Alfred Christlieb

aus "Deine Zeugnisse - mein ewiges Erbe"

Sündenaussatz - verborgen und geheim!

 

Wenn der Grind weiterfrisst, soll der Priester den Menschen unrein urteilen., Wenn aber der Aussatz blüht, dann soll der Priester ihn rein urteilen. 3. Mose 13,7 f. und 12

 

Im Orient gab es und gibt es noch eine schreckliche Krankheit, den Aussatz. Wer davon befallen wird, der ist gleichsam lebendig tot. Er muss Haus und Familie verlassen und in Klüften, Höhlen oder Gräbern wohnen. Wer das geringste Anzeichen der Krankheit an sich entdeckt, der muss zum Priester. Der Aussatz ist ansteckend. Die ganze Familie und Nachbarschaft könnte davon angesteckt werden.

 

Da ist nun in dem Gesetz eine seltsame Anordnung getroffen worden. Jemand entdeckt ein weißes Pünktchen an seinem Arm, klein wie ein Stecknadelkopf. Der Priester sieht es und sagt: Nach acht Tagen musst du wiederkommen, ist dann das Pünktchen halb so groß wie eine Erbse geworden, dann heißt das Urteil: "Unrein! Aussatz! Du musst fort in die Verbannung."

 

Danach kommt zu dem Priester ein Mann, der von Kopf bis Fuß mit Aussatz überdeckt ist. Der Priester urteilt: "Du bist rein! Gesund!" - Zunächst ist das unfassbar! Und doch ist es recht so. In dem ersten Falle frisst die Krankheit weiter. Im zweiten Falle stößt der Körper das Aussatzgift auf der Haut ab. Die Krankheit erlischt.

 

Wir Menschen alle sind von einer noch schrecklicheren Krankheit befallen, vom Sündenaussatz. Er frisst meist weiter an veborgenen Stellen. Wir können ihn verstecken. Deshalb sind wir aber doch krank und werden einst verworfen.

 

Bei etlichen aber bricht der Aussatz so aus, dass er "blüht". Es geht solchen Menschen wie dem Zöllner. Sie sehen nur Sünde an sich und vermögen nur zu stammeln: "Gott sei gnädig mir, dem Sünder!" Über solche Menschen urteilt der Herr Jesus wie über den Zöllner: "Er ging hinab gerechtfertigt in sein Haus."

 

Heiliger Gott! Öffne uns die Augen für die Größe unseres Verderbens,

damit wir bei dir Gnade finden. 


Sünde im eigenen Leben nicht dulden!

 

Es ist Aussatz am Hause, darum soll man das Haus abbrechen  3. Mose 14,44b

 

 

Nicht nur am menschlichen Körper, auch an Häusern kann Aussatz aufbrechen. Zuweilen ist es nur die Tünche oder ein einzelner Stein, der davon befallen wird. Es geschieht aber auch, dass man nach der Entfernung der Tünche oder des einzelnen Steines neue Krankheitsherde entdeckt. Dann muss das ganze Haus bis auf den Grund abgebrochen und der Schutt weit draußen vor die Stadt geschafft werden. Wenn ein israelitischer Hausbesitzer solche Krankheitsherde an seinem Haus erblickte, gab das einen größeren Schrecken, als wenn wir den Schwamm im Haus entdeckten.

 

Wir wollen nun fragen: Gibt es auch in unseren Landen Aussatzhäuser? Ach, gar viele! Da sind Geschäftshäuser, mit Sündengeld erbaut, mit Unrecht unterhalten. Andere Häuser hat man bei Erbschaftsstreitigkeiten mit Gewalt an sich gerissen. Wieder andere dienen offenkundig der Sünde.

 

Wird einem Gliede des Volkes Gottes klar, dass an seinem Hause ein solches Aussatzmal vorhanden ist, dann hin zu dem großen Hohenpriester und gefragt: Was soll ich tun? Nur den mit Aussatz behafteten Stein ausbrechen? Nur den Sonntagshandel, den Schnapsverkauf, die dunklen Geschäfte aufgeben oder - das ganze Haus fahren lassen?

 

Da hat ein Vater das "Aussatzzeichen" an seinem Hause klar erkannt. Nachlässigkeit oder Geiz hindert ihn, ernstlich zuzugreifen. Eines Tages entdeckt er dann an der Hand seines Lieblingskindes den Aussatz. Vergebens ist jetzt das Klagen. Das Kind ist zeitlebens verdorben! Und der Vater hat die Schuld!

 

Wohl dem, der schonungslos vorgeht, ohne Angst vor dem Verlust. Gott kann überreich ersetzen, wenn wir um des Gewissen willen aufräumen mit dem, was dem heiligen Gott missfällt.

 

Hat dein Haus gewisslich kein Aussatzmal?

 

 

Andachten zum 24. und 25. März