Starrsinn statt Buße

 

Weißt du nicht, dass die Güte Gottes dich zur Buße leitet? Nach deinem Starrsinn und deinem unbußfertigen Herzen aber häufst du dir selbst Zorn auf am Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichts Gottes. (Römer 2,4.5)

 

 

Wenn Gott allen Menschen Beweise seiner Güte gibt, bedeutet das nicht, dass Er über ihre Sünden einfach hinwegsieht. Wenn Er das Böse nicht sofort bestraft, sondern langmütig ist, will das nicht sagen, dass kein Gericht kommen wird. Gott hat ein Ziel in diesem allen: Er will die Menschen „zur Buße“ leiten. 

 

Nach dem Zusammenhang dieser Verse zeigt sich aber gerade bei einem „anständigen“ Men­schen oft das Gegenteil von Buße: Er will sich selbst rechtfertigen. Wenn er sich mit anderen und deren Sünden vergleicht, meint er, noch ganz gut dazustehen. Er erkennt Gottes Urteil über sich nicht an und will sein Leben nicht ändern. Das aber ist „Starrsinn“, gerade darin tut sich ein „unbußfertiges Herz“ kund. 

 

„Buße“ im Sinn der Bibel ist genau das Gegenteil davon. Wenn ein Mensch Buße tut, 

 

  • hört er auf, seine Schuld zu beschönigen, sondern er bereut sie und erkennt das Urteil Gottes darüber an;

  • betrachtet er sich selbst nicht mehr als gerecht, sondern gesteht vorbehaltlos ein, dass seine Sünden aus einem bösen Herzen hervorkommen;

  • „rechtfertigt“ er also nicht mehr sich selbst, sondern Gott (Kap. 3,4);

  • ändert er seinen Sinn; und das wird in einem verwandelten Leben sichtbar.

 

Für Paulus ist Buße daher ein unerlässlicher Be­stand­teil der Verkündigung des Evangeliums: „Ich bezeugte sowohl Juden als auch Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus“ (Apostelgeschichte 20,21)

 

aus dem Kalender "Der Herr ist nahe" 22. November 2023