Die Lästerung des Heiligen Geistes - und das Blut Jesu

 

Gibt es eine Sünde, die das Blut Jesu nicht reinigt, ist immer wieder eine aufkommende Frage bei Christen.  Zumeist wird hierbei an die Lästerung gegen den Heiligen Geist gedacht, Joh 12:22-32. 

Wenn bibelgläubige Christen sich dieses Themas annehmen, so sollte beachtet werden, dass das  Wort der Wahrheit recht anzuwenden ist, das heißt, es muss richtig eingeordnet werden. Auch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass ein Mensch, der sich zum Herrn Jesu bekehrt hat, geheiligt ist durch die Opferung des Leibes Jesu Christi, und zwar ein für alle mal. 2.Tim 2:15; Hebr 10:9. 

Jesus aus Nazareth, geb. in Bethlehem, hatte sich vom Johannes dem Täufer im Jordan taufen lassen. Diese Wassertaufe war die Taufe, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Mit Gerechtigkeit ist das Gesetz des lebendigen Gottes gemeint. Gesalbt vom himmlischen Vater und geführt vom Heiligen Geist widersteht der Sohn Gottes in der Wüste der Versuchung durch Satan. Danach begann Jesus das Evangelium zu verkündigen. Wie zuvor Johannes der Täufer, forderte er die Menschen auf, Buße zu tun, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen. 

Der Sohn Gottes, der sich selbst auch immer wieder Sohn des Menschen nannte und mit dieser Namensnennung den Hinweis auf den Propheten Daniel gab, verkündigte in den Synagogen, auf den Straßen und Marktplätzen vor Menschen die gute Botschaft Gottes, das Evangelium. Jesus sprach von Sündenvergebung, von Versöhnung, von der Liebe und von der Herrlichkeit in Ewigkeit. Aber in seinen Predigten verschwieg er den Zuhörern gegenüber nicht die Folgen der Sünde. Er verwies auf die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes, sowie auf das Gericht und die Hölle. 

Immer wieder tat er während seines öffentlichen Dienstes Zeichen und Wunder, so wie es die alttestamentlichen Propheten  vorausgesagt hatten. Und aufgrund der Lehren der Rabbiner und Schriftgelehrten wussten die jüdischen Menschen, dass bestimmte Wunder nur durch den Messias geschehen werden. Und Jesus aus Nazareth war es dann auch, der diese messianischen Wunder  tat.

 

Als Jesus aus Nazareth die Menschen aufrief, Buße zu tun, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen, nahm die jüdische Geistlichkeit (Rabbiner, Schriftgelehrten, Pharisäer, Sadduzäer, Mitglieder des Hohen Rates und der Hohepriester) und die weltliche Obrigkeit (Vierfürst Herodes) von diesem Mann aus der Region Galiläa zunächst kaum Kenntnis. Dies änderte sich jedoch nach einer gewissen Zeit. Die Botschaften von diesem Jesus verbreiteten sich immer mehr unter der jüdischen Bevölkerung und wurden somit auch von der geistlichen Leiterschaft und der weltlichen Obrigkeit wahrgenommen. Des Weiteren mussten diese Männer feststellen, dass doch viel Volk zu diesem Mann aus Nazareth ging, und die Zahl der Menschen, die ihm folgten, nicht gering war. Hinzu kam noch, dass von Jesus  in seinen Verkündigungen Hinweise gegeben wurden, die  bei den geistlichen Persönlichkeiten, sowie auch bei den weltlichen Verantwortlichen, zu einem Misstrauen führte. Seine Aussagen: "Ihr habt gehört, es steht geschrieben" und "ich aber sage euch", bewirkten, dass die geistliche Leiterschaft, aber auch die weltliche Obrigkeit, anfingen ihn zu beobachten. 

Mit dem Hinweis "ihr habt gehört" verweist Jesus auf die von den Rabbinern und Schriftgelehrten eingeführte Mischna/Talmud. Diese waren religiöse Überlieferungen und keine biblischen Gesetzestexte. Es waren religiöse Regeln für die jüdischen Menschen im Alltag. Und die Rabbiner legten großen Wert auf die Einhaltung dieser Regeln. 

 "Es steht geschrieben" war eine weitere Aussage von Jesus. Hiermit sprach Jesu das geschriebene Wort Gottes, die Thora, an. Die Bibel nennt diese Thora das Gesetz Mose. 
 
Mit den Worten "ich aber sage euch" machte er die Menschen auf das Neue, auf das Kommende, aufmerksam. Später nennt der Apostel Paulus, unter der Führung des Heiligen Geistes, dieses "Neue" das Gesetz des Christus, Gal 6:2. 

Oft geben Christen den Hinweis, dass Jesus Christus mit der "Bergpredigt" die Thora, also das Gesetz Mose, ausgelegt habe. Es sei ein Hinweis an die jüdische, geistliche Leiterschaft gewesen, wie man in richtiger Weise dieses Gesetz hätte auslegen müssen. Andere Gruppen innerhalb der Christenheit haben wiederum die Auffassung, dass die Bergpredigt eine Ergänzung zu dem Gesetz  Mose sei. Im 5. Buch

Mose, Kapitel 4, Verse 1 und 2, wird jedoch dem israelitischen

Volk mitgeteilt:

 

Und nun, Israel, höre auf die Satzungen und auf die Rechtsbestimmungen, die ich euch zu tun lehre, damit ihr lebt und hineinkommt und das Land in Besitz nehmt, das euch der Herr, der Gott eurer Väter, gibt.
Ihr sollt nichts hinzufügen zu dem Wort, dass ich euch gebiete, und sollt auch nichts davon wegnehmen, damit ihr die Gebote des Herrn, eures Gottes, haltet, die ich euch gebiete. 

 

Jesus Christus, der Sohn Gottes, hat der Thora nichts hinzugefügt und diese nicht  neu ausgelegt, somit auch nicht verändert. Er hat das Gesetz Mose  ohne Sünde eingehalten. Daher gehört die Bergpredigt, beginnend mit der Präambel (Seligpreisungen),  zum Kommenden, zum Gesetz des Christus. 

Misstrauen war zunächst der Grund, warum ihn die geistliche und weltliche Obrigkeit beobachten ließ. Als die jüdischen Menschen anfingen, diesen Mann aus Nazareth auch mit Rabbi und Meister anzusprechen, kam zu dem Misstrauen noch Eifersucht bei den Rabbinern und Schriftgelehrten hinzu. Jesus hatte als Mann lediglich den Beruf "Bauhandwerker" gelernt (die Übersetzung Zimmermann ist nicht ganz korrekt).  Weiterhin kam dieser Mann aus der Stadt Nazareth, die keinen guten Ruf hatte und deren Bewohner bei der anderen jüdischen Bevölkerung nicht sehr angesehen war, Joh 1:46. Und dieser Bauhandwerker Jesu hatte keine Rabbinerschule besucht und war außerdem auch nicht verheiratet. Bevor ein jüdischer Mann Rabbi genannt wurde musste ein solcher Mann zuvor jüdische Theologie studiert und geheiratet haben. Ein Rabbi war somit auch ein Ehemann. Außerdem hätte ein "richtiger" Rabbi es nicht zugelassen, dass Frauen ihm nachfolgten. Und Jesus ließ es zu, dass Frauen in die Jüngerschaft kamen, die Jüngerinnen genannt wurden, Apg 9:36. Ein lediger Mann aus Nazareth, der in keiner Rabbinerschule war und der es zuließ, dass auch Frauen ihm nachfolgten, wurde trotzdem von den jüdischen Menschen mit Rabbi angesprochen. Diese Realität bewirkte bei der jüdischen Geistlichkeit Eifersucht. 

 

In Vollmacht verkündigte Jesus das Evangelium. Und hierbei tat er immer wieder Zeichen und Wunder, so wie es die Propheten, beginnend mit Mose, in prophetischer Weise vorausgesagt haben. Diese Zeichen und Wunder verursachten jedoch bei der geistlichen Leiterschaft, aber auch bei der weltlichen Obrigkeit Ängste. Zu dem bestehenden Misstrauen und der vorhandenen Eifersucht kam jetzt noch Angst hinzu. Die geistliche Leiterschaft und die weltliche Obrigkeit hatten zuvor bereits Angst vor dem Johannes dem Täufer. Sie scheuten sich aber zunächst, gegen diesen Johannes entsprechende Maßnahmen durchzuführen, denn die jüdischen Menschen sahen in diesem Johannes einen Propheten. Und jetzt trat wieder ein Mann auf, der sich aber im Gegensatz zum Johannes Sohn des Menschen nannte. Diese Bezeichnung war ein Titel für den Messias. Und dieser Mann, der sich Sohn des Menschen nannte, tat Zeichen und Wunder. Diese Tatsache bewirkte nun, dass die jüdischen Geistlichen sich mit der Frage beschäftigten, ob dieser Mann ein Prophet sein könnte und welche Veränderungen wohl dieser Verkündiger vornehmen möchte.

Die weltliche Obrigkeit wiederum hatte die Befürchtung, dass dieser Mann eventuell eine Rebellion anfangen könnte, um sie zu entmachten. Hinzu kam noch, dass Jesus am Sabbat einen gehbehinderten Kranken beim Teich Bethesda geheilt hatte. Und weil er dies am Sabbat getan hatte, wollten ihn die Juden töten. Als sie noch vernahmen, dass er den lebendigen Gott seinen eigenen Vater nannte und dieser wirke und er mit ihm, wurde ihre Tötungsabsicht noch gesteigert, Joh 5:1-30. Auch wenn dieses Wunder kein spezielles messianisches Wunder war, so war es jedoch ein Heilungswunder. Und die Folge von diesem Heilungswunder war ein gesteigerter Hass der Juden auf Jesu. 

Misstrauen, Eifersucht, Angst und Hass bestimmten immer mehr das Verhalten der Geistlichkeit, aber auch der weltlichen Obrigkeit. Ihre Einstellung gegenüber Jesu wurde nun feindlich. Waren sie zunächst nur ablehnend gegenüber dem Herrn Jesu, so traten sie jetzt mit Feindlichkeit  gegen Jesu auf.  Um ihn zum Schweigen zu bringen, suchten sie eine Möglichkeit, ihn nach der Thora anzuklagen.  Während nun die religiösen jüdischen Männer überlegten wie sie diesen Jesus anklagen könnten, um ihn danach zu töten, geschahen jedoch durch diesen Mann mehrere Wunder, die nach rabbinischer Lehre nur der Messias tun konnte. Und dies brachte die geistliche Leiterschaft in große Schwierigkeiten.

 

Jesus aus Nazareth tat Zeichen und Wunder, die in ähnlicher Weise vor ihm auch alttestamentliche Propheten in der Kraft des Geistes Gottes getan hatten. Hier darf man besonders an die Propheten Mose, Elia und Elisa denken. Aber auch Menschen, die keine Propheten waren, auf denen aber der Geist Gottes gekommen war, taten Wunder im Namen des lebendigen Gottes. Dies war auch zur Zeit Jesus der Fall. So haben auch die Söhne der Rabbiner Dämonen ausgetrieben. Diese Wunder gehörten nach dem Verständnis der jüdischen Theologen zur ersten Gruppe. Dann gab es noch eine zweite Kategorie von Wundern. Bei dieser zweiten Kategorie von Wundern ging es um Hauptwunder, die nur der Messias vollbringen konnte. 

Im dritten Buch Mose, Kapitel 13 und 14, wird dem israelitischen Volk mitgeteilt, was zu tun ist, wenn ein Israelit den Aussatz bekommen hatte. Aber da in Israel eine Heilung an einem solch erkrankten Israeliten noch nie geschehen war, hatten die Rabbiner eine solche Heilung als ein messianisches Wunder deklariert. Wenn also ein jüdischer Mensch von dieser Krankheit geheilt wird, dann war dies nur durch den Messias geschehen. Und im Lukasevangelium 5: 12-16 wird berichtet, wie der Herr Jesu einen an Aussatz erkrankten Juden heilt. 

 

Im Alten Testament, 2. Könige, Kapitel 5, Verse 1 bis 19, wird berichtet, wie der Heerführer des Königs von Aram, Naeman, an Aussatz erkrankt war und wie der Prophet Elisa ihn davon befreite. Naeman war jedoch kein Israelit, sondern ein Heide.

 

Nachdem das Volk Israel aus Ägypten gezogen war, beklagte sich das Volk und es kam zu einer Auflehnung. Die Schwester von Mose, Mirjam, die auch Prophetin genannt wurde, 2.Mo 15:20, und Aaron, der Bruder von Mose, redeten in dieser Situation gegen ihren Bruder, da dieser sich eine Kuschitin zur Frau genommen hatte. Und dies führte zu einem gefährlichen Konflikt. Und in diesen Konflikt greift der lebendige Gott ein. Mirjam und Aaron mussten zur Kenntnis nehmen, dass Mose treu ist und dass Gott, der Herr, von Mund zu Mund und von Angesicht zu Angesicht, mit ihrem Bruder redet. Und der Zorn des Herrn entbrannte über sie. Und als die Wolke, die Schechina, von der Stiftshütte wich wurde Miriam aussätzig wie Schnee. Mose tritt dann für seine Schwester vor dem Herrn ein und nach sieben Tagen wurde sie wieder gesund, 4.Mo 12:1-16. Dieser Vorfall, als eine israelitische Frau an Aussatz erkrankte und dann wieder von Gott geheilt wurde, geschah jedoch noch vor dem Gesetz.

Jesus vollbringt ein messianisches Wunder. Hierauf erfolgten von der geistlichen Leiterschaft Untersuchungen. Als Jesus einen Gelähmten heilte, machten sich die anwesenden Pharisäer und Gesetzeslehrer Gedanken über diesen Jesu. Und hierbei sprach Jesus zu dem Gelähmten, deine Sünden sind dir vergeben. Diese Aussage bewirkte bei den Geistlichen einen Sturm der Entrüstung, denn nur Gott konnte Sünden vergeben. Lk 5:17-26. 

Dämonenaustreibung geschah immer wieder in Israel. Auch die Söhne der Rabbiner trieben Dämonen aus. Aber der von einem Dämon besessene Mensch musste jedoch sprechen können. Wenn der betroffene Mensch jedoch stumm war, so war es nicht möglich, den Dämon auszutreiben. Daher lehrten die Pharisäer, dass dies nur der Messias tun kann. Und wenn der Messias kommt, wird dieser auch einen Dämon austreiben, der den Menschen stumm macht.

 

Im Matthäusevangelium, Kapitel 12, Vers 22 bis 32, wird darüber berichtet, wie Jesus bei einem solchen taubstummen Menschen den Dämon austreibt.  

Des Weiteren gab es von den Schriftgelehrten und Rabbinern eine Lehre über blind geborene Kinder. Sie bezogen sich hierbei auf 2.Mo 20:5, wo mitgeteilt wird: der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern. Diesen Abschnitt aus dem Vers wurde von ihnen so ausgelegt, dass die Eltern irgendeine Schuld, eine Sünde, begangen hatten, so dass das Kind blind zur Welt kam. Wenn jedoch vonseiten der Eltern keine Sünde vorlag, so sei wohl das Kind im Bauch der Mutter nicht lieb gewesen. Dies wurde einer Sünde gleichgesetzt. Als Sünde nannte man z.B. ein heftiges Treten des Kindes im Bauch der Mutter, so dass diese Schmerzen erlitt. Diese rabbinische Lehre ist auch der Hintergrund, warum die Jünger den Herrn Jesu wie folgt fragten: 

Rabbi, wer hat gesündigt, so dass dieser blind geboren ist, er oder seine Eltern? Joh 9:1,2.

Und die Lehre der Geistlichen war nun, dass ein solch blind geborener Mensch nur durch den Messias wieder sehen kann. Und ein solcher Fall wird im Johannesevangelium, Kapitel 9, Verse 1 bis 41, mitgeteilt. Die Folge dieses messianischen Wunders war eine starke Untersuchung und ein aggressives Verhör. 

Jesus aus Nazareth tat messianische Wunder. Die Pharisäer, aber auch die anderen jüdischen geistlichen Würdenträger, hatten jedoch einen anderen Messias erwartet. Nicht einen, der in Armut geboren war, der von Not und Leid sprach, von Sünde und Gericht und von Buße und Vergebung. Erwartet wurde ein Messias, der ein Königreich aufbaut und mit Macht und Kraft die römische Besatzungsmacht aus dem Land vertreibt. Sie erwarteten einen Messias, der wie ein mutiger Freiheitskämpfer auftreten würde. Daher konnte nach ihren Vorstellungen ein Bauhandwerker ohne theologische Ausbildung nicht der Messias sein. Jedoch hätten sie aufgrund der alttestamentlichen Schriften diesen Jesus aus Nazareth als den Messias Israels erkennen müssen. Der unsichtbare Feind Gottes gebrauchte in raffinierter Weise diese Männer als Werkzeug, was diese aber auch zuließen. Um nun nicht zugeben zu müssen, dass Jesus in der Kraft Gottes messianische Wunder getan hatte, teilten die geistlichen Männer aus Judäa den Menschen mit, dass dieser Jesus die Dämonen nicht anders austreibt als durch den Beelzebul, den Obersten der Dämonen. Beelzebul heißt ins Deutsche übersetzt  "Herr der Fliegen" und ist ein Titel für Satan. Mit dieser Beschuldigung wurde Jesu von den Pharisäern dämonisiert. Und in dieser Auseinandersetzung, zwischen Licht und Finsternis, wird nun von Jesus ein Hinweis ausgesprochen, der bis dorthin noch nie verkündigt worden war. 

 

Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden. Und wer ein Wort redet gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Weltzeit noch in der zukünftigen, Mt 12:31,32. 

 

Jesus Christus wirkte in der Kraft des Heiligen Geistes. Weil aber nun die Pharisäer leugneten, dass seine vollbrachten Wunder in der Kraft des Geistes geschehen sind, sondern aussprachen, dass Jesus durch "Beelzebul'' wirkt, nennt Jesus ihr Verhalten eine Lästerung gegen den Geist, ein Reden gegen den Heiligen Geist. Und ein solches Verhalten wird nicht vergeben. Über diese Sünde, die Lästerung des Geistes, das Reden gegen den Heiligen Geist, wird noch im Markusevangelium und im Lukasevangelium berichtet, Mk 3:20.30; Lk 11:14-23. 

Das Johannesevangelium gibt diesbezüglich keinen Hinweis. Auch nicht die Thora und die Prophetenbücher. Aber auch nach Ausgießung des Heiligen Geistes wird weder in der Apostelgeschichte, noch in den Lehrbriefen an die Christen diese Sünde erwähnt. Der Apostel Johannes nennt im ersten Brief an die Christen eine Sünde, die zum Tode führt, und Sünden, die nicht zum Tode führen. Dies betrifft jedoch mehr das Thema "Buße und Glaubensabfall vom Herrn Jesus Christus", 1.Joh 5:16,15. 

 

Gottes Wort teilt nach Ausgießung des Heiligen Geistes den gläubigen Christen mit, dass das Blut Jesu Christi reinigt von aller Sünde. Und wenn Sünden vor Gott bekannt werden, so ist er treu und gerecht, und vergibt die Sünden und reinigt von aller Ungerechtigkeit. 

Diese unterschiedlichen Aussagen in der Schrift, eine Sünde die nicht vergeben wird und dann wieder, dass das Blut Jesu alle Sünden reinigt, hat schon manchem Christen Schwierigkeiten bereitet. 

 

Es war vor einigen Jahren der amerikanische Bibelausleger Arnold Fruchtenbaum, messianischer Jude, der den Hinweis gab, dass man im Matthäusevangelium, Kapitel 12, nach Vers 32, die Verse 33 bis 42 nicht außer Acht lassen soll. Ebenso sollte im Markusevangelium im Kapitel 3 der Vers 30 beachtet werden.

 

Wenn man nun diesen Hinweis von Arnold Fruchtenbaum beachtet, kann man feststellen, dass es um eine Sondersituation ging, als der Sohn Gottes sichtbar in dieser Welt war. Es geht um das jüdische Geschlecht der damaligen Zeit, das dem Herrn Jesu, dem Sohn Gottes, unterstellt, dass er einen unreinen Geist hat, Mt 12: 39,41,42; Mk 3:30. Diese Sünde, die Lästerung des Heiligen Geistes, konnte nur geschehen, als der Sohn Gottes sichtbar auf dieser Erde war und er die Wunder tat. Nach Kreuzigung, Auferstehung, Himmelfahrt und Ausgießung des Heiligen Geistes ist diese Sünde nicht mehr möglich. Daher werden in der Apostelgeschichte, aber auch in den Lehrbriefen, diesbezüglich keine Hinweise mehr gegeben. 

 

Es kann sogar davon ausgegangen werden, dass ein Heide zur Zeit Jesu eine solche Sünde nicht begehen konnte, denn dieser kannte nicht die Thora und die Prophetenbücher. Der jüdische Mensch jedoch wusste vom lebendigen Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Er hatte das Gesetz und die Propheten. Israel wusste um das prophetische Wort Gottes. 

Arnold Fruchtenbaum geht in seiner Auffassung soweit, dass er überzeugt ist, dass auch jüdische Menschen, welche die Lästerung des Heiligen Geistes begangen hatten und danach zur Buße kamen und das Blut Jesu in Anspruch nahmen, Vergebung erfuhren. Diese Auffassung kann zutreffen. Die Schrift gibt jedoch hierzu keinen klaren Hinweis. Von daher sollte man dies offen lassen. 

 

Festzustellen ist jedoch, dass nach Ausgießung des Heiligen Geistes der Sohnschaft die Lästerung des Heiligen Geistes nicht mehr erwähnt wird und die Bibel klar und deutlich mitteilt, dass das Blut Jesu alle Sünden reinigt. Und dies sind große Trostworte für jeden wahren Christen.  Ein Mensch der Buße getan hat und umgekehrt ist von seinem falschen Weg, der das Erlösungswerk Jesus Christus für sich persönlich angenommen hat, ist ein erretteter Sünder. Seine Sünden sind vergeben und er hat ewiges Leben in Herrlichkeit beim Vater und beim Herrn Jesus Christus. 

 

Helmut KRCAL, Bibelhauskreis Zotzenbach im Odw.