Der alte Mann und der Psalm 23 -
Teil 1

 

Rolf Müller

 

Was braucht der Mensch wirklich? Brauchen wir zu unserem Glück nur noch die entsprechende Zahnpasta, wie uns die Werbung suggerieren will? Der 23. Psalm zeigt uns die wahren Bedürfnisse des Menschen. Er zeigt, wie Gott sie beantwortet. Deshalb ist dieser Psalm auch weltbekannt geworden. Er gehört zur Allgemeinbildung.

 

Der alte Mann findet das Bild vom Hirten und seiner Herde gut. David war früher selbst Hirte. Er weiß, wovon er spricht. David überschätzte sich nicht. Er wusste, dass er sein Leben nicht selbst in der Hand hatte. Weil er nicht alles im Griff hatte, klammerte er sich an Gott.

 

Was braucht der Mensch wirklich? Wenn der Herr unser Hirte ist, sind wir versorgt. Dann wird uns nichts mangeln. Denn unser größter Mangel, auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen, ist die fehlende Gemeinschaft mit Gott. Wenn dieser Mangel gestillt ist, haben wir Frieden.

 

Der alte Mann erinnert sich, dass Jesus seine Jünger einmal fragte, ob sie je Mangel gehabt hätten. Die Antwort war: Nein, Herr, nie! Der Herr sorgt für uns. Er gibt auf unsere Schritte Acht. Er schenkt uns Kraft für jeden Tag. Es mag sein, dass der alte Mann nicht alles hat, was er sich wünscht. Aber er hat keinen Mangel an dem, was notwendig und heilsam ist.

 

David sagt nicht nur, mir mangelt nichts. Er sagt, mir w i r d nichts mangeln. Nicht, weil er so klug und geschickt ist, sondern weil der Herr sein Hirte ist. Menschen, die Jesus haben, haben Frieden. Die haben volle Genüge. Kinder Gottes sind fähig, mit unerfüllten Wünschen zu leben.

 

Natürlich sind auch Christen angefochten. Sie können in Sünde fallen. Habsucht und Geiz machen vor dem Herzen eines Christen nicht Halt. Aber wo die Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus unser Leben bestimmt, wird alles andere zweitrangig. Wer wie David sagen kann: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln!“, der weiß: die Gnade Gottes genügt für mich. Vielleicht habe ich nicht alles, was ich mir wünsche, aber mir wird nichts mangeln. „Reiche müssen darben und hungern, aber die den Herrn suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.“

 

Der alte Mann hat erfahren, welche Befreiung es ist, den guten Hirten zu kennen. Er führt zum frischen Wasser. Er erquickt die Seele. Das Wort Gottes ist wie eine grüne Aue. Jesus selbst ist die Quelle des Lebens. Er ruft: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken!“ Die meisten Menschen wissen nicht, was ihnen wirklich fehlt. „Sie suchen, was sie nicht finden in Liebe und Ehre und Glück, und sie kommen belastet mit Sünden und unbefriedigt zurück.“

 

Der Schrei nach Leben ist ein Schrei nach Gott. Nur bei ihm finden wir Ruhe. Er erquickt unsere Seele. Wenn wir mit Kummer beladen sind, richtet er uns auf. Wenn wir gesündigt haben, reinigt er uns. Wenn wir schwach sind, gibt er uns Kraft. Der Herr versorgt uns. Uns wird nichts mangeln.

 

   

Jesus, du bist unaussprechlich

herrlich deinem Kind;

Gnad und Friede, Heil und Leben,

Herr, in dir ich find.

 

Jesus, wenn ich dich nicht hätte,

wär es finstre Nacht;    

aber deines Geistes Klarheit 

hat mir Licht gebracht.

 

Jesus, ohne dich versänk ich 

tief in Sündennot;  

doch nun bin ich frei geworden,

Herr, durch deinen Tod.

 

Liebster Jesus, sieh, ich hülle 

mich in dich hinein,

0 da bin ich tief geborgen,

 kann ich sicher sein.

 

Kommt Versuchung, Satan, Sünde, 

 will ich stille sein,   

will mich bergen nur bei Jesus, 

 nur bei ihm allein.

 

Und steht Jesus zwischen inne,

bin ich aus dem Krieg;   

 denn schon längst erfocht mein Jesus 

 überall den Sieg.

 

Jesus, ja du führst dein Schäflein,

welches dir vertraut, 

 führst es sicher, führst es selig

hin, wo dich es schaut.

 

(Rosalie Amstein)