Ehrfurcht

 

Rolf Müller 

 

Am 5. September 1950 begann meine Lehre als Buchdrucker bei Förster & Borries in Zwickau. Unser Betriebsdirektor, Herr Josef Förster, war Christ und gehörte der Herrnhuter Brüdergemeinde an. Bei seinem wöchentlichen Rundgang durch den Betrieb interessierte er sich auch für die Belange von uns Lehrlingen. Er unterhielt sich mit uns und wir konnten ihm unsere Anliegen sagen.

 

Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand sagte: „He, Förster, ich hab da ein Problem, kümmere Dich darum und schaffe es aus der Welt, aber sofort!“  Nein, sondern wir bedienten uns einer höflichen und angemessenen Umgangssprache.

 

Heute hört man in Predigten und Gebeten oft Sätze wie: „Gott, wenn es dich gibt, dann zeige dich! Jesus, wenn ich an dich glauben soll, dann beseitige meine Widerwärtigkeiten!“ Man vermeidet den Namen  „Herr“.

 

Wenn der Herr Jesus in den Evangelien böse Geister austrieb, vermieden sie ebenfalls die Anrede „Herr“, obwohl sie wussten, dass er der Sohn Gottes ist. Ihr „Herr“ war der Teufel, und dem  waren sie untertan. 

 

Jesus Christus ist der Herr aller Herren und der König aller Könige. Stehen Christen, die sich weigern, Jesus „Herr“ zu nennen, unter dämonischem Einfluss? Steht er für sie auf der gleichen Stufe wie ein Kumpel, der uns nichts zu sagen hat? Oder ist der Herr Jesus Christus unsere höchste Zier und unser Kleinod, unser Heiland, Erretter und Erlöser, unsere Zuflucht für und für?