und seine Liebe erkennen, ihn anbeten, ihm alle Ehre geben und ihn lieben. 

Engel wissen um die Heiligkeit Gottes. Tiere haben keine Kenntnis über die Heiligkeit und Liebe Gottes. Der Mensch schon, denn er ist im Bild Gottes geschaffen, ihm ähnlich. Bevor die Frau aus der Rippe des Mannes vom Schöpfergott erschaffen wurde, sprach der Allmächtige zu Adam. Und was der Schöpfergott zu Adam sprach, war der Hinweis auf seine Heiligkeit. Wörtlich:

Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben, 1.Mo 1:16,17.

Obwohl Adam um das Gebot Gottes wusste, widersteht er nicht der Verführung. Die Heiligkeit Gottes stand ihm nicht vor seinen Augen. Sein Herz war nicht nach der Heiligkeit Gottes ausgerichtet, sondern er sah die Frau, wie diese die Frucht aß, um danach ebenfalls die Frucht zu essen, die ihm die Frau gab. 


Adam hatte somit das Gebot übertreten und die Heiligkeit Gottes missachtet. Die vertraute Gemeinschaft mit dem Schöpfergott war zerbrochen. Ohne Zweifel war dies zunächst ein Sieg des unsichtbaren Feindes Gottes. Gott hätte dies in seiner Allmacht verhindern können. Das hatte er jedoch nicht getan. Denn der Dreieinige Schöpfergott, voller Heiligkeit und Liebe, hatte die Engel und die Menschen mit freiem Willen geschaffen. Ihm war es wichtig, dass diese Geschöpfe einen freien Willen haben, damit sie Entscheidungen treffen können. 

 

Satan, der bereits vor dem Sündenfall des Menschen in der unsichtbaren Welt gegen seinen Schöpfer rebelliert hatte und somit die himmlischen Bereiche durch Sünde verunreinigte, wusste um die Heiligkeit Gottes und dessen Gebot an Adam. Aber auch um die Folgen für den Menschen, wenn dieser das Gebot nicht einhält. Du musst gewisslich sterben, hatte Gott zu Adam gesprochen. 
Was jedoch dieser von Gott abgefallene Engel nicht wusste, war die Liebe Gottes zu dem Menschen, der im Bild Gottes geschaffen worden war. Und diese Liebe Gottes zu seinem Geschöpf Mensch war durch den Sündenfall nicht zerstört worden. 
Im Garten Eden bekam Satan diesbezüglich eine klare Aussage von Gott. Und der Grund dieser Aussage ist die Liebe Gottes zu dem Menschen. Wörtlich:

Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen, 1.Mo 3:15.

 

In seiner Liebe zu seinem Geschöpf Mensch hat der lebendige Schöpfergott bereits vor dem Sündenfall des Menschen einen Rettungsweg für diesen geschaffen. Es ist der Apostel Simon Petrus, der in seinem ersten Brief an die Christen diese Entscheidung Gottes mitteilt, 1.Petr 1:14-21. Und im Garten Eden, nach dem Sündenfall des Menschen, wird von Gott der erste Hinweis auf das Kommen Jesus Christus gegeben. Es ist auch der erste Hinweis auf die Jungfrauengeburt. Der Ausdruck "Same der Frau" wird an keiner weiteren Stelle in der Bibel noch einmal erwähnt. Ansonsten teilt die Schrift immer mit: "Same des Mannes." Aber weil dieser Same keinen Mann als Vater hat, sondern Gott, wird daher von der Bibel mitgeteilt: "Same der Frau."

Adam hat diese Aussage Gottes, den Rettungsweg, verstanden. Denn unmittelbar, nachdem Gott gesprochen hatte, nennt Adam seine Frau mit Namen Eva. Dieser Eigenname Eva bedeutet ins Deutsche übersetzt Leben. In Bezug auf Gottes Aussage wurde von Adam ganz bewusst dieser Name seiner Frau gegeben. Denn Adam hatte nun eine Hoffnung. Wörtlich:

Und Adam gab seiner Frau den Namen Eva; denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen, 1.Mo 3:20.

Ausgehend von dieser Mitteilung ist es auch möglich, einen Bezug zu Hiob herzustellen. In der Auseinandersetzung mit seinen drei Freunden, Eliphas, Bildad und Zophar, spricht Hiob ihnen gegenüber eine große Erkenntnis aus. Wörtlich:

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und zuletzt wird er sich über den Staub erheben. Und nachdem diese meine Hülle zerbrochen ist, dann werde ich, von meinem Fleisch los, Gott schauen; ja, ich selbst werde ihn schauen, und meine Augen werden ihn sehen, ohne ihm fremd zu sein. Danach sehnt sich mein Herz in mir, Hi 19:25-27.

 

Der Schöpfergott beruft Abram und sendet ihn nach Kanaan. Und als Abram wieder zwischen Bethel und Ai war, da wo er einen Altar errichtet hatte, rief er den Namen des Herrn an, 1.Mo 13:4. Dieser Name dürfte hier im Sinne von "Allmächtiger" gemeint sein. Denn erst viel später offenbart sich der lebendige Gott dem Mose mit Namen. Zunächst weist er darauf, dass er der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs ist, 2.Mo 3:6. Im weiteren Gespräch mit Mose erfolgt Gottes Selbstoffenbarung, was seinen Namen angeht. Wörtlich:

Ich bin, der ich bin, 2.Mo 3:14. 

 

In der anschließenden Auseinandersetzung mit dem Pharao bekam Mose vom lebendigen Gott aufgetragen, diesen auf den Herrn, auf den Gott der Hebräer, aufmerksam zu machen. Wörtlich:

Der Herr, der Gott ist uns begegnet, 2.Mo 3:18; und sprich zu ihm: Der Herr, der Gott der Hebräer, hat mich zu dir gesandt, um dir zu sagen, 2.Mo 7:16; so spricht der Herr, der Gott der Hebräer, 2.Mo 9:1.

 

Nachdem Israel durch das Schilfmeer gezogen und der Pharao mit seiner ganzen Heeresmacht in diesem Meer umgekommen war, offenbart sich der lebendige Gott, der Gott der Hebräer, dem Mose noch einmal. Und diesmal erfolgen vom lebendigen Gott Hinweise über sein göttliches Wesen. Diese Offenbarung Gottes betraf seine Liebe und seine Heiligkeit. Wörtlich:

Und der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der Herr, der Herr, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue;
der Tausenden Gnade bewahrt und Schuld, Übertretung und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt, sondern die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern und Kindeskindern bis in das dritte und vierte Glied!, 2.Mo 34:6,7.

An Israel ergehen von Gott mehrere Gebote, welche die Liebe als Inhalt haben. Dies betraf zuerst die Liebe zu Gott, dann die Liebe zum Nächsten und die Liebe zum Fremden. Gott möchte, dass er zuerst geliebt wird. Und von dieser Liebe ausgehend, der Liebe zu Gott, sollte auch der Nächste und der Fremde geliebt werden, 5.Mo 6:5; 3.Mo 19:18,34.

Israel bekommt aber auch den Hinweis von Gott, dass er sie liebt (wobei die Retterliebe des dreieinigen Gottes allen Menschen gilt).


Wörtlich:

Denn ein heiliges Volk bist du für den Herrn, deinen Gott; dich hat der Herr, dein Gott, aus allen Völkern erwählt, die auf Erden sind, damit du ein Volk des Eigentums für ihn seist. Nicht deshalb, weil ihr zahlreicher wärt als alle Völker, hat der Herr sein Herz zugewandt und euch erwählt - denn ihr seid das geringste unter allen Völkern -, sondern weil der Herr euch liebte und weil er den Eid halten wollte, den er euren Vätern geschworen hatte, darum hat der Herr euch mit starker Hand herausgeführt und dich erlöst aus  dem Haus der Knechtschaft, aus der Hand des Pharaos, des Königs von Ägypten, 5.Mo 7:6-8.

Von ferne her ist mir der Herr erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus aller Gnade, Jer 31:3.

In seiner Liebe zu den Menschen hat Gott keinen Gefallen am Tod der Gottlosen.
Hierzu eine Stelle aus dem Alten Testament und eine aus dem Neuen Testament.

Oder habe ich Gefallen am Tod des Gottlosen, spricht Gott, der Herr, und nicht vielmehr daran, dass er sich von seinen Wegen bekehrt und lebt?, Hes 18:23,32; 33:11.

Denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter, welcher will (o. wünscht), dass alle Menschen gerettet (o. geholfen) werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, 1.Tim 2:3,4.

Aber neben den Geboten, welche die Liebe betreffen, erfolgen vom lebendigen Gott auch Gebote, die seine Heiligkeit angehen. Das Volk Israel wird diesbezüglich nicht im Unklaren gelassen. Auch die neutestamentliche Gemeinde nicht. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs teilt in seinem Wort ganz konkret mit, was es bedeutet, wenn Menschen seine Heiligkeit missachten. Geführt vom Heiligen Geist haben die Schreiber der Psalmen die Heiligkeit Gottes sehr oft erwähnt. 

 

Als der Prophet Jesaja den Herrn schaute und er von ihm in den Prophetendienst berufen wird, sieht er Engel, die Gott dienen, Seraphim, und die riefen:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen; die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit, Jes 6:3.

Dreimal wird das Wort heilig ausgerufen. Im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung, sind es wieder Seraphim die solche Worte rufen.
Heilig, heilig, heilig  ist der Herr, Gott der Allmächtige, der war, der ist und der kommt, Offb 4:8. 

Die von Gott nicht abgefallenen Engel rufen heilig. Und dieses Wort wird dreimal wiederholt. Was jedoch auffällt ist, dass von diesen heiligen, treuen Engeln kein Hinweis auf die Liebe Gottes gegeben wird. "Gott ist Liebe" wird von ihnen nicht ausgerufen. Eine Erklärung hierzu ist, dass der Same der Frau nur für die sündigen Menschen in diese Welt kam, damit diese gerettet werden. Der Same der Frau, der Sohn Gottes, Jesus aus Nazareth, kam nicht für die von Gott abgefallenen Engel. Für diese sündigen Engel gibt es von Gott her keine  Vergebung. Ein Werk der Erlösung wurde für sie nicht vollbracht. 

 

Als der Sohn Gottes, Jesus aus Nazareth, sichtbar in dieser Welt das Evangelium verkündigte, predigte er immer wieder den Menschen von der Liebe des himmlischen Vaters. Die Gebote der Liebe aus dem Gesetz Mose wurden von Jesu immer wieder erwähnt. Den Menschen nennt er jedoch zwei neue Gebote, welche die Liebe betrafen. Gebote, welche zum Gesetz des Christus gehören. Das eine Gebot fordert den Gläubigen auf, den Feind zu lieben und das andere Gebot betrifft die Glaubensgeschwister. Diese sind so zu lieben, so wie der Herr Jesu seine Jünger liebt, Mt 5:44; Joh 13:34. Er lehrte die Jünger den Gott Abrahams, Jsaaks und Jakobs vertrauensvoll mit Vater anzusprechen, Mt 6:6,9. Den allmächtigen Gott mit Vater anzusprechen war für die Jünger wohl überwältigend. Viele Jahre später, nach Ausgießung des Heiligen Geistes der Sohnschaft, ist es der Apostel Johannes, der unter der Führung des Heiligen Geistes an die Christen eine Erkenntnis mitteilen durfte, die jedoch von Anfang an bestanden hatte. Mit wunderbaren, klaren und deutlichen Worten wurde von ihm mitgeteilt: 

 

Gott ist Liebe, 1.Joh 4:8.

 

Johannes teilt zu dieser wichtigen Aussage noch weiter mit, dass nicht wir Menschen Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat als Sühneopfer für unsere Sünden, 1. Joh 4:7-21. Hier darf ein Christ sich wieder an den Samen der Frau erinnern. Die Retterliebe des Dreieinigen Gottes gilt allen Menschen. Und dies ohne Ausnahme. Die Hirtenliebe Gottes wiederum erfahren nur die Menschen, deren Namen im Buch des Lebens stehen. Die Entscheidung hierzu trifft jedoch der Mensch in seinem irdischen Leben, denn Gott hat ihn mit einem freien Willen geschaffen. 

 

Jesus predigte aber auch über die Heiligkeit Gottes. Dies taten später ebenso die Apostel und Männer, die unter der Führung des Heiligen Geistes standen. In ihren Verkündigungen gegenüber den Menschen wurde die Heiligkeit Gottes nie verschwiegen. Vom Sohn Gottes und von den Aposteln wurde die Wichtigkeit der Heiligkeit Gottes immer wieder genannt und was es bedeutet, wenn diese Heiligkeit durch die Sünde der Menschen verunreinigt wird und keine Buße geschieht. Die Folge für den nicht umgekehrten Menschen ist Gericht und Hölle. So wurde die Heiligkeit Gottes und die Folgen der Missachtung dieser Heiligkeit auch von den Propheten im Alten Bund immer wieder dem Volk Israel verkündigt. 

Etwa 30 bis 35 Jahre vor der Mitteilung "Gott ist Liebe" schrieb der Apostel der Heiden, Paulus, von Ephesus aus an die Christen in Korinth  Worte der Ermahnung und der Liebe. Paulus war nicht nur ein Apostel, sondern auch Lehrer und ein neutestamentlicher Prophet. Die Botschaften erhielt er somit direkt vom Herrn und war wie die alttestamentlichen Propheten ein Sprachrohr des Heiligen Geistes. Und in diesem Brief an die Christen in Korinth darf er wunderbare Worte zur Liebe niederschreiben. In diesem Brief teilt er den Christen mit, dass er ein Nichts wäre, wenn er keine Liebe hätte. Und diese Liebe hört niemals auf. Und am Schluss von diesem Abschnitt seines Briefes über die Liebe nennt Paulus drei Dinge, die für einen Christen wichtig sind.

 

Wörtlich:


Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen dreien ist die Liebe, 1.Kor 13:1-13.

 

Wenn Christen diesen Abschnitt der Bibel lesen, sollten sie bei dem Wort Liebe immer an den Sohn Gottes denken, an Jesus Christus, denn er ist die Liebe des Vaters. Zweimal bezeugte der Vater vom Himmel her vor menschlichen Ohren seine Liebe zum Sohn, Mt 3:17; 17:5.
Die Menschen, die sich haben retten lassen und deren Namen dadurch im Buch des Lebens stehen, werden in Ewigkeit beim  Lamm, dies ist der Herr Jesus, und beim Vater im himmlischen Jerusalem sein, Offb 21:9-27. 
Und in diesem neuen Jerusalem ist Glaube und Hoffnung für die Geretteten nicht mehr erforderlich. Glaube und Hoffnung sind nun nicht mehr da, denn dies ist nicht mehr notwendig. Aber was da ist, ist die Liebe. Und Jesus Christus, das Lamm, ist diese Liebe. Aufgrund dieser Tatsache ist die Liebe die größte, denn sie ist ewiglich. Der Dreieinige Schöpfergott hat seine Heiligkeit und seine Liebe den Menschen nach und nach geoffenbart. Gott liebt nicht nur sein Geschöpf Mensch, sondern Gott selbst ist die Liebe. Und in seinem Sohn, Jesus Christus, kam diese Liebe zu den Menschen. 

"Heilig, heilig, heilig ist der Herr" rufen die treuen himmlischen Engel. Und Gott selbst ist es, der mitteilt, dass er heilig ist. Wörtlich:

Denn ich bin der Herr, euer Gott; darum sollt ihr euch heiligen und sollt heilig sein, denn ich bin heilig, 3.Mo 12:44; dazu 1. Petr 1:14-16. 

 

Zusammen mit den heiligen Engeln kann ein Kind des himmlischen Vaters miteinstimmen in den Ruf: heilig, heilig, heilig ist der Herr. Aber im Gegensatz zu den Engeln kann der gerettete Mensch noch ausrufen: Gott ist Liebe. Denn Gott hat seine Liebe den Menschen geoffenbart. Er hat seinen Sohn gesandt als Sühneopfer für die Sünden der Menschen. Und im Thronhimmel, den Paulus als den dritten Himmel nennt und ihn als Paradies bezeichnet, werden die Menschen, die sich haben retten lassen und erlöst sind, zusammen mit den heiligen Engeln den lebendigen Gott, den Allmächtigen, anbeten, ihn loben, preisen und ihm danken. 

 

Nachdem der Jünger und Apostel Thomas vom auferstandenen Herrn Jesu angesprochen worden war, sprach Thomas zu ihm:

Mein Herr und mein Gott. 

Und später ist es der Apostel Simon Petrus, der auf die Frage des Herrn Jesus antwortete:

Ja Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. 

Durch das Sühneopfer Jesus Christus hat der Dreieinige Gott den Rettungsweg geschaffen, wo die Heiligkeit Gottes und die Liebe Gottes sich gegenseitig nicht ausschließen. In Jesus Christus kann nun Gott vergeben, ohne dass er an seiner Heiligkeit Abstriche machen müsste. 

Thomas und Simon Petrus sprachen gegenüber dem Sohn Gottes wichtige Worte aus. "Mein Herr und mein Gott" und "ich habe dich lieb". Und diese Worte sollten immer im Herzen und im Denken eines wahren Christen sein. Ist dies im Herzen und im Denken eines Christen festverankert, so hat das Auswirkungen auf die Liebe zu den Geschwistern. Und deshalb teilt Simon Petrus in seinem ersten Brief an die Christen mit: Vor allem aber habt innige Liebe untereinander; denn die Liebe wird eine Menge von Sünden zudecken, 1.Petr 4:8.

 

Helmut KRCAL, Bibelhauskreis Zotzenbach im Odw.