Predigt zu Römer 5,3

"Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, da wir wissen, dass die Trübsal Ausharren bewirkt,"

 

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller

 

Von Natur sind wir nicht geduldig. Und weil wir so ungeduldig sind, können wir keine Erfahrungen mit unserem Gott machen. Die macht man nämlich in der Stille. Wir ungeduldigen Leute aber laufen Gott immer weg. Weil der Herr es jedoch gut mit uns meint, hält Er uns fest. Das Mittel, durch das Er uns festhält, ist Trübsal.

 

Wenn der Herr uns in die Trübsal stellt, schlagen wir zuerst aus wie ein wildes Pferd. Aber Gott hält uns in der Trübsal fest, bis wir stille werden. Trübsal bringt Geduld." Wenn das Herz still geworden ist und – vielleicht voll Angst, Not und Furcht – auf den harten Herrn schaut, der es in die Trübsal stellt, dann „bringt die Geduld Erfahrung". Da tut Gott Sein Herz auf und zeigt der erschrockenen Seele Seine Liebe, Seine Barmherzigkeit, Sein Heil in Jesus. Das sind selige Erfahrungen.

 

Und aus solchen Erfahrungen lernt das Herz die Trübsal gering achten. Es lernt: Es geht dem Herrn nicht um die Trübsal, sondern um mein Heil. Die Trübsal ist nur ein vorübergehendes „Mittel zum Zweck". ja, sie geht vorüber.

So kommt aus der Erfahrung der Liebe Gottes die Hoffnung. Das ist aber keine trügerische Scheinhoffnung. Denn sie gründet sich ja auf die Liebe Gottes, die am Kreuze offenbar wurde und in unser Herz ausgegossen ist: Er wird's gut zu Ende bringen mit mir und mit Seiner Gemeinde. Selige Stufenleiter! Von Segen zu Segen! Amen.