Der alte Mann und der Friede mit Gott (Römer 5,1)

 

Rolf Müller

 

Friede mit Gott folgt auf die Rechtfertigung. Es muss in der Vergangenheit eine geistliche Geburt gegeben haben. Es muss einen Augenblick gegeben haben, an dem Gottes Erlösung angenommen wurde. Die Folge ist Friede mit Gott. Es geht dabei nicht in erster Linie um den Frieden im Herzen. Es geht darum, dass Gott Frieden mit uns gemacht hat. Wir waren durch unsere Schuld und Sünde von Gott getrennt. Jetzt hat Gott uns durch das Erlösungswerk seines Sohnes für gerecht erklärt. Gott hat Frieden mit uns gemacht.

 

Durch die Beziehung mit Gott haben wir wahren Frieden in unserem Herzen. Viele Menschen suchen inneren Frieden und finden ihn nicht. Sie probieren alle möglichen Methoden aus, in der Hoffnung, innerlich heil zu werden. Alle diese Bemühungen haben keinen Erfolg. Helfen kann nur die Vergebung unserer Schuld durch Gott. Uns hilft nur die vollbrachte Erlösung durch Christus. Nur wenn unsere Schuld bereinigt ist, kann echter Friede ins Herz einziehen. Das ist ein Friede, der uns nicht enttäuscht.

 

Dieser Friede ist keine billige Vertröstung. Er liegt nicht in einer fernen Zukunft. Diesen Frieden erfährt ein Christ hier und jetzt. Er ist real. Er ist keine Einbildung. Gott hat Frieden mit uns gemacht, deshalb können wir Frieden in allen Lebensbereichen haben. Der alte Mann hat die Realität dieses Friedens erfahren. Gott macht keine leeren Versprechungen. Gott gibt keine Verheißungen, die er nicht erfüllt. Er hat uns seinen Frieden versprochen. Dieser Friede ist höher als alle Vernunft.

 

Das Evangelium ist die Kraft Gottes, die uns von unserer Schuld erlöst. Wir danken dem Herrn für unsere Erlösung und empfangen den Frieden Gottes. Der Schlüssel zu unserem Alltag ist der Glaube. Der Gerechte wird aus Glauben leben. Der Gott der Hoffnung erfüllt uns mit Freude und Frieden im Glauben. Wir leben nicht aus unserer eigenen Kraft. Wir sind im Glauben fest mit Jesus Christus verwurzelt. Wir verlassen uns auf Gottes Wort.

 

Unser Friede mit Gott gründet sich auf die Zusage der Bibel. Durch den Sühnetod Christi haben wir die Erlösung durch sein Blut. Das reicht aus. Das macht uns rein von aller Sünde. Das ist die Quelle des Friedens im Herzen. Jesus starb für uns. Sein Erlösungswerk ist vollbracht. Er starb für uns, als wir noch verlorene Sünder und Feinde Gottes waren. Jetzt rühmen wir uns Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus. Unser Glaube an ihn bringt uns Segen in der Vergangenheit, in der Zukunft und im gegenwärtigen Leben. Durch Jesus Christus, unseren Herrn, haben wir Kraft in allen Stürmen unseres Lebens.

 

Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt,
ob Stürme auch drohen von fern,
mein Herze im Glauben doch allezeit singt:
mir ist wohl, mir ist wohl in dem Herrn!

 

Wenn Satan mir nachstellt und bange mir macht,
so leuchtet dies Wort mir als Stern:
Mein Jesus hat alles für mich schon vollbracht;
ich bin rein durch das Blut meines Herrn.

 

Die Last meiner Sünde trug Jesus, das Lamm,
und warf sie weit weg in die Fern;
er starb ja für mich auch am blutigen Stamm
;meine Seele, lobpreise den Herrn!

 

Nun leb ich in Christus, für ihn ganz allein;
sein Wort ist mein leitender Stern.
In ihm hab ich Fried und Erlösung von Pein,
meine Seele ist fröhlich im Herrn.

 

(Theodor Kübler)